Showdown beim ZDF:
Chefredakteur Brender muss gehen
Der ZDF-Verwaltungsrat gibt Nikolaus Brender (Foto), 60, den Laufpass. Im Gremium kam keine erforderliche Mehrheit für eine Vertragsverlängerung Brenders zusammen. Das meldet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck. Für Brender haben laut Beck sieben der 14 Mitglieder gestimmt, für eine Verlängerung wären jedoch neun Stimmen erforderlich gewesen. Brenders Amtszeit läuft damit Ende März 2010 aus. Es habe keine stichhaltigen Argumente gegen Brender und auch keine sachliche Begründung gegeben, kritisierte Beck, der auch Vorsitzender des Verwaltungsrats ist. ZDF-Intendant Markus Schächter sagte am Freitag in Berlin, er bedauere das Ergebnis außerordentlich: "Ich habe kein Verständnis dafür, dass sogar mein mit Nikolaus Brender abgestimmter Versuch, die festgefahrene Situation durch einen Kompromiss zu lösen, nämlich eine verkürzte Beauftragung bis Januar 2012, nicht mehrheitsfähig war." Schächter sagte, er sei mit dem Verwaltungsrat übereingekommen, noch vor dem Jahreswechsel in einer Sondersitzung einen Chefredakteur zu berufen. Als heißer Kandidat für die Brender-Nachfolge gilt Peter Frey, Noch-Leiter des Hauptstadtstudios des ZDF.
"Unterschiedliche Auffassungen":
Bauer trennt sich von Fritzenkötter
Die Bauer Media Group trennt sich von ihrem Kommunikationschef Andreas Fritzenkötter (Foto), 51. Grund sind laut Mitteilung des Verlagshauses "unterschiedliche Auffassungen über die Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe". Die Leitung der PR werde "aktuell nicht neu besetzt". Die operativen Aufgaben übernimmt Berit Sbirinda, stellvertretende Leiterin Unternehmenskommunikation. Fritzenkötter war über zehn Jahre Oberkommunikator von Bauer, er wird nur noch wenige Tage im Unternehmen sein und dann freigestellt. Er wolle weiterhin in der Medien- und Kommunikationsbranche arbeiten, sagt er zu kress. Was Bauer dem scheidenden Kommunikationschef mit auf den Weg gibt, lesen Sie nach dem Umblättern!
Lochthofen wehrt sich gegen Ablösung bei der "TA":
"Sippenhaft wie bei den Nazis"
Sergej Lochthofen, gerade abgelöster Chefredakteur der "Thüringer Allgemeine", Erfurt, wirft der WAZ-Gruppe Nazi-Methoden vor. Gegenüber "Spiegel Online" sprach er von "Sippenhaft wie bei den Nazis". Hintergrund: Auch seine Frau Antje-Maria Lochthofen, stellvertretende Chefredakteurin bei der Zeitung, verliert ihren Posten. Die WAZ-Gruppe hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass Paul-Josef Raue, 59, Chefredakteur der "Braunschweiger Zeitung", zum Jahreswechsel die Leitung der ebenfalls zum Konzern zählenden "TA“ bekommt. In einer Mitteilung hieß es, Lochthofen solle "nach dem Wunsch der Geschäftsführung eine andere Aufgabe innerhalb der WAZ Mediengruppe übernehmen, die seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht." Daraus wird jetzt wohl nichts. Raues Nachfolger in Braunschweig wird zunächst kommissarisch der stellvertretende Chefredakteur Stefan Kläsener, 45. Hintergründe gibt es nach dem Umblättern!
