Fehlgeburt:
"SZ" stellt "Wir" nach Erstausgabe ein
Im Print-Markt mangelt es derzeit an fruchtbarem Boden: Der Süddeutsche Verlag stellt seine Familienzeitschrift "Wir" nach einer Testausgabe im vergangenen November ein (kress.de vom 14. Oktober 2008). Das Magazin erscheint vorerst kein zweites Mal. Über eine Weiterführung sei aber noch nicht final entschieden, so Rudolf Spindler, Geschäftsführer Magazin Verlagsgesellschaft beim Süddeutschen Verlag, in der vergangenen Woche zu kress. Das drei-monatliche "SZ"-Supplement "Kinderleben", aus dem Chefredakteur Dominik Wichmann sein Hochglanz-Elternheft "Wir" gestrickt hatte, wird dagegen nicht mehr erscheinen. Für "Wir" hatten Spindler und Wichmann, der auch "SZ Magazin" verantwortet, sich junge, urbane, mobile aber auch einkommensstarke Eltern als Zielgruppe gewünscht - auf dem Cover des Erstlings prangte Fußball-Prinz Lukas Podolski samt Sohn Louis (Bild).
"Capital"-Chef wird Teilhaber bei Intes:
Schweinsberg berät Familienunternehmen
Klaus Schweinsberg, 38, eben noch vom World Economic Forum zum "Young Global Leader 2009" gekürt (kress.de vom 25. Februar 2009), wechselt die Zunft. Der "Capital"-Chefredakteur und "Impulse"-Herausgeber, der seine Posten Ende März offiziell aufgibt, wird Geschäftsführer und Teilhaber bei Intes. Die Bad Godesberger Berater sind auf familiengeführte Unternehmen spezialisiert und sehen sich in dieser Disziplin als Marktführer. Schweinsberg bestätigte seinen Wechsel auf Anfrage gegenüber kress. Bei Intes soll er die Expansion im Ausland und den Ausbau des Konferenz- und Marketinggeschäfts vorantreiben. Wer hinter Intes steckt - bitte umblättern.
mehr...Der kress-Quotencheck (Freitag, Samstag):
Historisches Tief für "Wetten, dass..?"
Deutschland träumt bereits vom Frühling, Thomas Gottschalk (Foto) steuert der Eiszeit entgegen: Mit 9,66 Mio Gesamtzuschauern erlebte der ZDF-Klassiker "Wetten, dass..?" am Samstagabend einen neuen Tiefstand. Bereits zum dritten Mal sackte die Reichweite des Unterhaltungstankers unter die wichtige Wassermarke von 10 Mio Fans. Dass es RTL nun regelmäßig gelingt, die Mainzern bei den werberelevanten Jüngeren auszustechen, muss als neue Selbstverständlichkeit gelten. Diesmal deklassierten die 3,43 Mio jungen Fans, die unbedingt bei "Deutschland sucht den Superstar" mitfiebern mussten, die wenig jugendliche ZDF-Show, die auf 3,07 Mio Werberelevante kam. Immerhin: Mit einem Jugendschnitt von 26,0% ragt "Wetten, dass..?" natürlich weiterhin wie ein Leuchtturm über die öffentlich-rechtliche Tiefebene. RTL konnte mit dem neu gestalteten Samstagabend äußerst zufrieden sein: Gut gestartet ist etwa die neue Sketch-Comedy "4 Singles", die 2,13 Mio jüngere Fans fand (Marktanteil: 23,3%). Für das Versteckte-Kamera-Format "Böse Mädchen" blieben immerhin noch 1,74 Mio Werberelevante länger wach (Marktanteil: 23,4%). Am Freitagabend gewann Sat.1 bei der "Schillerstraße" verlorenes Terrain zurück: Die Impro-Show kam diesmal auf 1,45 Mio junge Fans (Vorwoche: 1,38 Mio). Die Luft für "Mister Perfect – Der Männertest" wird dagegen angesichts von nur 4,5% Marktanteil immer dünner. Alle Hintergründe zum schwarzen Wochenende für die ProSiebenSat.1-Gruppe erfahren Sie hier!
