EA streicht Jobs, kauft Playfish und gräbt Medal of Honor aus
Electronic Arts (EA) kommt nicht aus den roten Zahlen. In dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal fuhr der Spieleriese aus den USA einen Verlust von satten 391 Mio Dollar ein, im Vorjahreszeitraum stand ein Minus von 310 Mio Dollar zu Buche. Auch der Umsatz schwächelt: Die Erlöse gingen um knapp 12% auf 788 Mio Dollar zurück - trotz Goldesel wie “FIFA 10” , “Madden NFL 10” oder “Need for Speed: Shift“, die sich alle im Berichtszeitraum millionenfach verkauften. Die zuvor so krisenfeste Computer- und Videospieleindustrie hatte in diesem Jahr vor allem in den USA nix zu lachen. Die Umsätze gingen teilweise drastisch zurück. Sony und Nintendo haben jüngst mit Preissenkungen bei der PS3 bzw. Wii versucht, das Geschäft wieder anzukurbeln. Das könnte EA und anderen Publishern im laufenden Quartal zu Gute kommen. EA-Boss John Riccitiello macht seine eigenen Hausaufgaben und steuert mit einer weiteren Sparrunde gegen den Abwärtstrend: 1.500 Arbeitsplätze fallen weg - das sind knapp 17% der Jobs. Zudem seien zwölf Spiele-Projekte bereits eingestampft worden. Warum EA die Uralt-Action-Serie “Medal of Honor” wieder auferstehen lassen will und warum man in Krisen-Zeiten viel Geld für den Kauf der Social-Gaming-Größe Playfish ausgibt, lesen Sie bei bartlspielt.de.


Der Betreiber des Internet-Netzwerkes SchülerVZ und der mutmaßliche Erpresser haben sich offenbar kurz vor dessen Festnahme auf die Zahlung eines Betrages geeinigt. Das berichtet der "stern" vorab. Der mutmaßliche Erpresser sagte demnach bei der Polizei aus, dass beim Gespräch mit SchülerVZ sogar ein Vertragsentwurf aufgesetzt worden sei. Auch die Betreiberfirma VZnet habe der Zahlung von 80.000 Euro zugestimmt, sofern der mutmaßliche Erpresser auf die Forderungen der Firma eingehe. Erst als dieser sich weigerte, 17 Computer-Adressen von Nutzern preiszugeben, die auch im Besitz der von ihm ausgespähten Daten seien, habe VZnet die Polizei gerufen. Der mutmaßliche Erpresser wurde daraufhin wegen versuchter Erpressung festgenommen. VZnet bleibt laut "stern" bei der Darstellung, dass niemals "Angebote finanzieller Art" gemacht worden seien.
Vorstandschef Mathias Döpfner (Foto) hat am Mittwoch die Quartalszahlen der Axel Springer AG mit breiter Brust präsentiert und auch im Hinblick auf die Gesamtentwicklung der Wirtschaft und der Medienbranche in Optimismus gemacht: "Wir haben den tiefsten Punkt des Tals hinter uns", sagte Döpfner mit Verweis auf positive Konjunkturprognosen, die Entwicklung der Stellenmärkte und die "politische Gesamtsituation" vor allem in Deutschland. Für 2010 kündigte der Springer-Chef eine Ergebnissteigerung gegenüber 2009 an. Außerdem werde sein Haus noch im laufenden Jahr 20 Mio Euro in "antizyklische Marketingaktivitäten" investieren. Sie sollen den Titeln der "Bild"- und der "Welt"-Gruppe zu Marktanteilsgewinnen verhelfen. Wie sich Springer im dritten Quartal geschlagen hat, lesen Sie nach dem Umblättern!
Bertelsmann hat im dritten Quartal sein operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 284 Mio Euro gesteigert. Der Umsatz ist derweil um 4,5% auf 3,6 Mrd Euro gesunken. Der Konzerngewinn stieg von 15 auf 87 Mio Euro. Verantwortlich für den Lichtblick sind die Sparmaßnahmen in Höhe von mehr als 900 Mio Euro in diesem Jahr. Von Januar bis September steht allerdings weiter ein Minus vor den Zahlen: Der Umsatz sank um 6,6% auf 10,8 Mrd Euro, das operative Ergebnis um 175 Mio auf 759 Mio Euro. Unter dem Strich bleibt ein Verlust von 246 Mio Euro - im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Gewinn von 387 Mio Euro gemacht.
