Kein Erfolg mit Internet-Projekten:
Bertelsmann will raus aus scoyo
Der Medienkonzern Bertelsmann hat einfach kein Händchen für Internet-Projekte. Mit geschätzten 20 Mio Euro war die Lernplattform scoyo erst im Frühjahr gestartet, noch Anfang September verkündete Geschäftsführer Ralf Schremper im kressreport den Start in den USA (kress.de vom 4. September 2009). Jetzt will das Gütersloher Mutterhaus seine Tochter loswerden. Am Freitag informierte Schremper die rund 60 Mitarbeiter: "Die bisherige Geschäftsentwicklung erreichte nicht die ursprünglichen Erwartungen." Im September hatte es noch geheißen, der Start "stimme zuversichtlich". Nun soll ein Investor für die aufwändige Lernplattform für Schüler der Klassen 1 bis 7 gesucht werden.
Zoff um deutsche "Penthouse":
Das Schicksal der deutschen Ausgabe des Männermagazins "Penthouse" steht einmal mehr in den Sternen: Der US-amerikanische Lizenzgeber General Media Communications hat dem deutschen Lizenznehmer Mountains Publishing GmbH nach kress-Infos den Vertrag fristlos gekündigt. Der Münchner Verlag hält die Kündigung für unwirksam, doch die US-Boys von General Media erwirkten eine einstweilige Verfügung (EV). Das Landgericht Frankfurt hat sie mittlerweile im mündlichen Verfahren bestätigt. Mountains Publishing darf demnach keine Hefte mehr unter dem Namen "Penthouse" herausbringen und die Marke nicht mehr verwenden. Schon die Novemberausgabe wird nicht mehr erscheinen. "Wir halten die Entscheidung für falsch", sagte Stefan Ventroni, Anwalt von Mountains Publishing, zu kress und kündigte an, vor dem OLG Frankfurt Berufung gegen die Entscheidung des Landgerichts einzulegen. Die Hintergründe des Streits lesen Sie nach dem Umblättern!
Sat.1-Boss Bolten will seinen "Mittelstürmer" stärker fordern:
"Sportfreunde Pocher" soll weitergehen
Guido Bolten (Foto), 47, Chef von Sat.1, gibt im kressreport 22/09 die Marktanteils-Devise für das kommende Jahr aus: "11% plus X". Vor allem sein neuer Mittelstürmer Oliver Pocher muss dafür noch stärker gefordert werden - möglicherweise auch durch Einsätze im Sportprogramm. Bolten schwebt eine Fortführung des kleinen Sat.1-Sommermärchens mit dem blonden Fußballhelden vor. "Er muss erst mal seine Bayern-Pleite aus dem ,Sportfreunde Pocher´-Spiel wieder gutmachen", unkt Bolten. "36% Markanteil in der Spitze ist natürlich sensationell, aber eine 0:13 Klatsche ist bitter." Ob es also ein Rückspiel - samt Verlängerung geben wird?" Wir wünschen uns das und sprechen derzeit mit den Bayern darüber" sagt Bolten. Wie der neue Vorabend bei Sat.1 aussehen könnte und was Bolten zum durchwachsenen Start von Pochers Late-Night-Show sagt...
sevenload macht in Markenkommunikation:
"Wir revolutionieren Corporate-TV"
Das Videoportal sevenload startet die "sevenload Video Site", um Marken und Unternehmen mit Bewegtbild-Kommunikation auf die Sprünge zu helfen. Dies kündigen die Portal-Chefs Axel Schmiegelow (rechts) und Andreas Heyden (links) im Gespräch mit kress an. "Mit der Kombination aus Video on Demand, Social Media und Suche revolutionieren wir das Konzept des Corporate-TV", sagt Schmiegelow. Das SVS-Paket bietet Kunden ein Videoportal im Look&Feel des Unternehmens, aber u.a. auch das Seeding der Bewegtbilder im Netz. Paradekunde BMW lässt sein Corporate-TV-Angebot bereits seit zwei Jahren von sevenload bestellen. Nun sollen mehr Markenartikler, aber auch Investitionsgüterhersteller, Versicherungs- und Finanzdienstleister angelockt werden.
