Neue Studie macht Hoffnung: Warum Paid Content funktionieren kann

 

Kurz vor dem Endspurt des Sonntagsdienstes in den aktuellen Redaktionen eine gute Nachricht. Eine neue Studie aus Hamburg macht Hoffnung, dass Paid Content auch für Verlage funktionieren kann. Warum Verleger sich aber nicht zurücklehnen dürfen, warum Medienhäuser langfristig denken müssen und was das mit Usability zu tun hat.

Die Umfrage: Insgesamt 2658 Personen haben den Onlinefragebogen vom DCI Institute und der Hochschule Fresenius im Zeitraum 2. bis 12. Februar 2016 ausgefüllt. Das Thema: Paid Content in Deutschland 2016.

Die Ergebnisse:

1. 12,8 Prozent der Befragten haben für digitale Services und Inhalte im Netz Geld bezahlt. Hochgerechnet auf alle deutschen Onlinenutzer und unter Berücksichtigung einer statistischen Abweichung von Plus/Minus 5 Prozent ergibt sich eine absolute Anzahl von Käufern von rund 6,5 Millionen Onlinenutzern.

2. Aktuell sind dabei die Segment Musik, Games und Filme am attraktivsten, so die Studie. Christian Hoffmeister vom DCI Institute: "Wir gehen davon aus, dass mit zunehmenden Alter sich die Interessenslagen etwas verschieben und damit sich die Zahlungsbereitschaft auch auf andere Segmente positiv auswirken wird."

3. Gekauft wird derzeit vor allem bei den großen Anbietern Amazon, Google Play oder bei Apple im Appstore oder bei iTunes. "Medienunternehmen", so Hoffmeister, "müssen überlegen, ob sie eher in andere Plattformen distribuieren oder eigene Angebote mit eigenem Kundenstamm aufbauen wollen."

4. Paypal hat die höchste Bedeutung bei Zahlungen im Bereich digitaler Inhalte und Services. Bei Verlagen wird diese Zahlungsform aber nur sehr ungern gesehen.

5. Einzelkäufe sind im Netz die wichtigste Kaufoption. Abos werden immer zusätzlich genutzt. Das heißt: Wer keine Einzelkauferfahrung hat, schließt kein Abo ab. Hoffmeister vom DCI sagt es so: "Einzelkauf und Abo sollten in ein sinnvolles Gesamtkonzept eingebettet werden." Die Wahrscheinlichkeit, einen Kunden sofort in ein Abo zu konvertieren, ist gering.

6. Bislang liegt die Zahlungsbereitschaft unter zehn Euro. Und: Ein Viertel kauft nur unregelmäßig digitale Inhalte und Services. Hoffmeister: "Gerade für Printmedien bedeutet dies eine Gefahr, dass Umsätze sinken. Hier müssen geeignete Strategien entwickelt werden, die diese Effekte berücksichtigen."

7. Wer Paid Content anbietet, muss "State of the Art User Experience" anbieten. Hoffmeister: "Die aktuellen Kauferfahrungen der Kunden bei Amazon oder Apple sind gut. Wer diese nicht erreicht, wird nichts im Netz verkaufen. Hier sind viele Verlage aber noch meilenweit von "State of the Art-Lösungen" entfernt.

8. Wer beim Paid Content vorne dabei sein will, sollte Kunden früh abholen und an die Angebote binden, auch ohne sofort Geld dafür zu bekommen. Marken und Nutzungserfahrung spielen bei Paid Content eine wichtige Rolle, so Hoffmeister.

Fazit: Christian Hoffmeister ist optimistisch, die Studie, die kress.de bereits vorliegt und hier kostenfrei bestellt werden kann, "macht Hoffnung, da sich im Bereich der jüngeren Nutzer Paid Content etabliert und diese sich daran gewöhnen für Content Geld zu bezahlen. Wer heute für Musik, Games und Filme zahlt wird später, wenn sich die Interessen etwas verlagern, dann auch eher bereit sein für andere Inhalte Geld zu bezahlen. Ganz nach der Erfahrung vor dem Internet, denn wer früher Teeniemagazine wie "Bravo" gekauft hat, hat später dann auch Zeitschriften in anderen Segmenten gekauft. Dieser Effekt kann durchaus eintreten."

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Kopf
Christine Kreye

Christine Kreye

Heise Zeitschriften Verlag GmbH & Co. KG
Leiterin Digitale Magazine

25.02.2016
!

Leider sind die Daten in der Studie nicht so ganz stimmig, oder nur ungenau ausgewiesen.


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