Umzug von Hamburg nach München:
Bauer bündelt mit sofortiger Wirkung die Redaktionen der Living-Blätter "Wohnidee" und "Laura Wohnen Kreativ" und verlagert sie nach München. Vera Marquardt-Schween (Foto) übernimmt zusätzlich zu ihrer Position als Chefredakteurin der "Wohnidee" die Geschäftsführung der neu gegründeten Bauer Interior GmbH. Claudia Durian, bisher bei "Zuhause Wohnen" (Jalag), wird Marquardt-Schweens Stellvertreterin, Chefredakteurin von "Laura Wohnen Kreativ" bleibt Elke Wagner. Der Umzug nach München ermöglicht laut Bauer eine "engere Bindung an Partner und Kunden". Was das genau bedeutet, verrät der Verlag nicht. Unklar ist zudem, wie viele der betroffenen 25 Mitarbeiter überhaupt mit nach München gehen - umblättern!ssss
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"Gala", "Brigitte" und Co. bald im App Store:
Der große Run auf die kleinen Apps
Auf die Nutzer von Smartphones warten allein in Apples App Store bereits 100.000 Anwendungen. Nun rollt auf die iPhone-Gemeinde eine Welle von Apps aus Verlagen zu. Allein Gruner+Jahr hat drei Anwendungen in petto. Nach der "stern.de"-App und der gerade gestarteten "Kino.de" folgen die Marken "Gala", "FTD" und "Brigitte" mit eigenen Apps. "Der Kanal Mobile entwickelt sich leise zum Standard", sagt Oliver von Wersch (Foto), der Leiter Mobile bei G+J Electronic Media Sales. G+J hat in die Vermarktung von Mobile Media investiert und zuletzt die Zweitvermarktung der Websites im Portfolio von RTL-Vermarkter IP Deutschland übernommen (kress.de vom 19. November 2009). Was Apple mit dem iPhone gelungen sei, "ist bahnbrechend", sagt Mobile-Experte von Wersch. "Es hat einen sehr nischigen Markt zu signifikanten Reichweiten gebracht. Die große Aufmerksamkeit ist voll gerechtfertigt." Was sich sonst noch in der App-Economy tut - umblättern!
Public Viewing mit Model-Casting:
ProSiebenSat.1 geht ins Live-Entertainment
Um die Abhängigkeit vom TV-Werbemarkt zu verringern, will ProSiebenSat.1 zunehmend neue Geschäftsfelder erschließen. Hans Fink (Foto), Chef der Konzerntochter Starwatch Music, bereitet den Einstieg ins Live-Entertainment vor. Ebenso wie beim gemeinsamen Musiklabel sucht er dafür den Schulterschluss mit dem bewährten Partner Warner Music. Zusammen mit dessen Tochter Neuland Concerts entwickelt Fink zurzeit Veranstaltungskonzepte, die 2010 die Stärken der Senderfamilie live ausspielen sollen. "Wir haben jede Menge Ideen für Shows, die es so bisher nicht gibt. Drei bis vier größere Events dürften im nächsten Jahr dabei herauskommen", so Fink zu kress. Damit sich das Ganze wirtschaftlich lohnt, sollen die Veranstaltungen seriell angelegt sein. Ein Paradebeispiel sind Public-Viewing-Events zu "Germany's next Topmodel". Was Fink noch plant - umblättern!
Ausbau des Online-Netzwerks:
IP vermarktet "Toggo.de"
"Die großen Etats werden immer stärker auf die großen Player konzentriert", sagt Paul Mudter (Foto), Geschäftsleiter Interactive des RTL-Vermarkters IP Deutschland, im kress-Gespräch. Daher heißt sein Ziel für 2010 Wachstum und Reichweitensteigerung. Ein wesentlicher Schritt in die Breite gelingt ihm zum 1. Januar mit Hilfe der eigenen Familie: Nach sechs Jahren in Eigenvermarktung gibt Super RTL sein Kinderportal "Toggo.de" in die Hände der IP. Mit 3,4 Mio. Visits und 136,7 Mio. PIs (IVW Oktober) ist die Seite einsamer Marktführer unter den Kinder- und Jugendangeboten. 2003 hatte sich Super RTL von der damaligen IP Newmedia verabschiedet, da man im Sender mit den erzielten Online-Erlösen nicht zufrieden war. Was der neue Mandant für Mudters Strategie bedeutet - umblättern!
