Geburtstag
31.5.1958
Berufsweg
1989 Vertriebsleiter "Hamburger Morgenpost"; 1991 Geschäftsführer G+J Kaufzeitungen; 1994 Geschäftsführer Dresdner Druck- und Verlagshaus; von Januar 2007 bis September 2008 Geschäftsführer des SPIEGEL-Verlages
Ausbildung
1979-87 Jurastudium; 1984 Erstes juristisches Staatsexamen; 1987 Zweites juristisches Staatsexamen; 1988 Promotion zum Dr. jur.
Hobbys
Zeitgeschichte; Schach

Mario Frank (Foto r.), 50, umstrittener Geschäftsführer der Spiegel-Gruppe, hat einen Aufhebungsvertrag zum 31. Dezember unterschrieben und sich bereits in den Urlaub verabschiedet. Sein Nachfolger wird - wie schon spekuliert - Ove Saffe (Foto l.), 47, derzeit Verlagsgeschäftsführer von "stern", "Geo" und "art". Ihn beerbt zum 1. Januar 2009 Thomas Lindner, 43, Verlagsgeschäftsführer von G+J Living. Gruner + Jahr legt die Verlagsgruppe G+J Living mit der Verlagsgruppe G+J Exclusive zu G+J Exclusive & Living unter der Leitung von Verlagsgeschäftsführerin Julia Jäkel, 36, zusammen. Was Armin Mahler, Sprecher der Mitarbeiter KG des "Spiegel", dem scheidenden Geschäftsführer mit auf den Weg gibt - umblättern!
Am Mittwoch trifft sich die Belegschaft des "Spiegel" zur Jahresbetriebsversammlung. Geschäftsführer Mario Frank, dem die Mitarbeiter KG vor einiger Zeit das Misstrauen ausgesprochen hat, wird den Angestellten des Verlags seinen Jahresbericht vorstellen - und hat voraussichtlich ein letztes Mal Gelegenheit, sich positiv in Szene zu setzen. Dass Frank den Verlag verlassen muss, steht nach übereinstimmenden Informationen außer Frage. Offen ist nur, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um einen für alle Seiten akzeptablen Abgang zu ermöglichen. Zum einen braucht der Verlag einen geeigneten Nachfolger für Frank, zum anderen gibt es entgegen anderslautenden Gerüchten noch keine Einigung zwischen den Gesellschaftern Mitarbeiter KG und Gruner+Jahr, was die Ablösung Franks angeht. Derweil gibt es verschärfte Verhandlungen um die Fortführung des Sponsorings des "Zeitschriften-Oscars" LeadAward. Umblättern.
"Spiegel"-Geschäftsführer Mario Frank (Foto), 49, wurde von der Mitarbeiter KG zwar das Vertrauen entzogen, seine Muskeln will er trotzdem weiter spielen lassen. Er überträgt dem Kaufmännischen Verlagsleiter Christof Herbers zum 1. Juli die Abteilung Allgemeine Verwaltung. Bisher hatte die Franks Vize Matthias Schmolz, 44, unter sich. Die Abteilung kümmert sich um die gesamte Infrastruktur im Spiegel-Verlag, ist also nicht ganz unwichtig. Zur Begründung der Umverteilung der Aufgaben heißt es im Verlag, Schmolz solle für seine "umfangreichen Aufgaben" im Zusammenhang mit dem Umzug des Verlags in einen Neubau "entlastet" werden. Verlagsmitarbeiter sehen das freilich ganz anders: Die Entscheidung sei eine reine Machtdemonstration des Geschäftsführers. Verlagsleiter Herbers kommt wie Mario Frank von der "Sächsischen Zeitung". Er dürfte einer der letzten Vertrauten des Geschäftsführers im Spiegel-Verlag sein.
In dem Machtkampf zwischen der Mitarbeiter KG des Spiegel Verlags und Mitgesellschafter Gruner + Jahr um den umstrittenen Geschäftsführer Mario Frank, 49, hat sich nun der Sprecher der Erbengemeinschaft Jakob Augstein (Foto), 40, eingeschaltet. Im Interview mit kress sagte Augstein: "Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass die Mitarbeiter KG Herrn Frank das Vertrauen entzogen hat und die Vollversammlung der Mitarbeiter diese Entscheidung stützt. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Geschäftsführer seiner Arbeit auf Dauer ohne Rückendeckung des Hauptgesellschafters nachgehen kann." Zuvor hatte G+J-Chef Bernd Kundrun, 50, Mario Frank in einem Interview mit der "Süddeutschen" verteidigt und deutlich gemacht, dass er es nicht billigt, wenn Personalentscheidungen einseitig von einem Gesellschafter getroffen werden. KG und G+J müssten zusammenwirken, idealerweise in Abstimmung mit den Erben des "Spiegel"-Gründers. Jakob Augstein sagte dazu gegenüber kress: "Für mich haben die Mitarbeiter ein größeres Gewicht als Gruner + Jahr. Die KG gibt die Richtung für das Haus vor, Gruner ist die Kontrollinstanz, die Erben sind die Berater." Alle Beteiligten müssten sich nun "sehr schnell" zusammensetzen, um eine Lösung zu suchen.
