DuMont Mediengruppe: Vorstandsvorsitzender Christoph Bauer fordert mehr Unternehmertum

 

Mehr Eigenkapital und eine Verdopplung des Gewinns im Vergleich zum Vorjahr - das Ende 2014 aufgesetzte Programm "Perspektive Wachstum" scheint bei der DuMont Mediengruppe langsam, aber sicher zu greifen. Wie aus der jetzt veröffentlichen Bilanz für 2015 hervorgeht, hat das Unternehmen ein Gesamtergebnis von 10,3 Millionen Euro erzielt, auch das Eigenkapital konnte auf rund 14 Prozent erhöht werden. Im Gespräch mit kress.de fordert Christoph Bauer, seit 2014 DuMont-Vorstandsvorsitzender, die eigenen Mitarbeiter zu mehr Unternehmertum auf.

Es sind gute Zahlen, die da aus Köln kommen. Das Wachstumsprogramm bei einem der größten Zeitungshäuser Deutschlands, das in den vergangenen Monaten einige Hindernisse nehmen musste, bringt das Unternehmen wieder auf Kurs. So kamen alleine durch den Mindestlohn auch für Zeitungszusteller 2015 Mehrbelastungen in Höhe von 20 Millionen Euro vor allem in Sachsen-Anhalt und Berlin hinzu. Noch ist es zwar ein weiter Weg, den das Top-Management - Christoph Bauer, Stefan Hütwohl und Otto Christian Lindemann - nehmen muss, die Bilanz von 2015 zeigt aber, dass bei DuMont die Hausaufgaben gemacht werden.

Im Gespräch mit kress.de freut sich Vorstandsvorsitzender Christoph Bauer über die Entwicklungen, gesteht aber auch ein, dass die Entwicklung noch auf einem "bescheidenen Niveau" verlaufe: "Aber man sieht so die ersten positiven Entwicklungen, nicht zu vergessen, dass wir wirklich ein sehr, sehr anstrengendes Jahr wegen der Mindestlohnbewältigung hatten."

Bauer ist überzeugt, dass das Unternehmen sich auf dem richtigen Weg befinde: "Was das Vorgehen angeht, sind wir, wenn man mal sagt man braucht so fünf Jahre, um die erste Ausrichtung abschließen zu können, haben wir einen Drittel des Weges zurückgelegt. Wir sind sehr, sehr gut unterwegs, planmäßig unterwegs. Es geht uns um die Perspektive, um die Zukunft, wir sehen auch jetzt 2015, dass schon leichte Umsatzentwicklungen kommen. Aber das kann ja nicht alles sein. Wir wollen unsere Regionalmedien, die wir ja auch neu organisiert haben, modernisieren und digitalisieren. Das Thema Digital wird jetzt die nächsten Jahre von zehn Prozent auf 60, 70 Prozent auf der Agenda anwachsen. Verschiedene Initiativen führen dazu, dass wir das Thema auch hochlaufen lassen. Bis hin in den Bereich unserer Business Information und eben Digitalgeschäft. Und da nimmt man uns auch wahr als kompetenten und wieder neuen Player, der durchaus auch attraktiv ist für viele auch Unternehmer. Dass wir hier Partnerschaften eingehen können. Und das wird uns die nächsten zwei, drei Jahre sicher sehr, sehr intensiv im Nauaufbau noch beschäftigen."

Für die Entwicklung des Medienhauses sei es enorm wichtig, klare Werte zu vertreten: "Als Unternehmen schaffen wir nicht nur Wert, also ökonomischen Wert, an dem müssen wir weiter hart arbeiten, wir schaffen auch Werte", so Christoph Bauer in seinem ersten Interview seit dem Tod von Alfred Neven DuMont im Mai 2015.

Zu den Werten bei DuMont gehören laut Christoph Bauer Unternehmertum, Glaubwürdigkeit und eine liberale Grundhaltung: "Liberale Grundhaltung heißt: Eigenverantwortung zu übernehmen, voran gehen, offen sein für neue Ideen, nicht dogmatisch sich in eine Richtung zu verrennen, sich zugestehen, dass man auch vielleicht wenn man eine andere Einschätzung hatte, immer schlauer werden kann. Dass sind die drei Kernwerte, die auch schon lange im Unternehmen verankert sind, die wir jetzt redaktionell etwas mehr in den Vordergrund gestellt haben."

Von den eigenen Mitarbeitern wünscht sich Christoph Bauer noch mehr Ideen für die Entwicklung des Unternehmens. Wer Ideen für neue Produkte habe, solle sich einbringen, lautet Bauers Wunsch: "Ja, neue Ideen einbringen, mutig sein, nach vorne gehen, Dinge auch ausprobieren. Nicht Unterlassertum, sondern Unternehmertum", fordert Bauer von den Mitarbeitern bei DuMont. Als Ideenschmiede sollen auch verschiedene Weiterbildungsangebote wie die DuMont Management Akademie für Führungskräfte oder der DuMont Campus dienen, die derzeit aufgebaut werden: "Wir werden nur in die Zukunft gehen, wenn wir als Arbeitgeber attraktiv sind. Und da gehört das Thema Aus- und Weiterbildung an oberster Stelle."Ein zeitliches Fenster, wann der Umbau bei DuMont komplett sei, wollte Christoph Bauer nicht benennen. Bauer glaubt, dass gerade im Zeitungsgeschäft noch Kooperationen mit anderen Medienhäusern möglich und sinnvoll sind, beispielsweise im Berliner Markt der Regionalzeitungen.

Hintergrund DuMont Mediengruppe

Zur Mediengruppe mit ihren drei Geschäftsfelder Regionalmedien, Business Information und Digital gehören unter anderem die Medienmarken Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Berliner Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung, "Express", Berliner Kurier, Hamburger Morgenpost. Außer regionalen Anzeigenblättern zählen der DuMont Buchverlag sowie lokale Radio- und TV-Sender wie TV Halle und joiz Germany dazu. Über die Venture-Fonds Capnamic und DuMont Venture ist die Mediengruppe auch an jungen Unternehmen beteiligt. Für DuMont arbeiten 3376 Mitarbeiter.

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