Viertes Quartal "überraschend gut":
P7S1 sieht Erholung auf dem Werbemarkt
Das laufende vierte Quartal entwickle sich "überraschend gut". ProSiebenSat.1-Boss Thomas Ebeling rechnet mit einer Erholung des Werbemarkts. Der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe) sagte er in einem Interview, es sei nicht ausgeschlossen, dass der Umsatz in den letzten drei Monaten 2009 im deutschen Geschäft das Vorjahresniveau erreiche. Im Gesamtjahr 2009 dürfte der Rückgang daher mit 14% etwas geringer ausfallen als die ursprünglich prognostizierten -16%. Im kommenden Jahr rechnet der Konzernvorstand damit, dass sich der Werbemarkt zwischen einem Plus von 2% und einem Minus von 4% bewegen wird. Für seinen Nachrichtensender N24 checkt ProSiebenSat.1 verschiedene Optionen: Hier gebe es "ein wirtschaftliches Problem" - "Nachrichten sind für uns als Gruppe in jedem Fall ein Zuschussgeschäft", so Ebeling. Derzeit prüfe man einen Verkauf oder eine völlige inhaltliche Neuausrichtung, jedoch keine Schließung. Auch auf den glücklosen Kerner geht Ebeling ein - umblättern!
mehr...Airport Media Award vergeben:
Frau im Koffer gewinnt
Koffer, Gepäckbänder, Check-in-Schalter, Klapptische - nichts ist vor guter Flughafen-Werbung sicher. Das muss ausgezeichnet werden: Die Initiative Airport Media (IAM) verlieh am Donnerstagabend in Düsseldorf den Airport Media Award 2009 und kürte Serviceplan und Fahrnholz Junghanns Raetzel (FJR) zu Gold-Gewinnern. In den beiden Kategorien "geschaltete Motive" und "frei entworfene Kampagnen" wurden je drei Plätze vergeben. Serviceplan gewann mit einer Guerilla-Aktion für Amnesty International von Dezember 2008: Die Agentur steckte eine äußerst gelenkige Frau in einen durchsichtigen Koffer (Foto), um auf Menschenhandel aufmerksam zu machen. Die Aktion sorgte am Münchner Flughafen wie auch in den Medien für Aufsehen. Die anderen Gewinner sind auch nicht ohne - Umblättern!
Der kress-Quotencheck:
"Kerner" floppt auch am Donnerstag
Ein schwarzer Donnerstag für Sat.1: Auch die Hauruck-Verlegung vom Montag auf den neuen Sendeplatz, das Einladen der "No Angels"-Sängerin Nadja Benaissa und die entsprechende Vorankündigung in der "Bild" hatten wenig genützt. Mit aktuell 990.000 Zuschauern sackte "Kerner" (Foto) unter die Millionenmarke und erreichte beim Gesamtpublikum jämmerliche 5,8% Marktanteil. Bei den 14- bis 49-Jährigen schnitt die neu platzierte Talk-Sendung mit 580.000 Werberelevanten nur geringfügig besser ab. Die letzte Montagssendung verfolgten 40.000 jüngere Zuschauer weniger. Dennoch kann man zur vorgerückten Stunde mit einem Zielgruppen-Marktanteil von nur 7,8% alles andere als zufrieden sein. Und eine Ausrede zog diesmal nicht: Mit dem Spielfilm "Norbit", den immerhin 1,80 Mio 14- bis 49-Jährige sehen wollten, gelang Sat.1 ein starkes "Kerner"-Lead-in (Marktanteil: 14,9%). Wie sich "Bambi" und "Die Bergwacht" beharkten und Neues vom RTL-Nachmittagsglück, erfahren Sie hier!
verdi sieht "massiven Schlag gegen die Pressevielfalt":
Die "Kölnische Rundschau" bezieht ihren Mantel fortan aus Bonn: Vom 1. Januar an soll der dortige "General Anzeiger" schrittweise die Produktion übernehmen. Mit der Entscheidung trage man "auch den extremen Ergebniseinbrüchen aus den aktuellen, massiven Umsatzeinbußen im Anzeigengeschäft Rechnung", so eine Unternehmensmitteilung. Der Heinen-Verlag werde "voraussichtlich" fast allen unbefristet redaktionell Beschäftigten andere Aufgaben im Unternehmen anbieten können. Die Gewerkschaft verdi kritisiert den Schritt scharf. Vor allem weil mit dem Herausgeber der "Kölnischen Rundschau", Helmut Heinen (Foto), auch der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV involviert sei. Umblätttern!
