Kundruns Lösung für schwächelnde Printprodukte:
Mehrwertsteuer muss weg
Gruner + Jahr-Chef Bernd Kundrun (Foto) sieht schwere Zeiten auf die Medienbranche zukommen. Er schließe zweistellige Rückgänge der Werbeerlöse 2009 nicht aus, so Kundrun gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). In Rezessionsjahren seien die Firmen bei Werbung besonders sparsam. "Daher müssen wir uns darauf einrichten, dass es schlimm wird." Die Erfahrung zeige, dass Printmedien besonders stark betroffen seien, so der Chef der Bertelsmann-Tochter. Kundrun sieht sein Haus jedoch gerüstet. "Wir bei Gruner + Jahr haben unsere Hausaufgaben gemacht und gehen davon aus, dass wir den heute absehbaren Werbeeinbruch ohne weitere Maßnahmen überstehen können." Die Medienbranche sollte trotz der Probleme nicht auf Staatshilfe drängen, so Kundrun weiter. "Ich halte nicht viel davon, einen weiteren Rettungsschirm für die nächste Branche zu verlangen. Aber man sollte darüber diskutieren, die Mehrwertsteuer für Printprodukte abzuschaffen", fordert der G+J-Chef. Kundrun bündelt gerade nach einem massiven Rückgang der Werbeeinnahmen seine Wirtschaftsmagazine "Capital", "Impulse" und "Börse Online" in Hamburg (kress.de vom 19. November 2008) und hat u.a. das People-Magazin "Park Avenue" eingestellt (kress.de vom 19. November 2008). Durch diese Maßnahmen und weitere Einmalkosten werde das Ergebnis 2008 schlechter als im Vorjahr ausfallen, räumt Kundrun ein, ein Verlust drohe G+J aber nicht.
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