Die TV-Markanteile im Februar:
RTL und ZDF verlieren kräftig
Gefangen im Tal der Tränen: ProSieben und Sat.1 haben es seitJahresbeginn immer noch nicht geschafft, sich aus dem Quotentiefherauszustrampeln. ProSieben profitierte im Februar zwar vom starkenStart der neuen Staffel "Germany's Next Topmodel – by Heidi Klum", musssich aber weiterhin mit Altlasten wie "The next Uri Geller","Terminator S.C.C." oder der glücklosen Mittwochsserie "PushingDaisies" herumschlagen. Unterm Strich schnitt ProSieben im Februar 0,1Prozentpunkte schlechter als im schwachen Januar ab und erzielt somiteinen Marktanteil von 11,2%. Die Noch-Berliner Schwester Sat.1 hatte imJanuar noch schlechtere Karten (Marktanteil damals: 10,3%) – dank desguten Comebacks der "Schillerstraße" verbesserte sich derFamiliensender um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 10,4%. Mit einem Minusvon 0,8 Prozentpunkten musste zwar Marktführer RTL die stärkstenVerluste bei den Privaten wegstecken, kam aber von einem vor allem durch dieDschungelshow immens gestärkten Vormonatsniveau. Alle Hintergründe zu den Einbrüchen bei RTL und dem ZDF gibt's nach dem Klick.
Noch mehr Platz in der Führungsetage:
Marketingchef Haase verlässt RTL II
Bei RTL II geht mit Marketingchef Oliver Haase (Foto), 37, eine weitere Führungskraft von Bord. Der Direktor Marketing und Kommunikation verlässt zum 28. Februar 2009 das Unternehmen. Er gehe auf eigenen Wunsch, um sich "neuen Aufgaben zu widmen", heißt es aus dem Unternehmen. Die Abteilungsleiter im Bereich Marketing und Kommunikation berichten künftig direkt an den Geschäftsführer Jochen Starke. Zu einer Neubesetzung der Position wollte sich der Sender gegenüber kress nicht äußern. Damit wird es langsam aber sicher luftig in der oberen Etage des Senders. Wieso? Umblättern!
Spiele, Fernseher, Reiche und jetzt Autos:
Müller wird Chef von "autobild.de"
Christian Müller (Foto), 42, ist ab 1. März Chefredakteur der Auto-Internetseite "autobild.de". Sein Partner an der Spitze des Portals ist Raoul Hess, Leiter Digitale Medien und Mitglied der Geschäftsleitung beim Axel Springer Auto Verlag. Im vergangenen Jahr erst hatte Müller bei der Schwesterseite, Springers Boulevard-Portal "Bild.de", angeheuert. Zuvor war der Versuch einer Millionärs- und Luxuszeitschrift unter dem Titel "Rich" gescheitert (kress.de vom 6. Dezember 2007). Bei "Rich" war Müller (gemeinsam mit Andreas Wrede) als Chefredakteur an Bord.xxxx
Umbau bei der Telekom:
Van Damme leitet Marketing
Niek Jan Van Damme (Foto), 47, übernimmt ab Mitte 2009 ein neues Super-Ressort im Konzernvorstand der Deutschen Telekom: Er soll sich spartenübergreifend um Vertrieb, Marketing und Service kümmern. Konzernlenker René Obermann will das Unternehmen künftig stärker integriert aufstellen und bündelt deshalb Festnetz (T-Home) und Mobilfunk (T-Mobile) in Van Dammes Händen. Van Damme war seit 2004 Geschäftsführer der niederländischen Mobil-Tochter der Telekom, T-Mobile Netherlands. Bereits ab März führt er die Regie bei T-Home und löst damit Timotheus Höttges ab, der an Stelle von Karl-Gerhard Eick neuer Telekom-Finanzvorstand wird.
Der kress-Quotencheck:
Strahlender Sieg für Heidis Mädels
Die Magie wirkt: 2,92 Mio junge Fans fieberten am Donnerstagabend mit, wer beim ProSieben-Kassenknüller "Germany's next Topmodel – by Heidi Klum" weiter mitstolzieren darf (Marktanteil: 22,6%). Damit überbot die bislang dritte Show die guten Werte der Vorwoche (2,58 Mio) haushoch und schloss wieder zu den Traumergebnisse der Auftaktsendung (2,99 Mio werberelevante Fans) auf. Der Tagessieger in der Werbezielgruppe brachte RTL in Bedrängnis: "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei" fuhr mit 2,15 Mio jungen Fans lediglich einen Marktanteil von 16,7% heraus. Bei "CSI: Den Tätern auf der Spur" blieben diesmal 2,38 Mio Jüngere am Ball (Marktanteil: 17,9%). Zusätzlicher Druck ging von der ARD aus, wo die UEFA-Pokal-Spitzenpartie "VfB Stuttgart – Zenit St. Petersburg" 1,10 Mio junge Kickerfans fand (Marktanteil: 10,3%). Und ausgerechnet der IP-Schwester Vox gelang mit dem wuchtigen Todeszellendrama "The Green Mile" ein Überraschungserfolg: 1,40 Mio Werberelevante ließen sich von Tom Hanks auf die Tränendrüsen drücken, was zu einem sehr respektablen Marktanteil von 12,0% führte. Was uns sonst noch am Donnerstag zu Tränen rührte, erfahren Sie hier.
