Abschied schon Ende Januar: Ulrich Reitz verlässt "Focus"

 

Ulrich Reitz, ehemaliger Chefredakteur und aktuell Editor-at-Large beim "Focus", verlässt das Nachrichtenmagazin nach kress.de-Infos bereits Ende diesen Monats - auf eigenen Wunsch.

Reitz, der bereits 1992 zur Gründungsmannschaft von "Focus" gehörte und damals in Bonn das Korrespondentenbüro der Zeitschrift aufbaute, übernahm im Oktober 2014 die Chefredaktion des Magazins. Bereits am 1. März 2016 übergab Reitz die "Focus"-Führung an Robert Schneider, blieb aber als Editor-at-Large der Chefredaktion erhalten. Die Themengebiete von Ulrich Reitz: Politik und Debatte.

In seiner Amtszeit als Chefredakteur, lobte ihn damals Burda-Vorstand Philipp Welte, habe Reitz drei zentrale Weichenstellungen erfolgreich vorangetrieben - die Umstellung auf den neuen Erscheinungstag, den Umzug nach Berlin und die Etablierung neuer redaktioneller Prozesse.

Als Editor-at-Large hat Reitz vor allem in seiner wöchentlichen Kolumne klare Kante gezeigt und bewiesen, dass er zu den profiliertesten konservativen Publizisten der Republik gehört. Offensichtlich hat diese Aufgabe Reitz aber nicht komplett ausgefüllt. Schneider und Reitz schätzen sich, derzeit gibt es Gespräche in der "Focus"-Chefredaktion, ob und in welcher Form, beispielsweise als freier Kolumnist, Reitz dem Nachrichtenmagazin erhalten bleiben kann. Wohin es Reitz tatsächlich zieht - unklar.

Inzwischen hat Burda die kress.de-Recherchen bestätigt: "Ulrich Reitz verlässt Focus auf eigenen Wunsch, um neue Wege zu gehen", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Hintergrund: Ulrich Reitz ist Gründungsmitglied des "Focus", bis 1997 leitete er in Bonn die Parlamentsredaktion des Nachrichtenmagazins. Zuvor ist er für "Die Welt" tätig gewesen. Nach seiner Zeit bei "Focus" übernahm er die Chefredaktion der "Rheinischen Post". Von 2005 bis Juni 2014 war er Chefredakteur der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

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