"Zeit"-Chef Esser spricht Klartext:
"Google ist kein Samariter"
Das Internet sei ein Geschenk für Verlage - starke Print-Titel hätten dadurch ihre Reichweite verdoppelt, so Rainer Esser (Foto), Verlagsgeschäftsführer der "Zeit". Allerdings fehlen nach wie vor die Refinanzierungsmodelle, gab er bei einer Podiumsdiskussion der dpa-Tochter News Aktuell am Dienstagabend in Hamburg zu. Christoph Keese, Public-Affairs-Chef bei Axel Springer, machte sich für das Thema Copyrights stark: "Die Zahlungsströme fließen derzeit komplett an den Produzenten der Inhalte vorbei" - und zwar zu den Telekommunikationsanbietern und Google. Google-Sprecher Kay Oberbeck vertrat dagegen in bewährter Google-Manier das Anliegen des Konzerns, "den Verlagen aus der Krise zu helfen". Davon könne jedoch keine Rede sein, konterte Esser: "Google ist kein Samariter". Schließlich sacke der Konzern 50 bis 60% der AdSense-Einnahmen selbst ein, bei Mediaagenturen liege diese Rate höchstens bei 15%. Esser setzt daher auf ein Bouquet an Einnahmequellen, etwa aus Displaywerbung, E-Commerce, Pay-per-Views etc. Fried von Bismarck, Verlagsleiter "Spiegel", könnte sich sogar eine Inhalte-Flatrate à la Gema-Modell vorstellen - umblättern.
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