Springer-Boss im "Spiegel"-Interview:
Döpfner gegen Staatshilfen für Verlage
Gewohnt selbstbewusst holt Axel Springers Vorstands-Boss Mathias Döpfner (Foto) im "Spiegel"-Interview zum Rundumschlag aus - und lehnt Staatsknete für notleidende Verlage ab: "Das wäre ein rabenschwarzer Tag für die Pressefreiheit, in diesem Land ein wahrer Tabubruch. Selbst ein bankrottes Medienunternehmen ist besser als ein staatlich finanziertes und gelenktes." Deutsche Blätter seien gut aufgestellt: "Viele Verlage verdienen noch immer gut, da wird auf hohem Niveau gejammert". Man übertreibe mit apokalyptischer Endzeitstimmung, "verunsicherte Journalisten" entzauberten sich zudem selbst und redeten in masochistischer Manier die Branche an den Abgrund. "Was mich stört, ist die Weinerlichkeit in Teilen unserer Zunft", so Döpfner. Warum aber auch ihm die Schamesröte ins Gesicht steigen müsste - umblättern.
"Risk, Compliance & Audit": Neues Fachblatt für Finanzprofis
Ab sofort gibt der Kölner Bank-Verlag Medien eine neue Fachzeitschrift für Risikomanager heraus. Der Titel heißt "Risk, Compliance & Audit" ("RCA") und liegt künftig als Gratis-Abo-Beilage alle zwei Monate der Zeitschrift "Risko-Manager" (ebenfalls Bank-Verlag Medien) bei. Zudem bekommen alle Mitglieder der Risk Management Association e.V., deren offizielles Organ der Titel ist, das Heft frei Haus. "RCA" richtet sich an Fachkräfte in der Banken-, Versicherungs- und Finanzszene, inhaltlich decken die Autoren Themen wie Corporate Governance, Risikomanagement, Betrugsbekämpfung, Compliance und Interne Revision ab. Die Redaktion steht im fachlichen Austausch mit dem Team der Frankfurt School of Finance & Management. Die Auflage liegt bei 1.200 Stück, eine Anzeigenseite kostet 2.100 Euro. Anzeigenverkauf: Katrin Hartmann, Tel.: 0221-5490-169.
Nieber stößt als Anzeigenleiter zum Olympia-Verlag
Axel Nieber (Foto), 34, verstärkt ab März 2009 als Anzeigenleiter den Olympia-Verlag Nürnberg (u.a. "kicker") ein. Er kommt von der Axel Springer AG. Dort hat er in mehreren verantwortlichen Positionen gearbeitet, u.a. als Anzeigenleiter für "Sport Bild" und "autobild.de". Nieber wird vorerst gemeinsam mit dem bisherigen Anzeigenleiter Ekkehard Pfister, 64, die Geschäfte führen. Der frühere Anzeigenleiter Werner A. Wiedemann hat sich zum Jahresende 2008 im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Er leitete das Anzeigengeschäft seit 1994.
"Blank"-Magazin setzt auf "Gesellschaft, Diskurs, Disko"
Eine "Insel für meinungsstarke Menschen" will das neue Magazin "Blank" aus Berlin sein, das seit dem 27. Februar am Kiosk liegt. Chefredakteur Johannes Finke verantwortete zuvor das Blatt "Face", dort gab´s aber Krach mit dem Herausgeber. "Gesellschaft, Diskurs, Disko" soll nun Finkes neues Blatt bieten. Das klingt flott und etwas gaga; von beiden Attributen ist aber im Heft nicht viel zu sehen. Schon im Editorial heißt es verquast über die Entstehung von "Blank": "Es muss gemacht werden. Die Umstände führten dazu, die Lust und letztendlich auch das Wissen." Der Ansatz, neben Interviews mit Kulturschaffenden (u.a. Hans Söllner, Julia Zange) und Rezensionen, die einen Großteil des 92seitigen Heftes einnehmen, weitere Formate wie Literatur und Gesellschaftskritik zu stellen, geht noch nicht recht auf. Die Autoren pflegen größtenteils einen "Irgendwie"-Journalismus, der unpointiert vor sich hin mäandert. Für 4 Euro etwas wenig. Die Idee, im hinteren Teil ein "Heft Zwei" mit längeren Texten zu platzieren, ist dennoch gut. "Blank" soll 10 mal im Jahr erscheinen, die Druckauflage von 10.000 Exemplaren wird bundesweit von Springer vertrieben. Eine Anzeigenseite (die Erstausgabe hat nur drei davon) kostet 4.900 Euro.