Im Streit um "Spiegel"-Geschäftsführer Mario Frank ist Bernd Kundrun (Foto) erneut in die Öffentlichkeit gegangen: In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) wirft der G+J-Boss dem "Spiegel"-Mehrheitsgesellschafter Mitarbeiter KG vor, G+J nicht angemessen über das Misstrauensvotum gegen Frank informiert zu haben. Zudem reklamiert er für sein Haus ein Mitbestimmungsrecht in wichtigen Fragen: "Die Machtverhältnisse auf der Gesellschafterebene sind eindeutig geklärt, und zwar noch von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein", so Kundrun. Mitarbeiter KG und G+J müssten daher zusammenwirken. Kundrun verteidigt Geschäftsführer Frank, signalisiert aber auch Gesprächsbereitschaft: "Derjenige Gesellschafter, der für sich Klärungsbedarf feststellt, der also seine Position revidiert, der sollte vertraulich auf den anderen Gesellschafter zugehen. Darauf warte ich jetzt." G+J sei allerdings nur für eine Lösung zu haben, "die der Spiegel-Führung Unabhängigkeit gewährt".
Die Mitarbeiter des "Spiegel" haben den fünf Geschäftsführern der Mitarbeiter KG auf einer Vollversammlung am Dienstag den Rücken gestärkt. Mit nur drei Gegenstimmen wurde die KG-Spitze um Sprecher Armin Mahler entlastet. Ein deutliches Signal, dass die stillen Teilhaber des Nachrichtenmagazins das Misstrauensvotum der KG-Führung gegen "Spiegel"-Geschäftsführer Mario Frank billigen und unterstützen. Die KG-istin Cordelia Freiwald, die bisher zu dem umstrittenen Frank gestanden hat, erklärte laut Teilnehmern der Versammlung, sie sei bisher dafür gewesen, Frank eine zweite Chance zu geben. Jetzt sei aber klar, dass die große Mehrheit im Verlag gegen ihn sei. Auch aus ihrer Sicht führe kein Weg an einer Trennung vorbei.
Seit einer Woche ist bekannt, dass die Mitarbeiter KG des Spiegel-Verlags dem Geschäftsführer des Nachrichtenmagazins, Mario Frank (Foto), das Vertrauen entzogen hat. Doch Minderheitsgesellschafter Gruner + Jahr hat sich auf die Seite des Verlags-Bosses gestellt. Ein Treffen zwischen den KG-Chefs und G+J ist nach kress-Informationen noch nicht einmal terminiert. Der Konflikt zwischen den Mitarbeitern des Verlags und dem Großverlag dürfte sich damit fortsetzen. G+J will Frank unbedingt halten, beim "Spiegel" heißt es, gegen den Willen der Mitarbeiter könne auch G+J sich nicht behaupten. "Das Haus steht geschlossen hinter der KG", heißt es an der Brandstwiete. "Gruner beißt sich an uns die Zähne aus." Mehr zu den Hintergründen, und was Mario Frank mit Eva Herman zu tun hat: Weiterlesen.
Mario Frank, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags, will um seinen Verbleib im Amt kämpfen - und Bernd Kundrun (Foto), Vorstandschef des Minderheitsgesellschafters (25,5%) Gruner + Jahr, stärkt ihm den Rücken. "Mario Frank genießt unser volles Vertrauen und steht in keiner Weise zur Disposition", sagte Kundrun der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor war bekannt geworden, dass der Mehrheitsgesellschafter Mitarbeiter KG (50,5%) dem Spiegel-Geschäftsführer das Vertrauen entzogen hat. Doch ohne die Zustimmung von G+J ist Franks Rausschmiss nicht möglich. Der Medienkonzern hat jetzt die Faxen dicke und riskiert den offenen Konflikt mit der Mitarbeiter KG.


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