Ippens "HNA" probt Verzicht auf die dpa
Die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" ("HNA") verzichtet seit dieser Woche auf Meldungen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) - vorerst nur testweise, wie Jan Schlüter, der stellvertretende Chefredakteur des Blatts, der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) erklärte. Der Ausgang sei "völlig offen". Die Kasseler Regionalzeitung, die wie der "Münchner Merkur" und der "Westfälische Anzeiger" dem Verleger Dirk Ippen (Foto) gehört, wolle nun sechs Wochen lang ihr Blatt nur mit anderen Nachrichtendiensten bestücken. Danach werde die Redaktion beraten, ob sie die dpa für ihre Arbeit brauche. Anders als bei den Blättern der WAZ-Gruppe habe die "HNA" das dpa-Abo noch nicht gekündigt (kress.de vom 3. Februar 2009). "Wenn die WAZ die dpa aufkündigt, wird das den Zeitungen zum Vorteil sein", so Verleger Ippen auf den Münchner Medientagen im vergangenen Oktober über den damals nur angedachten Ausstieg der WAZ-Blätter (kress.de vom 31. Oktober 2008). Der aktuelle Test-Ausstieg sei jedoch keine Vorgabe Ippens gewesen, sagt Schlüter. Auch die Auswertung Anfang Mai sei "allein unsere Sache". Als Kostenfaktor sei die dpa "ein großer Block", den man prüfen müsse. Die "SZ" schätzt die Kosten angesichts einer verkauften Auflage von 230.500 Exemplaren auf einen höheren sechsstelligen Betrag.
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