mehr...
"Zeit Wissen" und Stiftung Warentest mit gemeinsamem Sonderheft
"Zeit Wissen" veröffentlicht mit dem "Ratgeber Ernährung" am 13. Mai erstmals ein Sonderheft und arbeitet dafür mit der Stiftung Warentest zusammen. Der Heftpreis wird bei 6,90 Euro liegen, die Auflage voraussichtlich 100.000 Expemplare betragen. Zentrale Frage des Hefts: "Was kann man am besten essen?" Die Stiftung Warentest steuert zur Beantwortung Testergebnisse ihrer Zeitschrift "test" bei. Glossare, Tipps und Hinweise runden den Servicecharakter des monothematischen Hefts ab, das so zu einem "einmaligen und dauerhaften Nachschlagewerk" werden soll. Weitere "Zeit Wissen"-Sonderhefte könne man sich durchaus vorstellen, im Moment sei allerdings nichts Konkretes geplant, heißt es aus dem Verlag. Inhaltlich gliedert sich der "Ratgeber Ernährung" in die drei Ressorts Gesundheit, Genießen und Ökologie. Die Leserschaft scheint auf ein solches Heft nur zu warten: Laut Verlag würden 50% der "Zeit Wissen"-Leser besonders hohes Interesse an gesunder Ernährung und Lebensweise haben. 65% der Leser würden eine hohe Ausgabebereitschaft für gutes Essen und gesunde Ernährung zeigen. 33% würden zur begehrten Zielgruppe der "Lohas" gehören, die den Lifestyle of Health and Sustainability pflegen (Quelle: AWA 2008). Der Vertrieb erfolgt über Grosso, den Bahnhofsbuchhandel sowie über "test.de" und "shop.zeit.de". Anzeigenschluss ist der 8. April. Anzeigenkontakt: Inga Bodenstaff, Telefon: 040/3280189, E-Mail: inga.bodenstaff@iqm.de.
Bremer Anzeiger: Bode führt, Pracht geht
Marc Bode, 33, ist neuer Geschäftsführer des Anzeigenblatts "Bremer Anzeiger". Er löst Rolf Pracht ab, der mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer abberufen wurde und das Unternehmen verlassen hat, um sich - laut Unternehmen - "neuen beruflichen Herausforderungen" zu stellen. Bode ist seit vier Jahren in mehreren Positionen bei der Bremer Anzeiger GmbH tätig und wurde im April 2008 zum Anzeigenleiter befördert.
mehr...Bönsch wird Münchner Sales-Chef von iq media marketing
Jörg Bönsch (Foto) übernimmt Anfang März als neuer Leiter Sales das Münchner Büro des "Handelsblatt" -Vermarkters iq media marketing (ehemals GWP media marketing). Sein Vorgänger Bernd Picker ist seit Anfang des Jahres Sales Director am Hauptsitz in Düsseldorf (kress.de vom 6. Oktober 2008). Bönsch ist diplomierter Kommunikationswirt und arbeitete davor als Münchner Statthalter für den Jahreszeitenverlag. Zuvor wirkte er als Marketing-Chef des amtlichen bayerischen Reisebüros.