Weiterer Jobabbau bei "Bella" und "Mach mal Pause"
Im Oktober hat Bauer die wöchentlichen Frauenzeitschriften "tina", "Bella", "Laura", "Alles für die Frau" und "Mach mal Pause" zu zwei Gruppen zusammengefasst und sich von drei der fünf Chefredakteurinnen getrennt (kress.de vom 2. Oktober 2009). Was Verlagsgeschäftsführer Jörg Hausendorf (Foto) schon im Oktober andeutete, ist nun vollzogen: Er hat sich von zehn weiteren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Titel "Bella" und "Mach mal Pause" getrennt. Der Verlag hat nach eigenen Angaben die schreibende Zunft unberührt gelassen und baut stattdessen Funktionen in Organisation und Verwaltung ab (u.a. CvD, kaufmännische Assistenz, Sekretariate). Bauer hat dem Vernehmen nach mit fünf der Betroffenen eine gütliche Einigung erzielt, fünf widersetzen sich. Das Verlagshaus begründet die Einschnitte mit dem schlechten Anzeigengeschäft.
Chefreporter Freudenreich verlässt "Stuttgarter Zeitung"
Nach 23 Jahren ist Schluss: Chefreporter Josef-Otto Freudenreich (Foto), 59, verlässt zum Jahreswechsel die "Stuttgarter Zeitung" und wird fortan als freier Autor arbeiten. Er hat ein Abfindungsangebot angenommen, das die Zeitung Mitarbeitern im Oktober machte (kress.de vom 2. Oktober 2009). Nach Angaben von Chefredakteur Joachim Dorfs werden sieben der 135 Redakteure das Haus auf diesem Weg verlassen. In den Sekretariaten der Zeitung fallen weitere fünf Stellen weg. Die Personalplanung für 2010 sei nunmehr "abgeschlossen", so Dorfs zu kress. Josef-Otto Freudenreich hat für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen bekommen, darunter den Theodor-Wolff-Preis und den Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Er ist auch Herausgeber und Mitautor des Baden-Württemberg-Buches "Wir können alles: Filz, Korruption & Kumpanei im Musterländle".
Eckhart von Hirschhausen schreibt für Springer-Zeitungen
Eckhard von Hirschhausen (Foto), Mediziner, Autor, Kabarettist, Moderator und neuer Medienliebling, schreibt ab dem 5. Dezember eine wöchentliche Kolumne für die Springer-Zeitungen "Berliner Morgenpost" und "Hamburger Abendblatt". Die Texte erscheinen jeden Samstag auf den Titelseiten der Blätter. Inhaltlich bleibt von Hirschhausen beim Bewährten: Geschichten um Glück und Gesundheit sowie Alltagsbeobachtungen. Von Hirschhausen schrieb im Sommer bereits eine fünfteilige Serie für die "Berliner Morgenpost" und die "Welt am Sonntag" (kress.de vom 24. Juli 2009). Seit September moderiert er mit Bettina Tietjen die NDR-Talkshow (kress.de vom 22. Juli 2009).
Homburger wird Redaktionsleiterin Wirtschaft bei der dpa
Antje Homburger (Foto), 46, wird zum 1. Mai 2010 Redaktionsleiterin des Wirtschaftsressorts der Nachrichtenagentur dpa. Sie übernimmt den Posten von Martin Romanczyk, der die Aufgabe zusätzlich zu seiner Funktion als Leiter Internationale Politik gewuppt hatte. Der bisherige Wirtschaftschef Thorsten Matthies war bereits im März 2008 auf die Stelle des Leiters Marketing und Vertrieb Inland der dpa gerückt (kress.de vom 27. Februar 2008). Homburger kommt von der Nachrichtenagentur AP, wo sie ebenfalls das Wirtschaftsressort leitete.
Ramstetter motzt "ADAC Motorwelt" auf
Michael Ramstetter, 56, hat am Freitag das Mitgliedermagazin "ADAC Motorwelt" aus der Werkstatt gefahren: Es ist erstmals in überarbeiteter Form erschienen. Ramstetter, Kommunikationschef des Verbands und Chefredakteur in Personalunion, hat Bildsprache, Schriftbild und Heftstruktur modifiziert und will jetzt mit breiter angelegten Schwerpunktthemen journalistisch punkten. Auch die Ressorts hat er neu zugeschnitten: Sie heißen jetzt "Text und Technik", "Verkehr und Verbraucherschutz", "Reise und Freizeit" sowie "Clubleben und Sport". Ramstetter hatte bereits im Februar das "ADAC Reisemagazin" in der Mache (kress.de vom 20. Februar 2009). Nach der "ADAC Motorwelt" will er sich nun die TV-, Hörfunk- und Internetaktivitäten vornehmen. Die "ADAC Motorwelt" wird in einer Auflage von 13,8 Mio Exemplaren verschickt und hat laut MA eine Reichweite von 18,33 Mio Lesern.
