NDR mit Kritiker Kreymeier im Clinch
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und sein freier Mitarbeiter Holger Kreymeier gehen künftig getrennte Wege: Der Sender habe ihn gefeuert, teilte Kreymeier am Mittwoch mit, wegen seiner "Dafür zahl' ich nicht!"-Kampagne. Unter diesem Motto agitiert Kreymeier mit einem Kinospot gegen die inhaltliche Verflachung von ARD und ZDF. Zuvor arbeitete Kreymeier in der NDR-Multimedia-Abteilung und verfasste Untertitel für Gehörlose - zwischen dem NDR-Job und seiner Tätigkeiten im Internet ("Fernsehkritik-TV") habe er nie einen Widerspruch gesehen. Jetzt sehe er sich ein bisschen wie die Elke Heidenreich des NDR (Heidenreich hatte trotz ZDF-Literatursendung gegen das Zweite gestänkert und wurde entlassen). "Der NDR erweist sich als vollkommen kritikresistent", so Kreymeier. Dort stoßen Kreymeiers Worte auf Unverständnis: Kreymeiers NDR-Einsatz sei lediglich fallweise für einzelne Schichten vereinbart worden, keineswegs habe der NDR einseitig eine Beendigung der Zusammenarbeit festgestellt, so NDR-Pressesprecher Martin Gartzke. Der NDR habe Kreymeier mitgeteilt, man müsse aufgrund seiner Initiative die weitere Zusammenarbeit überprüfen, ein klärendes Gespräch habe Kreymeier abgelehnt. Den Vergleich mit Heidenreich nimmt Gartzke schmunzelnd zur Kenntnis: "Soweit wir wissen, hat Frau Heidenreich nie Videotext-Untertitel für ZDF-Sendungen geschrieben". Kreymeier will sich indes künftig verstärkt seiner eigenen Filmproduktion Alsterfilm widmen. Ob er weiterhin GEZ-Gebühren zahlen werde, lässt er offen.
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