Streit um ZDF-Chefredakteur: Merkel offenbar gegen Brender
Die Causa Nikolaus Brender (Foto) zieht Kreise bis nach Berlin: Nach Informationen des "Spiegel" lehnt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Vertragsverlängerung für den derzeitigen ZDF-Chefredakteur ab. Er habe es mit seinem öffentlich-rechtlichen "Katholizismus" übertrieben, so die Kanzlerin laut "Spiegel", der sich auf die Bundes-CDU beruft. "Die ganze Sache liegt in der Person Brender begründet, nicht in seiner politischen Einstellung", werden vertraute Kreise zitiert. Er gelte (im Gegensatz zu anderen öffentlich-rechtlichen, ebenfalls als SPD-nah eingestuften Spitzenleuten) als zu undiplomatisch und "unberechenbar". Hintergrund: Brenders Posten steht im April 2010 turnusgemäß zur Disposition, üblicherweise erfährt der Amtierende aber schon ein Jahr zuvor, ob er gehen muss. Der Stuhl wird vom ZDF-Verwaltungsrat (in dem auch Merkel-Intimus Willi Hausmann sitzt) nach Partei-Proporz besetzt. Verwaltungsrats-Vize Roland Koch (CDU) macht derzeit mit einer umstrittenen Quotendebatte gegen den als politisch unabhängig geltenden Brender Stimmung. Kurt Beck (SPD), Chef des Gremiums, hält Brender die Stange, ebenso hatten sich kürzlich führende ZDF-Journalisten in einem offenen Brief für Brender ausgesprochen (kress.de vom 22. Februar 2009). ZDF-Intendant Markus Schächter hat Brender zwar für eine neue Amtszeit vorgeschlagen, sich aber in die aktuelle Diskussion bislang nicht eingeschaltet.
Sat.1: 32 von 222 packen Koffer für Unterföhring
Lediglich 32 von 222 betroffenen Berliner Sat.1-Mitarbeitern ziehen mit dem Sender in die ProSiebenSat.1-Zentrale nach Unterföhring. Das räumte TV-Deutschland-Vorstand Andreas Bartl (Foto) in einem Interview mit dem "Focus" ein. Die übrigen Angestellten erhalten Abfindungen in Höhe von bis zu 400.000 Euro. "Es ist alles in dem Rahmen geblieben, den wir uns vorgestellt haben", so Bartl. Indes könne er die Rahmenbedingungen ebenso wenig ändern wie den Aktienkurs. Er wolle sich daher aufs Fernsehen-Machen konzentrieren. Offenbar denkt er dabei auch an weitere deutsche TV-Serienproduktionen - obwohl sich diese in jüngerer Zeit oftmals als Quotengift entpuppten (wie zuletzt "Klinik am Alex"): "Das ist eine Herausforderung für die gesamte Fernsehindustrie", sagte Bartl. "Ich glaube nicht an die These, dass die junge Generation nur noch amerikanische Serien mag." Derweil wird der Sat.1-Umbau und -Umzug in Berlin von öffentlichkeitswirksamen Protesten seitens der Mitarbeiter begleitet (kress,de vom 25. Februar 2009).
Premiere: Erst dicke Luft, dann Kapitalerhöhung
Die Aktionäre des gebeutelten Bezahlsenders Premiere haben am Donnerstag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine zweite Kapitalerhöhung durchgewunken. Den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, im Laufe des ersten Halbjahres nochmals 412 Mio Euro über die Ausgabe neuer Aktien einzusammeln, nickten 99,6% des anwesenden Kapitals ab. Ein Hauptabnehmer für die neuen Aktien dürfte Großaktionär Rupert Murdoch (Foto) sein, der über seine News Corp. zuletzt 29% der Premiere-Aktien kontrollierte. Sollte Murdoch einen Großteil der neuen Aktien übernehmen, würde er zum Mehrheitseigentümer bei Premiere aufsteigen. Das übliche Pflichtangebot an die restlichen Aktionäre wäre damit aber trotzdem nicht fällig. Von dieser Auflage hatte die Finanzaufsicht Bafin Murdoch Ende Januar befreit (kress.de vom 1. Februar 2009). "Die Zustimmung gibt uns die Chance, aus Premiere ein erfolgreiches Unternehmen zu machen", sagte Firmenchef Mark Williams. Das Geld solle in neue Programme und eine Marketing-Offensive fließen. Auf Basis dieser Maßnahmen will der Sender im Jahr 2011 schwarze Zahlen schreiben. Die Aktionäre des Pay-TV-Senders Premiere hatten zuvor auf der Hauptversammlung ihrem Ärger Luft gemacht (kress.de vom 26. Februar 2009 ).