Das Deutsche Sportfernsehen hört im kommenden Jahr auf den Namen Sport1 und kommt ohne Erotik daher. Das Mutterunternehmen Constantin Medien bastelt weiter an seiner kriselnden Sport-Sparte. Die neue Dachmarke Sport1 wollen die Münchner voraussichtlich im ersten Quartal 2010 sowohl für ihr Internet-Sportangebot "Sport1" sowie für das DSF verwenden, Logo und Claim sind noch in der Mache. Der Sportsender soll mit zehn neuen Formaten (Motormagazine, Dokureihen, Sport-Entertainment) seinen Marktanteil steigern. Constantin verspricht mehr als 1.100 Stunden Live-Sport (ein Plus von 10% gegenüber 2009). Die Erotik-Call-in-Schiene um 23 Uhr wird gestrichen - auch Arbeitsplätze fallen weg.
Die Agenturgruppe fischerAppelt gründet zum 1. Januar 2010 die PR-Agentur fischerAppelt, relations. Sie geht aus der bisherigen fischerAppelt Kommunikation hervor. Die Leitung übernimmt Andreas Vill (Foto) als Sprecher der Geschäftsführung, weitere Geschäftsführer sind Sabine Seifert, Lars Cords und Andreas Haas. Die Unternehmensgründer Andreas und Bernhard Fischer-Appelt wechseln zu Jahresbeginn in den Vorstand der ebenfalls neu gegründeten fischerAppelt AG. Bisher trug die Mutter-Holding den Namen Everpublic. Die Brüder Fischer-Appelt wollen sich in ihrer neuen Position auf gruppenübergreifende Aufgaben und die Zusammenarbeit zwischen den Einzelagenturen konzentrieren, aber auch weiterhin eigene Mandate betreuen und an einzelnen Projekten operativ mitarbeiten. Die Führungsriege von fischerAppelt, relations besteht aus langjährigen Mitarbeitern - umblättern!
Last Exit, Finsdorf: Die ProSieben-Serie "Stromberg" musste in der zweiten Woche kräftige Zuschauereinbußen hinnehmen, hat aber endlich ihren Sendeplatz gefunden. Mit Marktanteilen von 16,2% bzw. 13,1 besserte der Außendienstler die Senderbilanz auf. Katerstimmung herrschte dagegen nach dem Mauerfall: Sat.1 bekam das schmerzhaft zu spüren und konnte für die müde zu belächelnde deutsch-deutsche Zeitreisekomödie "Küss mich, Genosse!" nur 1,85 Mio Zuschauer, darunter lediglich 1,12 Mio Jüngere, auf die Couch tackern. Mit einem miesen Zielgruppen-Marktanteil von 8,5% musste sich Sat.1 dabei sogar Klein-Konkurrenten wie RTL II oder kabel eins geschlagen geben. Den Bogen überspannt hatte offenbar auch das ZDF: Für die neue fünfteilige Doku-Reihe "Sternstunden der Deutschen" interessierten sich zur besten Sendezeit lediglich 2,63 Mio Zuschauer ab drei Jahren, darunter 830.000 Jüngere (Marktanteil: 6,4%). Völlig frei von Teutonentümmelei sicherte sich RTL mit "Dr. House" (3,61 Mio Werberelevante, Marktanteil: 26,7%) den Zielgruppen-Sieg. "CSI: Miami" schnitt nicht nur bei 3,16 Mio Jüngeren toll ab, sondern verbuchte mit 5,42 Mio Zuschauern ab drei Jahren einen Überfliegerwert beim Gesamtpublikum. Wie RTL den Nachmittag aufmischt, erfahren Sie nach dem Klick.