Wandel zum Multimedia-Dienstleister:

Der Sport-Informations-Dienst (SID) in Neuss will sich zum Multimedia-Dienstleister entwickeln: Geschäftsführer Michael Cremer (Foto l.), 40, startet daher den neuen Video-Service SID TV und hat den fernseherfahrenen Timon Saatmann (r.), 36, als Chefredakteur engagiert. Saatmann war zuletzt als N24-Sportchef für die tagesaktuelle Berichterstattung bei dem Nachrichtensender sowie in den Nachrichten der Sender ProSieben, Sat.1 und kabel eins verantwortlich. Zum 1. Januar kommt er zu der Sportnachrichtenagentur. Neuss wird nur kurze Zeit sein Dienstort sein: Der SID zieht im zweiten Quartal 2010 nach Köln. Was Cremer mit der neuen Ausrichtung bezweckt, lesen Sie nach dem Umblättern.xxxx
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Zocker-TV:
Gericht stärkt 9Live
Erfolgreich geklagt hat der Call-In-Sender 9Live. Der Bayerischen Verwaltungsgerichtshof hat wesentliche Bestimmungen der neuen Gewinnspielsatzung der Landesmedienanstalten für unwirksam erklärt und damit die Vorschriften für Gewinnspiele im Fernsehen gelockert. Insbesondere die zeitlichen Vorgaben für die Gewinnspielsendungen seien rechtswidrig. Nicht beanstandet wurde dagegen das Verbot, Jugendliche teilnehmen zu lassen oder für Jugendliche besonders attraktive Gewinne auszuloben. 9Live begrüßte das Urteil als Sieg für die Programmfreiheit.
Der kress-Quotencheck:
Vox-Aliens schlagen die "Popstars"
Stimme verschluckt: 250.000 junge Fans, die in der Vorwoche noch Arme schwenkend vor den Fernsehgeräten mitgefeiert hatten, verweigerten an diesem Donnerstagabend der ProSieben-Castingshow "Popstars – Du & Ich" die Unterstützung. Mit aktuell 1,75 Mio 14- bis 49-jährigen Zuschauern fiel die Sendung auf einen schwachen Marktanteil von 14,3% zurück (Vorwoche: 17,4%). Gut möglich, dass viele der Fans statt auf Musikmutanten bei Vox Jagd auf Aliens machten: "Independence Day" lockte dort 2,06 Mio Werberelevante vor den Schirm. Der Marktanteil schnellte auf 17,3% hoch. Den erfolgreichen Familienabend der IP-Sender krönte der Zielgruppen-Tagessieg von "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei" (2,39 Mio jüngere Zuschauer, Marktanteil: 19,1%). Die RTL-Klassiker "GZSZ" (21,4%), "CSI: Den Tätern auf der Spur" (16,5%) und "Bones – Die Knochenjäger" (18,8%) verstopften gemeinsam mit dem Vox-Film das obere Ende des TV-Tagesrankings. Wie sich Frank Plasberg als Quizmaster schlug und wo Sat.1 die Liebe spürt, verraten wir nach dem Klick.
"Cicero": Hurek folgt übergangsweise auf Weimer
Der Vize wird zum Chef, allerdings nur vorübergehend: Markus Hurek (Foto), 37, übernimmt ab dem 1. Januar 2010 kommissarisch die redaktionelle Leitung von "Cicero". Grund: Der bisherige Chefredakteur des Debattenmagazins aus dem Ringier-Verlag, Wolfram Weimer, wird "Focus"-Chef (kress.de vom 30. Oktober 2009). Weimer soll der "Cicero"-Redaktion aber noch bis Mai 2010 beratend zur Seite stehen, ein Nachfolger für ihn wird gesucht. Beim "Focus" soll er offiziell im Herbst nächsten Jahres loslegen. Weimer hat das Magazin für politische Kultur aus dem Medienunternehmen Ringier seit der Gründung im Jahr 2004 als Chefredakteur begleitet. Mit seinem Wechsel ende bei "Cicero" die Pionierphase, so Martin Paff, Geschäftsführer von Ringier Deutschland.