DSF lädt bei "Samstag Live" zum Mitmachen ein
Das Deutsche Sport Fernsehen (DSF) präsentiert sich bereits ab kommenden Wochenende mit einem neuen Samstagnachmittag. Am 28. Februar startet "Samstag Live". Im Mittelpunkt des zweistündigen Formats stehen deutscher und europäischer Fußball, Motorsport aus der Formel 1 und der MotoGP, Handball sowie zeitnah am Sendetermin stattfindende Sportereignisse. Wer Live-Bilder erwartet, wird enttäuscht. Das DSF will die sportbegeisterten Zuschauer mit Newstickern und Live-Statistiken auf dem Laufenden halten. Moderator Jörg Dahlmann und Fußballexperte Axel Kruse, Ex-Stürmer bei der Hertha, haben die Aufgabe, den Zahlenwust zu analysieren - gemeinsam mit der TV-Gemeinde oder Gästen. Anstatt auf der Couch ein Samstagnachmittagsschläfchen zu halten, sollen die Zuschauer bei "Samstag Live" mitmachen: Sie dürfen sich via Telefon oder Internet einbringen. Ganz Wagemutige dürfen gegen Ex-Bayern-Spieler und Weißbier-Kenner Mario Basler antreten - beim Ergebnis-Tipp.
"Zeit" löst "Zuender" auf
"Zuender", bei "Zeit Online" für die Jugend verantwortlich, wurde heute, am 27. Februar 2009, letztmals aktualisiert. Die Inhalte will man künftig in "Zeit Online" integrieren, um ihnen einerseits größere Aufmerksamkeit zu verschaffen und andererseits der Hauptseite einen jüngeren Anstrich zu geben. Entlassungen gebe es in diesem Zusammenhang nicht, so der Verlag gegenüber kress. "So sehr diese Nachricht in die allgemeine Krisenstimmung der Medien-Branche passen würde, kann man hier nicht von einer Schließung oder Sparmaßnahme sprechen", beteuert "Zeit Online"-Chef Wolfgang Blau in einem Blog-Eintrag. Mit vielen freien Autoren wolle man auch weiterhin zusammenarbeiten. Zwei "Zuender"-Macher seien bereits in das Online-Wahlkampfteam der Grünen gewechselt. Mit Kolumnist Markus Kavka will man auch in Zukunft zusammenarbeiten. Dem eher leisen Abschied von "Zuender" steht das viel beachtete Ende von "Zoomer.de" (kress.de vom 9. Februar 2009) gegenüber - das Newsportal geht am Freitag offline. Wie die "Zeit" gehört(e) "Zoomer.de" zur Verlagsgruppe Holtzbrinck, und wie "Zuender" sollte es die junge Zielgruppe ansprechen.
Xing vernetzt Frankfurts Messebesucher
Die Messe Frankfurt und das Business-Netzwerk Xing AG haben vereinbart, gemeinsam Online-Communities und Services für Messebesucher zu entwickeln. Zu den Veranstaltungen Musikmesse und Prolight+Sound gibt es ab sofort zwei spezielle Community-Angebote für Aussteller, Besucher und Interessenten auf Xing ("musikmesse.xing.com" und "prolight-sound.xing.com"). In den kommenden Monaten wollen die Messegesellschaft und das Online-Netzwerk weitere Produkte und Anwendungen testen und einführen. "Damit schaffen wir die Möglichkeit, auch über die Messetage hinaus kontinuierlich in Kontakt zu bleiben", erklärt Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Basis des Angebots ist das Produkt "Xing Enterprise Groups". Für die Konsumgütermesse Tendence ist ein vergleichbares Angebot geplant. Hintergrund: Der Konkurrent LinkedIn bringt Xing zunehmend in Bedrängnis, zuletzt mit einem deutschsprachigen Angebot (kress.de vom 4. Februar 2009). Die Vereinbarung mit der Messe Frankfurt kann man als Versuch Xings sehen, sein Revier zu markieren.
eBay verramscht Markenware
Der Internet-Flohmarkt eBay will im Frühjahr erste Online-Markenshops aufmachen. Im Angebot: Markenprodukte, vorrangig aus der Vorsaison oder mit kleineren Mängeln, dafür aber umso günstiger. Die Resonanz seitens der Markenindustrie sei bereits positiv, so Deutschland-Vertriebschef Stephan Zoll. Bisher hatten im eBay-Handel nur Privatpersonen und Profi-Händler Zutritt. Künftig sollen zudem täglich einzelne Hersteller jeweils eine besondere Produktauswahl, zeitlich begrenzt und für kleines Geld, feilbieten. Mit einem ähnlichen Konzept hantieren derzeit recht erfolgreich Internet-Shopping-Communitys wie BuyVIP oder Brands4Friends. Zusätzlich hat eBay neue Sicherheitstools und vereinfachte Rückgabemöglichkeiten angekündigt. Hintergrund: eBays Wachstumsmotor macht seit geraumer Zeit Zicken (kress.de vom 22. Januar 2009), neue Erlösmodelle jenseits des Flohmarkt-Prinzips sind gesucht. Im vergangenen Jahr räumte eBay daher im eigenen Laden schon kräftig auf: Stellen wurden gekürzt (kress.de vom 6. Oktober 2008), das Geschäftsmodell in Frage gestellt (kress.de vom 20. August 2008).