Torsten-Jörn Klein, Mitglied des Gruner Jahr-Vorstands, holt sich Verstärkung für sein jüngst gewachsenes Ressort G+J International: Bernd Rademann (Foto), 42, übernimmt ab 1. Januar 2010 den Posten als COO und Executive President G+J International. Er war bisher CEO der Adria Media Serbia, einem Joint Venture der Sanoma Magazines International und G+J. Rademanns Job in Serbien macht Alexander Teutsch, 38, bisher Director Business and Strategy International. Stefan Gneuss, 43, bislang stellvertretender Verlagsleiter und Director Business and Strategy, wird zu Jahresbeginn CFO und Executive Vice President G+J International. Zur Erinnerung: G+J hatte der Sparte International das Frankreich-Geschäft zugeteilt, Frankreichchef Fabrice Boé hat G+J zum 1. Oktober verlassen (
Die junge Hamburger Verlagsgründung Untitled Verlag und Agentur GmbH & Co. KG übernimmt zum Dezember die Fachzeitschrift "Photographie" von der Düsseldorfer VVA Verlagsgruppe. Personell ändert sich nichts: Die Redaktion um Chefredakteur Frank Späth (
Der Branchendienst "text intern" bekommt drei neue Gesellschafter: Neben der bisherigen Eignerin und Geschäftsführerin Regina Hornung steigen Manfred Lehmann, Inhaber der Druckerei LTV Digitaler Offset-Druck, Wilhelm Jacob, ehemaliger Geschäftsführer bei Gruner + Jahr, und Rechtsanwalt Nikolai Klute von der Kanzlei .rka beim Text Verlag ein. Das Trio hält künftig 90% der Anteile. Als Berater wirkt Christian Personn (Foto), ehemaliger Chefredakteur von "Frau von Heute".
Durch den Währungswechsel bei der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) ist die TV-Sehbeteiligung um 2,8 % gewachsen. Seit Anfang Juli werden mit der neuen Messtechnik TC score erstmals auch die Außerhaus- und die zeitversetzte Nutzung des Fernsehens erhoben. Bisher sind allerdings noch nicht alle Panel-Haushalte umgerüstet, rund ein Viertel steht noch aus. Erste Ergebnisse zeigte RTL-Medienforscher Matthias Wagner auf dem AGF-Forum. Die meiste Außerhaus-Nutzung findet demnach am Samstag statt - hier beträgt der Zuwachs der Sehbeteiligung 3,6 %. Der Montag ist mit 1,7 % Plus der Wochentag mit der geringsten Außerhaus-Nutzung. Die zeitversetzte Nutzung verteilt sich dagegen gleichmäßig auf alle Wochentage. Die Sender mit den stärksten Zuwächsen sind Euronews (9,3 %), DSF (7,0 %), Eurosport (4,8 %), NDR Fernsehen (4,4 %) und Das Erste (4,1 %). Fußball- und andere Sportübertragungen sowie Unterhaltungsshows sind die Genres, die am meisten außer Haus geschaut werden. Daily Soaps erfreuen sich der stärksten zeitversetzten Nutzung. Mehr zu den Details am Freitag im neuen kressreport 23/09.
Einfach nur Lizenzware abnudeln war gestern: Mit "Cartoon Network Beatbox" startet der Pay-TV-Sender aus dem Hause Turner Broadcasting System, der unter anderem über Sky oder Kabel Deutschland zu empfangen ist, bereits die dritte deutsche Eigenproduktion. Ab 19. Dezember erklärt Robeat (Foto), der amtierende deutsche Vizemeister im Beatboxen, dem jungen Publikum, jeweils samstags um 19.15 Uhr, wie man ohne jedes Instrument Mama und Papa zur Verzweiflung bringt. Nach dem "Cartoon Network Dance Club" mit Delef D! Soost und der Kochshow "Cartoon Network Topfrocker" setzt Programmchefin Anke Greifeneder, die von MTV kam, erneut auf junge Schulhof-Credibility.
Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hat Insa Sjurts (Foto) einstimmig zur Vorsitzenden der Kommission gewählt. Sjurts ist seit 2002 Mitglied der KEK und wirkte schon von 2007 bis 2009 als deren Vorsitzende. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Hans-Dieter Lübbert. Zur vorzeitigen Neuwahl kam es, weil der bisherige Vorsitzende Peter M. Huber (
Die französische Beteiligungsgesellschaft Axa Private Equity kauft den Shopping-Sender HSE 24. Das hat der Gläubigerausschuss der Arcandor-Gruppe am Dienstag entschieden. "Mit dem Verkauf des Shoppping-Senders können wir unmittelbar rund 500 Arbeitsplätze sichern", sagte der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Axa zahlt laut Unternehmenskreisen einen niedrigen dreistelligen Mio-Betrag für die Tochter der insolventen Versandhandelsgruppe Primondo. Mit einem Netto-Umsatz von 352 Mio Euro hat HSE24 im Kalenderjahr 2008 seinen Umsatz um rund 10% gesteigert.
Rupert Murdochs News Corp. hat ihre Beteiligung am Bezahlsender Sky Deutschland von 30,5% auf 39,96% aufgestockt. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) stimmte der Erhöhung zu. News Corp. hält die Beteiligung an Sky mittelbar über die News Adelaide Holdings.
Patrick Wölke (Foto), 35, wird zum 1. Dezember Director Programming bei der Burda Style Group und ist ab dann für die inhaltliche Steuerung und die Weiterentwicklung aller Online-Angebote verantwortlich. Wölke war zuvor acht Jahre bei AOL, zuletzt als Head of Programming & Marketing für die Entwicklung des europäischen Produkt- und Portalgeschäfts zuständig. Bei Burda unterstützen ihn
Falko Ossmann (Foto), 42, übernimmt ab sofort die Leitung New Media Auto, Computer und Sport bei Axel Springer. In der neu geschaffenen Position verantwortet er alle digitalen Aktivitäten der Verlagsgruppe, wird zudem Mitglied der Geschäftsführung sowie zweiter Geschäftsführer der Computerbild Online Dienstleistungs-GmbH. Er berichtet an Hans Hamer, Verlagsgeschäftsführer Auto, Computer und Sport. Ossmann übernimmt die neue Position bis auf weiteres zusätzlich zu seinen Aufgaben als Chefredakteur von "computerbild.de". Bevor er zu Axel Springer kam, war Ossmann stellvertretender Chefredakteur bei Computec Media und leitete dort u.a. das Magazin "SFT".
RTL II schaltet ein Video-On-Demand-Angebot frei. Ab sofort stellt der Münchner Sender unter "
Der TV-Magazin-Ableger der "Süddeutschen Zeitung" ist künftig mit einem
Die Agenturgruppe Leagas Delaney expandiert nach China: Das Büro in Shanghai geht mit zwei Kunden an den Start - welche das sind, verrät die Agentur noch nicht. Zudem arbeitet die Agentur bereits an diversen Pitches. Sinn und Zweck des Büros in Shanghai ist neben der Neukunden-Gewinnung vor Ort auch die Betreuung internationaler Kunden wie Timberland oder Skoda auf dem asiatischen Markt. Der Schwerpunkt der Agentur liegt beim Digitalgeschäft. Managing Partner von Leagas Delaney Shanghai ist der Däne Jacob Johansen, der bereits seit sieben Jahren in China lebt. Zuletzt war er Managing Director der lokalen Agentur DMG.
Not macht erfinderisch: ProSiebenSat.1 probiert ein neues Werbeformat aus, erdacht von SevenOne Media und der SevenOne AdFactory. Künftig können Werbungtreibende in Form eines Splitscreens innerhalb von Image-Trailern der P7S1-Sender werben. Den Anfang macht BMW auf Sat.1: Am 12. November läuft in der Werbepause des Spielfilms "Die Chroniken von Narnia" ein "Colour your life"-Trailer mit einem Split zum BMW X1. Der Spot sei im Look & Feel der Sat.1-Imagekampagne gehalten. Die Werbung in der Werbung läuft bis einschließlich 20. November. 