Ziesemer holt neue Kolumnisten
Pünktlich zum Wechsel des "Handelsblatts" zum Tabloid-Format hat Chefredakteur Bernd Ziesemer (Foto), 55, neue Kolumnisten engagiert. Vor allem zum Thema Mittelstand soll sich fortan Berthold Leibinger äußern, der Aufsichtsratschef der Firma Trumpf. Mit Management-Themen wird sich der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Fredmund Malek befassen. Über die internationale Wirtschaft, insbesondere die Lage in den USA, schreibt der Ökonom Nouriel Roubini. Ebenfalls im Kolumnistenboot nimmt Fred Kempe Platz, früher Chef des "Wall Street Journal Europe“, jetzt Präsident der Denkfabrik Atlantic Council. Außerdem schreiben fortan Jean Pisani-Ferry, Leiter des Wirtschaftslabors Bruegel in Brüssel, und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, fürs "Handelsblatt“. Neuer Karikaturist ist Bernd Pohlenz. Das "Handelsblatt" wechselt am 2. November zum Tabloid-Format, intern "Business-Format" genannt (kress.de vom 6. September 2009). Ziesemer will seinen Lesern dann auch eine größere Dosis Meinung verabreichen: Statt einer Broadsheet-Seite stehen für pointierte Standpunkte in Zukunft drei Tabloid-Seiten zur Verfügung. Der Meinungsteil wandert zudem nach vorne und beginnt in der Regel schon auf Seite sechs.
Teilerfolg für Becker im Streit mit der "FAS"
Boris Becker (Foto) hat im Streit mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vor dem BGH einen Teilerfolg errungen. Bei der Klage von Becker ging es um die ungenehmigte Verwendung seines Fotos in einer Werbekampagne der Zeitung (kress.de vom 7. März 2007). Zur Erinnerung: Die "FAZ" hatte im September 2001 eine fiktive Titelseite erstellt, um für ihre neue Sonntagsausgabe zu trommeln. Dort tauchte auch ein Portraitfoto Beckers auf. Becker warf der "FAS" damals vor, dass sie sein Foto ohne Bericht nicht einfach verwenden dürfte und verlangte eine Lizenzgebühr. Seitdem beharken sich die Kontrahenten vor Gericht: Das Landgericht München I hatte Becker in einer ersten Verhandlung 1,2 Mio Euro zugesprochen, eine Berufung war gescheitert, wogegen die Zeitung Revision einlegte. Jetzt entschied der BGH, dass Verlage ein Foto einer Person der Zeitgeschichte ausnahmsweise auch ohne Berichterstattung verwenden dürften, um vorab "die Öffentlichkeit über die Gestaltung und Ausrichtung einer neuen Zeitung zu informieren". Das ändere sich aber, sobald die erste Ausgabe erschienen sei. Becker stehe daher eine Lizenzgebühr zu, weil die "FAS" sein Foto auch nach ihrem Launch verwendete. Über die Höhe der Entschädigung soll das OLG München entscheiden, der Streitwert liegt bei 1,2 Mio Euro.
BGH: Springer darf "Welt Kompakt" im "stummen Verkäufer" feilbieten
Bahn frei für "stumme Verkäufer": Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Zeitungsvertrieb über ungesicherte Verkaufsboxen für grundsätzlich zulässig erklärt. Das Gericht sieht darin keine ernste Gefahr für den Wettbewerb auf dem Zeitungsmarkt. Im konkreten Fall ging es um die Pläne von Axel Springer, seine "Welt Kompakt" in Berlin in entsprechenden Behältnissen für 70 Cent anzubieten. Springer habe sich verpflichtet, auf den Boxen darauf hinzuweisen, dass die Zeitung nur gegen Bezahlung entnommen werden dürfe, Diebstahl verfolgt werde und Kontrolleure im Einsatz seien. Geklagt hatten Holtzbrinck ("Tagesspiegel") und der Berliner Verlag ("Berliner Zeitung", "Berliner Kurier") mit der Begründung, die Feilbietung im "stummen Verkäufer" käme einer Gratisabgabe gleich. Zuvor waren die beiden Verlage bereits mit einer Unterlassungsklage vor dem Berliner Landgericht gescheitert.