Der kressreport 24/09 ist da: Mudter, Buchholz, Starwatch Music
Größe zählt! Davon ist jedenfalls Paul Mudter überzeugt, der Geschäftsleiter Interactive des RTL-Vermarkters IP Deutschland. Daher will er das Digital-Portfolio der Mediengruppe vergrößern und vermarktet vom 1. Januar an auch die Website "Toggo" von Super RTL. Im Gespräch mit dem kressreport erklärt er in der aktuellen Ausgabe 24/09, warum das Kinder-Angebot für IP Gold wert ist. Bei einer anderen Bertelsmann-Tochter, Gruner + Jahr, brennt's gerade: kress erklärt die Hintergründe des Streites zwischen Redaktionsbeiräten und Vorstandschef Bernd Buchholz. Außerdem im Print-Ressort: eine Analyse der aktuellen Diskussion um ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Einige Seiten weiter erklärt Hans Fink, bei ProSiebenSat.1 für das Musik- und das Lizenzgeschäft verantwortlich, warum ihn das Auftauchen bislang unveröffentlichter Falco-Aufnahmen zu Tränen rührte. Ums Geschäft geht's auch: Die Konzerntochter Starwatch Music expandiert ins Live-Entertainment und will mit "Topmodel"-Partys die Abhängigkeit vom Werbemarkt verringern.
Hinter Gittern: BGH bestätigt Urteil gegen Emig
Jürgen Emig (Foto), 64, Ex-Sportchef des Hessischen Rundfunks (HR), bleibt in Haft. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Freitag die Verurteilung des ehemaligen Fernsehmoderators bestätigt. Emig war bis 2004 Sportchef des HR. Das Frankfurter Landgericht hatte Emig im Oktober 2008 wegen Bestechlichkeit und Untreue zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt (kress.de vom 2. Oktober 2008). Fünf Monate dieser Freiheitsstrafe gelten wegen der Untersuchungshaft und der langen Verfahrensdauer als bereits verbüßt. Laut Urteil des Frankfurter Landgerichts hat Emig sogenannte Produktionskostenzuschüsse von Sponsoren und Sportveranstaltern eingeworben, Teile davon aber über eine Tarnfirma in seine eigene Tasche gesteckt. Wie der 2. Strafsenat in seiner Urteilsbegründung schreibt, habe die Nachprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben. Emig wollte bei der Revision seines Untreue-Prozesses vor dem BGH neue Zeugen aufbieten (kress.de vom 7. November 2008) - offenbar erfolgos. Der BGH bestätigt mit dem Urteil die Auffassung, dass Redakteure der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Amtsträger im strafrechtlichen Sinne sind. Das wirkt sich für Emig erheblich strafverschärfend aus.
Doppel-Job für Cichowicz im NDR Fernsehen
Andreas Cichowicz, 48, bleibt Fernseh-Chefredakteur des NDR und wird zusätzlich stellvertretender Fernsehdirektor. Der NDR-Verwaltungsrat stimmte am Freitag einem entsprechenden Vorschlag von Intendant Lutz Marmor zu. Unter Cichowicz' Leitung entsteht u.a. der Polit-Talk "Anne Will". Er ist seit 2000 beim NDR, seit Mai 2004 als Fernseh-Chefredakteur. Davor war er ARD-Korrespondent in Kairo.