Bartz baut Yahoo um
Die neue Yahoo-Chefin Carol Bartz (Foto) baut das Management des Internet-Konzerns um. Der Finanzchef verlässt den Konzern. Eine neue Struktur soll schnellere Entscheidungen ermöglichen und eine "Customer Advocacy Group" Kundenwünsche in den Mittelpunkt rücken. "Wer will schon Innovationen nur um ihrer selbst willen, wenn diese das Leben nicht einfacher, effizienter und produktiver machen?", fragt Bartz in ihrem Blog-Eintrag. Doch die seit Januar amtierende Bartz reagiert nicht aus einer Position der Stärke heraus: In den vergangenen Jahren fiel Yahoo hinter seinen Konkurrenten Google zurück, im vergangenen Jahr beschäftigte sich der Konzern vor allem mit sich selbst (kress.de vom 13. Januar 2009). Konkreter als in ihrem Blog wird die Chefin in einer internen Mail ("All Things Digital"): Finanzchef Blake Jorgensen werde die Firma verlassen, einen Nachfolger suche sie noch. Bereits bekannt ist der Abgang von Marco Börries, dem Leiter der Sparte "Connected Life" (kress.de vom 27. Fabruar 2009). Die Sparte befasst sich mit den mobilen Produkten Yahoos ("Yahoo Go"). Die Bereiche Tech und Products will Bartz unter der Führung von Ari Balogh zusammenfassen und die Aufgaben von "Connected Life" in die neue Sparte integrieren. Auch geographisch räumt Bartz auf: Der Konzern kennt künftig nur noch zwei Regionen: Nordamerika und International. Das US- und Kanadageschäft führt Hilary Schneider, für das internationale Geschäfts ist man auf der Suche. Das Marketing auf Konzernebene verantwortet künftig Elisa Steele als Chief Marketing Officer (CMO). Sie wechselt am 23. März 2009 von NetApps zu Yahoo.
Ex-Giga-Mann Rick spielt künftig bei "Gameswelt.de"
Felix Rick, 29, frisch geschasster Giga-Moderator, wechselt in die Redaktion des Spieleportals "Gameswelt.de". Dort soll er ebenfalls als Moderator arbeiten und zudem die Leitung der Videoredaktion übernehmen. Während der Kölner Spielemesse Gamescom (setzte sich gegen die Leipziger Games Convention durch) bekommt er eine eigene Sendung. Rick war die letzten 6 Jahre beim TV-Sender Giga angestellt und berichtete zuletzt aus den USA - bis Giga-Eigner Premiere kürzlich den Stecker zog (kress.de vom 13. Februar 2009). Seitdem kämpft die Community um den Erhalt der Marke (kress.de vom 18. Februar 2009).
AGB-Zoff: Facebook-Nutzer haben die Wahl
Facebook-Vater Mark Zuckerberg will künftig die Nutzer des sozialen Netzwerks an grundlegenden Entscheidungen beteiligen: Über Diskussionsforen stimmen die Mitglieder über Richtlinien und Geschäftsbedingungen ab. Ab sofort kabbelt sich die Community in zwei extra eingerichteten Gruppen ("Principles" und "Rights and Responsibilities") um die Hausordnung. Nach 30 Tagen wertet Facebook alle Eingaben aus und lässt die Mitglieder abstimmen - ab einer Wahlbeteiligung von 30% aller Nutzer ist der Urnengang bindend. Entscheidungen über neue Produkte wird das Management aber auch künftig alleine fällen. Hintergrund: Kürzlich hatte Facebook ohne großes Trara eigenhändig die AGBs geändert und sich damit den Zorn vieler Nutzer zugezogen - das Unternehmen ruderte zurück (kress.de vom 18. Februar 2009).