G+J-Betriebsrat gegen "Kahlschlag" in Living-Group
Der Betriebsrat von Gruner+Jahr protestiert gegen den "Kahlschlag" in den Redaktionen der Living-Gruppe (kress.de vom 28.10. 2009). Dort fallen 18 betriebsbedingte Kündigungen an, weiteren sechs Mitarbeitern sollen Aufhebungsverträge schmackhaft gemacht werden, ein befristeter Vertrag soll nicht verlängert werden. Schluss- und Bildredaktionen werden beispielsweise an externe Dienstleister vergeben. Für Montag, den 2. November, bittet der Betriebsrat nun um 11.55 Uhr zu einer "kreativen Mittagspause" vor den Haupteingang. Man wolle der Geschäftsleitung zeigen, dass ihr Vorgehen nicht unwidersprochen bleibe. Seit 2008 sind laut Betriebsrat 354 Stellen bei G+J abgebaut worden. Auf der Einladung wird die Frage gestellt: "Kann so die Qualität der Titel wirklich aufrecht erhalten bleiben?"
Der kressreport 22/09 ist da: SID, Sat.1 und sevenload
Weiter im Bild: Der Sport-Informations-Dienst (SID) erfindet sich gerade neu und lockert die Abhängigkeit vom Textdienst durch die neuen Dienste SID TV und SID Images. Geschäftsführer Michael Cremer hat zudem Timon Saatmann als Chefredakteur engagiert und zieht mit seiner Mannschaft von Neuss nach Köln. Im aktuellen kressreport 22/09 erklärt Cremer seine Vorhaben und seine Strategie. Außerdem erfahren Abonnenten mehr über die Lage beim Süddeutschen Verlag. Auch Sat.1 hat so manches Problem: Senderchef Guido Bolten gibt sich im Gespräch mit kress selbstkritisch. Zum Kummer mit dem Freitag sagt er: "Über einen langen Zeitraum wurde hier ein trockenes Feld nicht ausreichend bewässert. (...) Aus diesem Tal müssen wir wieder heraus und den Zuschauern zeigen, dass Sat.1 am Freitagabend eine gute Alternative ist." Außerdem spricht Katharina Behrends, Deutschland-Chefin von NBC Universal, über die neue Markenstrategie des Konzerns, und kress analysiert im Saisoncheck die Erfolgskurve von "Das Supertalent". Das Videoportal sevenload will mit der "sevenload Video Site" für Marken unter Unternehmen den Corporate-TV-Markt aufrollen. Wie das gehen soll, steht ebenfalls im kressreport 22/09.
bunkverlag: Löbel löst Plank im Anzeigenverkauf ab
Johann Plank, Geschäftsführer Märkte & Erlöse im Hamburger bunkverlag, verlässt zum Ende des Jahres das Haus. Plank gehört seit der Gründung 1994 zum bunkverlag. Grund für die Trennung seien unterschiedliche Vorstellungen über die strategische Ausrichtung des Verlags gewesen. Mit Planks Austritt bekommt der Anzeigenverkauf im bunkverlag eine neue Struktur: Die Gesamtleitung übernimmt der bisherige Anzeigenleiter Helge Löbel (Foto), 38, der direkt an den Verleger Uwe H. Bunk berichtet. Kristina Rühr, 27, kriegt die Stelle der Anzeigenverkaufsleitung für den Titel "U_mag". Im bunkverlag erscheinen neben "U-mag" auch "meinKinopgrogramm" und "kulturnews".
Böttcher wird Anzeigenleiter beim Hamburger Wochenblattverlag
André Böttcher (Foto), 41, übernimmt zum 1. November 2009 die Anzeigenleitung beim WBV Wochenblattverlag und ist in dieser Funktion für den Anzeigenverkauf beim "Hamburger Wochenblatt" verantwortlich. Er war in den vergangenen 15 Jahren in verschiedenen leitenden wie auch beratenden Positionen der Medienvermarktung sowie des Verlagsmanagements tätig. Die Anzeigenzeitung "Hamburger Wochenblatt" erreicht im Kombiverbund mit Partnerverlagen wöchentlich mehr als 1,1 Mio. Haushalte in der Hansestadt. Der WBV Wochenblattverlag ist Teil der Axel Springer AG.