BDZV ergründet Hassliebe zwischen Zeitungen und Google
Das Verhältnis von Zeitungen und Google ist eine Hassliebe. Einerseits schmeckt den Verlagen das Gebaren Googles nicht, sich kostenlos ihrer Inhalte zu bedienen. Andererseits wollen sie auch nur ungern auf die Klicks verzichten, die ihnen die Suchmaschine beschert. Auf diese einfache Formel lässt sich die Studie des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) herunterbrechen, die die Verlagsberaterin Katja Riefler verfasste. Dafür befragte sie mehr als 200 Entscheider in deutschen Zeitungsverlagen. Im Durchschnitt erhalten die Zeitungen im Internet bis zu 50% ihrer Seitenzugriffe über Google. 71% der Verlage empfinden Google zugleich als Freund wie auch als Konkurrenz. 63% der Zeitungsverlage in Deutschland haben ihr Internetangebot für Suchmaschinen optimiert, weitere 21% planen dies. "Kooperation und Konfrontation – Wie müssen Verlage mit Google umgehen?" ist als pdf und Paperback erhältlich und kann zum Preis von 29 Euro bzw. 48 Euro beim BDZV bestellt werden unter buch@bdzv.de. BDZV-Mitglieder zahlen 10 Euro weniger.
JIM-Studie: TV und Internet bei Jugendlichen fast gleich auf
Deutsche Jugendliche sind mittlerweile fast so lang im Netz wie sie fernsehen: 137 versus 134 Minuten am Tag. 75% der 12- bis 19-Jährigen haben einen eigenen Computer, nur 60% einen eigenen Fernseher. Das ergab die JIM-Studie 2009 (Jugend, Information, Multi-Media) des Medienpädagogischen Forschungsbunds Südwest. Bei der Information über das aktuelle Zeitgeschehen ist das Fernsehen noch immer die erste Wahl der Jugendlichen. Das Internet hat die Nase vorn, wenn es um Musik, Ausbildung und Beruf, Computerspiele, Handy oder persönliche Probleme geht. Videoportale werden zwar von 60% der Jugendlichen genutzt, aber nur ein Drittel sieht sich Fernsehausschnitte im Internet an. Eine Minderheit sucht und nutzt aktiv Fernsehinhalte, die meisten bevorzugen das passive Glotzen von TV. Knapp die Hälfte ihrer Online-Zeit verbringen Jugendliche in sozialen Netzwerken, mit Chatten oder Mailen. Dabei hat sich besonders die Darstellung in Communitys im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Allerdings haben nicht mal die Hälfte der Jugendlichen den Zugang zu ihren Privatdaten eingeschränkt - daran konnten selbst Datenklau-Affären wie bei SchülerVZ nichts ändern. Die JIM-Studie wird seit 1998 erhoben, die komplette Studie gibt's hier (PDF).
Xing möbelt Unternehmensprofile auf und verlangt dafür Geld
Unternehmen haben ab sofort mehr Möglichkeiten, sich in eigenen Profilen auf Xing zu präsentieren. Auf den Profilseiten können Konzerne sich selbst und Produktneuheiten vorstellen, Kontakt zu Kunden halten oder herstellen und auf Mitarbeitersuche gehen. Das lässt sich Xing allerdings bezahlen: Waren die bisherigen Unternehmensprofile kostenlos, fallen für die aufgemotzten Varianten "Standard" und "Plus" 24,90 bzw. 129 Euro im Monat an. Die 129 Euro investiert beispielsweise das Verlagshaus Gruner + Jahr (siehe Bild). Weitere Infos zu dem Angebot gibt's hier.
Butter-Kreativchef Preuss bricht auf zu neuen Ufern
Michael Preuss (Foto), 35, Kreativchef bei Butter, verlässt die Agentur nach vier Jahren zum Jahresende 2009. Er baute die Berliner Dependance mit auf und war seit 2008 gemeinsam mit Geschäftsführer Frank Stauss für das kreative Produkt der beiden Agentur-Standorte in Berlin und Düsseldorf verantwortlich. Preuss geht auf eigenen Wunsch, Stauss sieht's kollegial: "Wir bedauern sehr, dass es ihn weiter zieht und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg - so lange er nicht gegen uns pitcht." Vor seinem Einstieg bei Butter war Preuss bei Meire + Meire, Heimat und Jung von Matt/Neckar. Was er jetzt vorhat, verrät er noch nicht. Die kreative Führung bei Butter liegt künftig bei Stauss und dem Executive Creative Director Matthias Eickmeyer.
