Berufsweg
1989/90 Redakteur bei Capital; 1990-92 Korrespondent bei der Wirtschaftswoche; 1992-96 Redakteur beim Spiegel im Ressort Deutschland II; seit 1996 stellvertretender Leiter; 1996-2000 Spiegel-Wirtschaftskorrespondent in Washington und New York; seit 12/2000 Chefredakteur Spiegel online
Ausbildung
Jura-Studium, Journalistenschule
Hobbys
Die erste und die zweite Welle der Reaktionen zum iPad sind bereits acht Tage nach Vorstellung des Apple-Tablets vorübergezogen. Nach dem Hype und der Begeisterung kam das Bashing (Kein Flash! Kein Multitasking! Keine Kamera!). Jetzt kommt die Zeit, in der sich auch deutsche Verlage überlegen müssen, ob sich die Programmierung und Produktion von iPad-Apps für sie lohnt. mehr
Die "Spiegel"-Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron (Foto l.), 48, und Georg Mascolo (r.), 44, wollen die Redaktion des Nachrichtenmagazins besser mit der von "Spiegel Online" verzahnen. "Jetzt ist es an der Zeit, die Zusammenarbeit zu intensivieren", sagte Blumencron, der vor seinem Wechsel in die Print-Chefredaktion "Spiegel Online" leitete. Nach 16 Monaten an der Spitze des wichtigsten deutschen Polit-Magazins setzte das Duo im Interview mit kress ein deutliches Signal. "Spiegel"-Redakteure sollen mehr als bisher Artikel für den Internet-Auftritt beisteuern. "Es gibt ein gewolltes Drängen von der Chefredaktion, das über die reine Freiwilligkeit hinausgeht", sagte Blumencron. In einem internen "Leitfaden" für die Mitarbeiter schreiben die Chefs, die Kooperation führe dazu, "dass weder Tageszeitungen noch andere Internetmedien der Marke 'Spiegel' ihre Meinungsführerschaft streitig machen können." Es gelte, die "Themenhoheit" zu behalten. Einen gemeinsamen Newsroom schließen Mascolo und Blumencron aber weiterhin kategorisch aus. Was die "Spiegel"-Chefs übers Sparen sagen und was in dem Leitfaden stehen, lesen Sie nach dem Umblättern!

Die "Spiegel"-Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron (Foto links) und Georg Mascolo (Foto rechts) geben "Eines Tages", dem Print-Ableger der gleichnamigen Spiegel-Online-Rubrik (kress.de vom 22. August 2008), eine zweite Chance: "Wir haben von 'Eines Tages' weniger Hefte verkauft, als wir gehofft hatten. Aber wir haben sehr gute Kritiken bekommen, und unsere Marktforschung ist äußerst zufrieden", so Müller von Blumencron im Interview mit der "FAZ". "Wir geben nicht nach einer Ausgabe auf, dafür steckt viel zu viel Leidenschaft dahinter." Für 2009 erwartet Müller von Blumencron ein "schwieriges Jahr - für alle", aber "keinen Weltuntergang" und verkündet: "Hier gibt es keinen Einstellungsstopp." Laut Mascolo liegt der "Spiegel" beim Einzelverkauf im laufenden vierten Quartal deutlich über dem Vorjahr. Umblättern.
Der erste "Spiegel" unter neuer Führung beginnt mit einer Hausmitteilung. An erster Stelle werden jedoch nicht die neuen Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo vorgestellt - sondern das sonst so rechthaberische Blatt übt Selbstkritik: "In der Findungsphase und bei den Umständen der Beurlaubung von Chefredakteur Stefan Aust, 61, hat der 'Spiegel' nicht immer geschickt agiert - das hätten wir besser machen können." Das ist zwar noch keine Entschuldigung an den scheidenden Chefredakteur, aber immerhin ein feiner Zug.

In einer Redaktionskonferenz am Mittwoch, 6. Februar, stellten sich die neuen "Spiegel"-Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron (Foto, links) und Georg Mascolo (Foto, rechts) der Belegschaft vor und erklärten, wie sie sich die Zukunft des Blatts vorstellen. Laut einem Bericht des "Tagesspiegel" will die neue Doppelspitze "mehr exklusive Nachrichten, nicht mehr nur schön geschriebene Reportagen". Außerdem sei mehr Meinung gewünscht, über Kommentare und Leitartikel werde nachgedacht. Des Weiteren sollen Print und Online enger miteinander verzahnt werden. "Spiegel"-Geschäftsführer Mario Frank kündigte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" außerdem an, Spiegel TV noch enger in den Medienmix miteinzubeziehen. Neben den TV-Inhalten auf "Spiegel Online" sind für 2008 acht DVD-Beilagen für das Heft geplant. Müller von Blumencron und Mascolo haben bereits ihre neuen Büros bezogen. Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur Joachim Preuß hat zusammen mit Stefan Aust das Haus verlassen.

Mathias Müller von Blumencron (Foto links), 47, Chefredakteur von "Spiegel Online", und Georg Mascolo (Foto rechts), Leiter des "Spiegel"-Hauptstadtbüros in Berlin, übernehmen ab sofort die Chefredaktion des "Spiegel". Stefan Aust wurde mit sofortiger Wirkung als "Spiegel"-Chefredakteur abberufen und freigestellt. Dies haben die Gesellschafter des Spiegel-Verlags, die Mitarbeiter KG, der Verlag Gruner + Jahr und die Erben des Gründungsherausgebers Rudolf Augstein, beschlossen. „Wir freuen uns sehr, zwei exzellente Journalisten für die Chefredaktion des Spiegel gewonnen zu haben. Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo bringen alle Voraussetzungen mit, die Bedeutung des Spiegel als ein weltweit beachtetes kritisches Magazin zu bewahren und weiterzuentwickeln“, so Mario Frank, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags. Hauptmotive für die hausintern umstrittene Abberufung Austs seien die Notwendigkeiten einer Verjüngung an der Spitze und einer Modernisierung des Blattes, teilte der Verlag am Nachmittag mit.
Nach der Absage des "heute-Journal"- Moderators Claus Kleber geht die Suche beim "Spiegel" nach einem neuen Chefredakteur wieder von vorne los. Aus Kreisen des Minderheitsgesellschafters Gruner + Jahr war laut dpa zu erfahren, dass man dort zuversichtlich sei, "im Januar eine tragfähige Lösung" präsentieren zu können. Laut "FAZ" (Freitagsausgabe) deutet alles darauf hin, dass der neue Chefredakteur aus dem eigenen Haus kommen könnte. Dem Chef von "Spiegel Online", Mathias Müller von Blumencron, würden im Augenblick die besten Chancen eingeräumt.
Solidarität für den geschassten "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust (Foto), 61: Auf der Zeitschriftenverlegertagung in Berlin äußerte "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort sein Unverständnis über die Entscheidung. Markwort kritisierte die Mitarbeiter KG als "Meute", die einen verdienten und erfolgreichen Chefredakteur verjage. Auch "Spiegel"-intern gibt es inzwischen Kritik. Einige fürchteten jetzt eine Führungskrise, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe). Manche würden bereits vor einem internen "Bürgerkrieg" im Hause "Spiegel" warnen. Bei der Suche nach einem Nachfolger seien nicht nur die "Spiegel"-Ressortleiter für eine interne Lösung. Aust will nach seinem Urlaub spätestens am Dienstagmorgen wieder im Büro sein. Bleibt die Frage, wie lange er sich dort aufhalten wird.


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