Die Bauer Media Group hat ihre Yellows "Neue Post", "Das Neue Blatt" und "Das Neue" unter der Marke "Premium Yellows" zusammengefasst und bekennt sich offensiv zu der Zeitschriftengattung. In einer Sonderveröffentlichung, die dem aktuellen kressreport 22/09 beiliegt, informiert das Verlagshaus jetzt über die neue Strategie, den Yellow-Markt und die gesellschaftlichen Funktionen dieser Zeitschriften. Aus dem Inhalt: Nachrichtenmann Marc Bator erklärt in einem Beitrag, warum er gerne Yellows liest, der Marketingexperte Ralph Ohnemus sagt, warum sie mehr als Klatsch und Tratsch bieten, und Steffen Burkhardt von der Hamburg Media School analysiert die Geschichte der Gattung: "Wer heute mit Blick auf die Yellows den Niedergang des Journalismus beklagt, übersieht die historischen Fakten: Die Yellow- und Boulevard-Presse bildet die Wiege des Journalismus." Unsere Abonnenten bekommen die zwölfseitige Sonderveröffentlichung zusammen mit ihrem kressreport zugeschickt.
Um das PDF herunterzuladen, hier klicken ..."Rolfe" sitzt nicht mehr in der "Topmodel"-Jury
Schlechte Nachrichten für die Fans von "Germany's next Topmodel": Juror Rolf Schneider (Foto, l.), alias "Rolfe", wird in der fünften Staffel nicht mehr dabei sein. Das bestätigte Schneider gegenüber der Nachrichtenagentur ddp. Grund seien zeitliche Engpässe: "Es ist kein Rausschmiss", so Schneider zur ddp. Wer seinen Platz in der Jury einnehmen wird - unklar. Schneider hatte einst den Jury-Sitz von Bruce Darnell übernommen, der mittlerweile in der Jury von "Das Supertalent" bei RTL sitzt. Die von "bild.de" gemeldete Verschiebung der Sendung wird von ProSieben nicht bestätigt. Die Bewerbungsphase laufe nach wie vor diesen Herbst, Sendestart sei Frühjahr 2010. Als Vorgeschmack lässt ProSieben derzeit die Reality-Soap "Topmodel WG" mit den einstigen Verliererinnen der Casting-Show produzieren (kress.de vom 3. Oktober 2009).
"SZ" setzt auf Edelmetall: Kostenpflichtige iPhone-App "SZ Gold" startet
Die "Süddeutsche Zeitung" plant die Einführung von Bezahlinhalten im Internet und auf mobilen Endgeräten. Ab Mitte November soll jeweils eine kostenlose und eine kostenpflichtige iPhone-App zum Download bereitstehen. Die Version "Gold" bietet für 1,59 Euro im Monat mehr Services als die "Basic"-Variante. Arbeitsgruppen diskutieren derzeit zudem, ob den Lesern der gedruckten "SZ" ein Premiumabo schmackhaft gemacht werden soll, das etwas mehr kostet und mehr Funktionen wie Personalisierungsmöglichkeiten auf der Website bietet. Mit Artikeln aus der gedruckten Zeitung will "sueddeutsche.de"-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs (Foto) noch restriktiver als bisher umgehen. "Wir müssen mit dem bodenlosen Verschleudern unserer Inhalte aufhören", sagte er gegenüber kress.
Auch Döpfner macht ernst: "B.Z."-iPhone-App kostet Geld
Axel Springer hat eine iPhone-App für das Hauptstadt-Boulevardblatt "B.Z." gestartet. Neben News und Bildergalerien bietet die Anwendung eine "Floating Navigation", mit der Nutzer durch die Berliner Bezirke navigieren und dank Geo-Positionierung lokale News abrufen können. Die App gibt's bis Jahresende zum Einstiegspreis von 79 Cent, 2010 stellt Springer auf ein Abo-Modell um. Damit lässt Springer-Boss Mathias Döpfner (Foto) seiner Ankündigung vom August Taten folgen. Damals hatte verkündet, Springer-Apps künftig nur noch gegenGeld anzubieten (kress.de vom 13. August 2009).
