Der alljährliche Strom der Gamer-Gemeinde in Richtung Leipzig versiegt endgültig. Die Leipziger Messe hat am Mittwoch angekündigt, dass die Online-Spielemesse Games Convention Online (GCO) in eine reine Fachmesse umgewandelt wird. Das heißt: Die Publikumshallen bleiben zu. "Das ist eine bedauerliche, aber notwendige Entscheidung", sagt Silvana Kürschner, Strategy Director der Games Convention. Die Zahl der angemeldeten Aussteller und die geplanten Präsentationen hätten nicht ausgereicht.
2009 hatten sich bei der eingedampften Games-Convention-Nachfolgemesse noch 74 Aussteller in zwei gesonderten Publikumshallen präsentiert. Statt an die 200.000, wie in den Vorjahren, pilgerten lediglich 43.000 Besucher nach Leipzig. Die Kölner gamescom hatte der GCO die Show und das Publikum gestohlen. In diesem Jahr haben die gamescom-Macher die Daumenschrauben angezogen: Online-Spiele werden auf einer eigener Plattform präsentiert, große Player wie die Bigpoint GmbH haben schon ihre Reise in die Domstadt gebucht (kress.de vom 26. Mai 2010). Da bleibt vom Kuchen für die GCO nichts mehr übrig.
Als Fachmesse war die erste GCO durchaus ein Erfolg. Hier wollen Kürschner & Co ansetzen: Die Fachausstelllung vergrößere sich gegenüber dem Vorjahr, derzeit hätten sich mehr als 30 Firmen angekündigt (2009: 27). Vor allem Vertreter des asiatischen Gamesmarktes suchten in Leipzig Kontakte.
Auch Marc Wardenga, Beiratsvorsitzender der GCO und Head of Games SevenOne Intermedia bedauert, dass es keine Publikumshallen geben wird, guckt aber gleichzeitig nach vorne: "Die GCO fokussiert sich auf Online und das finden wir richtig, denn Online ist der Wachstumsmarkt bei Spielen. Wir arbeiten weiter sehr eng mit der Leipziger Messer zusammen, um die GCO als Branchenplattform zu festigen", erklärt Wardenga.
Die GCO-Fachmesse findet vom 8. bis 10. Juli im Congress Center Leipzig statt.
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