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25.11.2008  12:00

Polen will "Die Welt" verklagen.

Polen will "Die Welt" verklagen

Der Tageszeitung "Die Welt" droht offenbar eine Klage der Warschauer Regierung, weil das Springer-Blatt das Lager Majdanek in seiner Internet-Ausgabe "Welt Online" als "polnisches Konzentrationslager" bezeichnet hatte. Dies berichtet AFP. Der stellvertretende polnische Außenminister Ryszard Schnepf nannte die Bezeichnung dem Bericht zufolge "skandalös", gerade von einer deutschen Zeitung. "Die Welt" berichtigte die Formulierung. Chefredakteur Thomas Schmid drückte in einem Brief an die polnische Botschaft in Berlin sein Bedauern aus. Dazu veröffentlichte die Zeitung in der Mittwochsausgabe eine Stellungnahme. Polens Vize-Außenminister Schnepf plädierte für "radikale Maßnahmen" gegen die falsche Verwendung des Adjektivs "polnisch" für die deutschen Konzentrationslager im damals besetzten Polen. Er denke an einen großangelegten juristischen Prozess, um ein entsprechendes Echo in der Weltpresse zu erreichen. Derzeit findet man bei "Welt Online" unter dem Artikel "Asafs Reise um die Welt " folgenden Korrekturhinweis: "In der ersten, inzwischen korrigierten Fassung dieses Artikels war von dem ,ehemaligen polnischen Konzentrationslager Majdanek' die Rede. Das ist falsch. Es handelte sich um ein deutsches Konzentrationslager, das die SS im besetzten Polen im Auftrag Heinrich Himmlers errichtet hat." Ein Springer-Sprecher erklärte auf AFP-Anfrage: "Selbstverständlich wissen wir auch um die besondere Brisanz und Emotionalität." Die entsprechende Formulierung sei umgehend geändert worden. "Majdanek war natürlich ein deutsches Konzentrationslager. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen."

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