Vertical Network Media und Moviepilot starten Filmfan-Website
Neue Anlaufstelle für Filmfans im Netz: Vertical Network Media und Moviepilot haben am Freitag die Website "wirliebenfilme.de" scharf geschaltet. Die Seite ist als vertikales Netzwerk aufgebaut, das Inhalte verschiedener Partnerseiten sammelt und gemeinsam vermarktet. Zum Start an Bord: "moviepilot.de", "film-zeit.de", "critic.de" und "fuenf-filmfreunde.de". Vertcial Network Media kümmert sich um Adtechnology und Admanagement sowie die Anbindung bei Nielsen, IVW und Agof. Die erste IVW-Ausweisung ist für November 2009 geplant, Agof folgt im 2010. Die Vermarktung teilen sich die beiden Partner, wobei Moviepilot sich um Werbungtreibende aus der Filmwirtschaft kümmert und Vertical Network Media Lifestyle-Marken ins Boot holen will. Der TV-Kanal von "wirliebenfilme.de" ist offen für sämtliche Formate der Bewegtbildwerbung. Hintergrund: Vertical Network Media wurde im September 2008 mit Sitz in München gegründet, Muttergesellschaft ist die Wunder Media GmbH. In diesem Jahr brachte das Unternehmen bereits die Verticals "Just2Guide" und "Sozene" ins Netz (kress.de vom 25. August 2009). Zuständig für's Bewegtbild ist übrigens Peter Christmann, ehemals Vorstand Marketing und Vertrieb bei ProSiebenSat.1 und seit April Gesellschafter bei Vertical Network Media.
Neuhaus stößt zu Neue Digitale/Razorfish
Axel Neuhaus (Foto), 35, ist ab sofort Teamleiter in der Kundenberatung bei der digitalen Kreativagentur Neue Digitale/Razorfish - die Stelle schimpft sich Group Account Director. Neuhaus war zuletzt Management Supervisor bei Red Urban, davor arbeitete er als Projektmanager Marketing, Kommunikation und Internetmarketing bei Volkswagen. Mit Neuhaus besetzt Neue Digitale/Razorfish eine von derzeit 15 offenen Stellen. Hintergrund: Neue Digitale wurde 1998 gegründet, seit August 2006 gehört sie zum US-Netzwerk Razorfish. Razorfish seinerseits wurde diesen Sommer von Microsoft an Publicis veräußert (kress.de vom 9. August 2009). Neue Digitale/Razorfish hat ihren Hauptsitz in Frankfurt und eine Dependance in Berlin.
Facebook lässt Nutzer neue "Privacy Policy" kommentieren
Facebook hält konsequent an seiner Strategie fest, die Nutzer mehr in die Gestaltung und Verbesserung der Community einzubeziehen. Nachdem die Nutzer im April bereits die neuen Zahlungsbedingungen kommentieren durften (kress.de vom 4. Juni 2009), können sie ihren Senf ab sofort zur neuen "Privacy Policy" abgeben. Die Einstellungsmöglichkeiten für private Daten wurden einfacher formuliert, um für mehr Transparenz zu sorgen. Darunter fallen auch die Einstellungen für personalisierte Werbung. Bis 5. November können Mitglieder die neuen Regelungen auf der Facebook-Steuerungsseite kommentieren. Bisher beschweren sich die Nutzer allerdings hauptsächlich über die neue Anzeige des News-Feeds.
"Softer Relaunch": Burda benennt Lycos iQ in CosmiQ um
Burda verpasst der Wissens-Community Lycos iQ einen Relaunch und einen neuen Namen: Ab sofort firmiert die Site unter CosmiQ. Zuständig ist das Media Innovation Lab (I-Lab), das zudem mobile Applikationen plant. Beim Relaunch will das I-Lab auf die Nutzer hören: "Wir werden die Site soft relaunchen und weiterentwickeln. Dabei legen wir viel Wert auf die Urteile der sehr gefestigten und aktiven Community. Wenn den Usern Änderungen nicht gefallen, nehmen wir sie zurück", so Uli Hegge, Geschäftsführer des I-Lab. Auch beim Namen durften die Community-Mitglieder ihren Senf dazu geben und abstimmen. Hintergrund: Burda hatte Lycos iQ im Juni dem strauchelnden Konzern Lycos Europe abgekauft (kress.de vom 13. Mai 2009). Laut Burda zählt CosmiQ monatlich 9 Mio Visits, täglich würden 2.000 Fragen gestellt.