Die Online-Etats der Woche: InteractiveMedia, Adlink, Media Contacts
InteractiveMedia, der Online-Vermarkter der Deutschen Telekom, vermarktet ab sofort die Online-Auftritte von Sony Music. Dazu gehören neben "sonymusic.de" auch die Künstler-Websites und "Musicbox.de". Der Display-Vermarkter Adlink Media übernimmt ab sofort die Onlinevermarktung des Gaming-Portals "spieletipps.de". Und Media Contacts, die digitale Schwester der Media Planning Group (MPG), gewann den Online-Etat des spanischen Fremdenverkehrsamts Turespana.
Schröder leitet Unit bei Scholz & Volkmer
Felix Schröder (Foto), 34, wechselt zu Scholz & Volkmer (S&V) und leitet eine der vier Units der rund 100-köpfigen Webagentur. Er folgt auf Peter Post, der seit Oktober 2008 als zweiter Geschäftsführer bei S&V tätig ist. Vom Wiesbadener Standort aus wird Schröder unter anderem die Etats von Swarovski, Leica und ThyssenKrupp betreuen. Der studierte Betriebswirt war zuletzt bei Jung von Matt/Limmat in Zürich Mitglied des Führungsteams und Leiter einer Beratungsunit. Er trug unter anderem die strategische und operative Verantwortung für die Kunden Mercedes-Benz, smart und Swiss International Airlines. Zu den weiteren beruflichen Stationen gehören Lowe & Partners in Frankfurt sowie Ogilvy & Mather in Frankfurt und Zürich.
Die Werbe- und Media-Etats der Woche: Grey, Omnicom, MPG
fischerAppelt furore drückt für Bertelsmanns Online-Lernplattform "scoyo" die Schulbank. Ab April läuft eine Kampagne in Print, Online und Below-the-line. Die Düsseldorfer Agentur Grey hat sich einen weiteren Markenetat des Pharmaunternehmens Whitehall-Much einverleibt und kümmert sich ab sofort um die Marke ThermaCare. Einen dicken Fisch hat sich die Omnicom Media Group geangelt: Hewlett Packard hat seinen globalen Media-Etat an das Network vergeben. Der Etat soll rund eine Mrd Dollar schwer sein, bisher lag er bei Publicis. Viva Espana: Die Media Planning Group (MPG) hat sich abermals den weltweiten Media-Etat des spanischen Fremdenverkehrsamts Turespana gesichert. Von dem 42-Mio-Euro-Budget fallen knapp 6 Mio auf Deutschland ab. Die Allianz hat sich in Sachen Mediaarbeit für Mediaedge:cia entschieden. Ab April betreut die Agentur die deutschen Allianz-Gesellschaften sowie die Allianz Global Investors. Die Online-Partneragentur Parship hat einen Teil seiner Mediaaufgaben an GFMO OMD vergeben. Das Hamburger OMD-Büro kümmert sich künftig um die Planung des Direct Response TV (DRTV) von Parship. Der klassische Media-Etat bleibt bei Carat. Bartenbach macht ein bisschen was von allem für den Finanzdienstleister Coface: Zum Auftrag gehören neben der Media-Abwicklung u.a. auch der Relaunch der Unternehmenswebsite und die gesamte Geschäftsausstattung vom Briefpapier bis zur Info-Broschüre.
Die PR- und Event-Etats der Woche: fischerAppelt, PRaffairs, MC
fischerAppelt kümmert sich vom Münchner Standort aus um die PR von Bertelsmanns Lern-Website "scoyo". Der Callcenter-Betreiber Tectum Group legt seine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit künftig in die Hände der Essener Agentur vom stein. PRaffairs freut sich über den Neukunden Envoy Medical. Die Hamburger Agentur verantwortet für den Hersteller von Hörimplantaten sowohl die Öffentlichkeitsarbeit als auch Medienkooperationen und Messebetreuung. Media Consulta (MC) hat einen dicken 3-Mio-Etat der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) eingestrichen. Über die nächsten vier Jahre konzipiert und organisiert MC europaweit Veranstaltungen wie Konferenzen, Ausstellungen und Seminare für die EU-Luftagentur.
mehr...Unverbindlich und ohne Abozwang: Testen Sie jetzt den kressreport, den 14-täglichen Branchendienst für Medienwirtschaft, Werbung und Marketing. Testphase einleiten
Sie suchen exakte Zahlen zu Printtiteln? Nutzen Sie unseren Auflagencheck!