Werbe- und Media-Etats der Woche: Allianz vergibt an Mediacom
Nach der Vergabe des Markenkommunikationsetat an Grey in der vergangenen Woche schichtet die Allianz jetzt ihren globalen Mediaetat von Mediaedge:cia auf Mediacom um. Beide Agenturen gehören zur Group M von WPP. Reckitt Beckinser (u.a. Calgon, Vanish, Clearasil) teilt seinen rund 900-Mio-Euro schweren Media-Etat auf MPG (Havas) und ZenithOptimedia (Publicis) auf. Die Düsseldorfer Agentur Crossmedia schaltet für die Motorsport-Messe Essen Motor Show (28. November bis 6. Dezember). Die Tochter CrossPR ist für Medienkooperationen zuständig. Zu den Werbe-Etats: Brand Lounge soll für neue Freunde für die Community wer-kennt-wen sorgen. Die TV-Kampagne für die RTL-Tochter soll noch in diesem Jahr starten. Der Elektrofachmarkt expert rührt wieder mit der Hamburger Agentur feeling die Werbetrommel. Geplant ist die volle Bandbreite: TV, Kino, Print, Funk und Online. Die Düsseldorfer Kreativen von red cell rücken ab sofort die Roland-Unternehmensgruppe ins rechte Licht. Die ersten Arbeiten für die Rechtsschutz-Anbieter sollen 2010 zu sehen sein.
PR-und Event-Etats der Woche: Cocodibu steuert Netzpiloten-PR
Die Münchner Agentur Cocodibu, spezialisiert auf die digitale Wirtschaft, macht ab sofort PR für die Internet-Wegweiser Netzpiloten. Die Reclay Group, Unternehmensgruppe im Entsorgungs- und Umweltmanagement setzt auf die Public Affairs-Tochter der Kölner Counterpart Group. absolution PR gibt sich modisch und macht die Pressearbeit für den südtiroler Designer Dimitri Panagiotopoulos und Taubert Homewear. Die Agentur für kreative PR hat sich den Etat des Berliner Design-Labels 44spaces gesichert. Die Eventagentur ten&one vermeldet gleich drei neue Etats: Die Agentur richtet für das Logistikunternehmen Dachser, BMW und den Softwarehersteller Red Hat Veranstaltungen im Ausland aus, alle im ersten Halbjahr 2010.
Spotschau: Schlamm-Feuerwerk und Musik-Regen
Mercedes feiert das 30-jährige Jubiläum seiner G-Klasse (G steht für Geländewagen) mit einem Feuerwerk aus Dreck und Schlamm. Jung von Matt hat die Raketen gezündet.
Der Handybauer Sony Ericsson lässt Musik regnen. Im Spot von iris London ist das wörtlich zu nehmen. Sony Ericsson trommelt damit für seine Musikflatrate PlayNow plus.
mehr...Benita Ahsendorf WAZ Zeitschriften Marketing GmbH & Co. KG, München Ismaning (*1967) Bernd Weiler Deutsche Bahn AG, Berlin (*1959) Dr. Christoph Müller Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, Köln (*1957) Christoph Sievers Constantin Entertainment GmbH, Ismaning (*1969) Bernhard Graf zu Castell-Rüdenhausen Universum Film GmbH, München (*1972) Dr. Martin Schürmann Ulrich Glawe Unternehmensvermittlung GmbH, Köln (*1957) Dr. Thomas Hartung TAT Media, Dresden (*1962) Peter Polzer Friedrich Berlin Verlag, Berlin (*1971) Matthias Müller IHK Frankfurt am Main, Frankfurt am Main (*1962) Jan Schreiber Loopback.ORG GmbH, Hamburg (*1973) Rainer Berghausen Celesio AG, Stuttgart (*1967) Rico Pospiech 1. W.O.R.K-Medienagentur, Hamburg (*1971) Jürgen Kaul Bayern 3, München (*1968) Heiko Ernst Beltz-Verlag, Weinheim (*1948) Thomas Perry Q | Agentur für Forschung GmbH, Mannheim (*1957) Dr. Axel Niclas Dr. Schengber & Friends, Münster (*1978) Thomas Buhlmann Buhlmann-Medien, Frankfurt (*1977) Axel R. Bollmann essence. Design und Kommunikation GmbH, Berlin (*1961) Marko Junghänel Büro für Öffentlichkeitsarbeit, München (*1968) Wolfgang Ernd NEWS Verlagsgesellschaft GmbH&Co.KG, Frankfurt am Main (*1963) Ernest McCutcheon DDS Digitial Data Services GmbH, Karlsruhe (*1959) Nabil Ranné Cyoshi Crucial GmbH, Hannover (*1975) Andreas Kramer Radio Kiepenkerl, Dülmen (*1973) Thomas Elsing Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Otterndorf (*1944) Ulf Deeg Netbiscuits GmbH, Kaiserslautern, Hamburg (*1977) Thomas Hofbauer Medienfachverlag Oberauer GmbH, Eugendorf bei Salzburg (*1971) Jens Reinhard Reinhard & Ostmann GbR, Hamburg (*1972) Christine Kunkler Artodrome Gmbh, Forchheim (*1970)
Karl-August Almstadt Axel Springer AG, Hamburg (*1951) Rolf Wickmann Rolf Wickmann Consulting, Hamburg (*1945) Magnus von Zitzewitz Tipp24 AG, Hamburg (*1968) Jochen Karrer BMZ+more GmbH & Co. KG, Düsseldorf (*1959) Stefan Hajek Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH, Düsseldorf (*1969) Dr. Alexander Teutsch Gruner+Jahr AG & Co KG, Hamburg (*1971) Hans-Georg Bechthold Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG München, München (*1963) Roman Bach ePrint Factory GmbH, Hamburg (*1970) Lars-Henning Patzke DPV Network GmbH, Hamburg (*1968) Ruslan Krohn SID Sportmarketing & Communication Services GmbH, Berlin (*1970) Brita Westerholz Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main (*1962) Burkhard Leschke Act UP! GmbH, Köln (*1963) Klaus Ringler megatools.net, Hamburg (*1951) Stephan Peter Krafzik RECYCLING magazin, München (*1969) Sandro Coletta More Resolution GmbH, Mainz (*1966) Susanne Maisch EARSandEYES GmbH, Hamburg (*1967) Hans-J. Gützlaff Studio achtundachtzig, Baden-Baden (*1952) Till Stein Till Stein, (*1965) Ralf Hünninghaus Verlagsbüro Leo Krimmer GmbH, Berlin (*1962) Rainer Braun SAP Deutschland AG & Co. KG, Walldorf (*1970) Susanne Nolting Mainline Marketing Communications GmbH, Frankfurt am Main (*1968) Carsten Schürg Serviceplan Vierte Werbeagentur GmbH, München (*1966) Hans-Dieter Müller Emil Dittmann Presse-Grosso GmbH & Co. KG, Staufenberg (*1944) Manfred Rosteck Media Praxis Verlagsbüro und Werbung, Hamburg (*1954) Bettina M. Strempel M. A. Strempel Event GmbH & Co. KG, München (*1966) Thomas Knopp Axel Springer AG / Axel Springer Media Impact, Hamburg (*1964) Thomas Stahlschmidt wbpr Gesellschaft für Public Relations und Marketing mbH (GRPA), Unterföhring (*1962) Frank Bremser CallACOMEDY GmbH, Kiel-Holtenau (*1972) Thomas Kuhn wdv, Bad Homburg (*1965) Harry Rombach Dynevo GmbH, Leverkusen (*1968) Heiko Hegner HHPR Heiko Hegner Public Relations GmbH, Bad Soden (*1947) Jörn Trommer TromCon, Gräfelfing (*1970) Klaus Grimmer Klaus Grimmer Unternehmensberatung GmbH, Wiesbaden (*1960) Benjamin Haerdle , Leipzig (*1972)
Goldstar TV: Pilcher auf Polnisch
Zum zehnjährigen Jubiläum seines kleinen Pay-TV-Reichs verschafft sich Gottfried Zmeck frisches Geld und plant Expansionen – nicht nur in Osteuropa. mehr ...
Bauer Media group/Grosso: Alarmiert bis in die Spitzen
Laut einem Bericht will Bauer sich gegen Geld aus zwei Grosso-Gebieten in Norddeutschland zurückziehen. Das bringt andere Verlage in Wallung. mehr ...
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