Die Online-Etats der Woche: Bauer vermarktet "tvtv.de" mit "tvmovie.de"
Bauer Media Online, Online-Vermarkter der Bauer Media Group, kooperiert mit tvtv Services und vermarktet ab sofort das EPG-Angebot "tvtv.de" gemeinsam mit seinem "tvmovie.de". Die ad agents haben die Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer (Trigema) doppelt überzeugt und zeichnen ab sofort neben dem Suchmaschinenmarketing auch für die Suchmaschinenoptimierung des Unternehmens verantwortlich.
Lutz zieht in die defacto-Führungsebene ein
André Lutz (Foto), 38, zieht in die Fürhungsebene der Dialogmarketing-Agentur defacto.gruppe ein. Er ist ab sofort neben Jan Möllendorf zweiter Geschäftsführer bei defacto.kreativ in Erlangen. Lutz war bei defacto zuletzt für internationale Geschäfte und das Segment Automotive zuständig. Davor arbeitete er u.a. im Marketing von Hugo Boss und Ford. defacto-Mitinhaber Möllendorf hatte sich seit Juli verstärkt um die neu gegründeten Niederlassungen in Düsseldorf und Hamburg gekümmert - Lutz schließt jetzt die so entstandene Lücke.
Die Werbe- und Mediaetats der Woche: Ogilvy schnappt sich UPS
Ein großes Paket: Ogilvy hat sich den über 200 Mio Dollar schweren globalen Etat von UPS gesichert. Zuletzt waren noch EuroRSCG und Y&R im Rennen, JWT hatte sich zurückgezogen. Die Zusammenarbeit beginnt Anfang 2010. Scholz & Friends hat die Mercedes-Benz Vertriebsorganisation Deutschland von sich überzeugt und konzipiert für 2010 eine deutschlandweite Kampagne für die gewerblichen Transporter des Autobauers. Die Holtzbrinck-Tochter "experteer.de" will's wissen und setzt neben Print und Online erstmals auf TV. In Sachen Kreation vertraut "experteer.de" auf die Münchner Agentur For Sale. Gemeinsam zum Erfolg: Die Hamburger Kommunikationsagentur Bönig & Co. und die Werbeagentur Glasmeyer, Jung, Schreiter aus Kiel teilen sich den Etat für die Imagekampagne "play golf - have fun" des Deutschen Gold Verbands e.V. Der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen spannt die Stuttgarter Agentur Panama für seine Image-Kampagne an, Start ist Januar 2010. Die Werbeagentur Selinka-Schmitz überzeugte unterdessen Schwarz Pharma Deutschland und kümmert sich um die Kommunikation zur Markteinführung zweier Antibiotika. Einen Media-Etat gab's auch: Mediaplus hat den Herrenausstatter Eckerle überzeugt und zeichnet für die Planung der Radiokampagne zum 60. Unternehmensgeburtstag verantwortlich.
Spotschau: Das Altglas-Entsorgungs-Spiel
Neues von der Fun Theory: Wie bringt man Menschen dazu, ihr Altglas artgerecht zu entsorgen? Indem man es als Spiel inszeniert! DDB Stockholm hat die Idee als weitere Folge der Volkswagen-Initiative ausgeheckt, die Menschen mittels Spaß dazu bringen will Gutes zu tun. Haben Sie auch eine Idee? Dann schnell einreichen unter www.thefuntheory.com (seit Freitag online) - zu gewinnen gibt's 2.500 Dollar. In den ersten beiden Filmen heckten die schwedischen Kreativen die tiefste Mülltonne der Welt und die Piano-Treppen aus. Sinn der Kampagne ist letztlich: Wie bringe ich Menschen dazu, umweltfreundliche Autos zu fahren?
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