Exklusiv: Chefredakteurin Marion Horn verlässt Bild am Sonntag und Axel Springer

12.11.2019
 

Axel Springer hat den von kress exklusiv gemeldeten Abgang von Chefredakteurin Marion Horn bestätigt. Sie gibt ihren Posten als Bild am Sonntag-Chefredakteurin auf und verlässt Axel Springer. Hintergrund ist die engere Verzahnung von Bild und Bild am Sonntag.

Der Abschied von Marion Horn fällt in den Großumbau bei Axel Springer: "Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen": Diese "Umschichtung" hatte Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner vor rund zwei Monaten angekündigt. 50 Mio Euro will der Konzern im Bereich News Media National einsparen. Von den Maßnahmen sind auch die Redaktionen von Bild und Bild am Sonntag betroffen, die weiter zusammengeführt werden sollen.

kress pro-Chefredakteur Markus Wiegand schrieb in der September-Ausgabe: "Potenzial für Kostensenkungen würde auch eine Zusammenlegung oder stärkere Verzahnung der Redaktionen von Bild und Bild am Sonntag bieten. Bisher werden beide weitgehend autonom geführt. Dabei sind Bild-Chef Julian Reichelt und Bild am Sonntag-Chefin Marion Horn nicht durch innige Zweisamkeit oder den Hang zu übertriebener Kooperation aufgefallen. Nur die Sportredaktion arbeitet schon für beide Titel."

An diesem Dienstag um 12:45 Uhr wurden die Bild-Mitarbeiter nach kress-Informationen darüber informiert, dass Marion Horn die Bild am Sonntag und Axel Springer verlässt. Ihre Nachfolge tritt Alexandra Würzbach an, bislang Stellvertreterin des Bild-Chefredakteurs. Was Julian Reichelt mit Würzbach vorhat.

Horn hat zahlreiche journalistische Stationen absolviert, bevor sie 2013 die erste Chefredakteurin der BamS wurde. Mit 23 Jahren Ressortleiterin bei Bild der Frau, dann mit 26 Jahren Deutschlands damals jüngste Chefredakteurin beim Erotikmagazin Das neue Wochenend. Danach war sie Chefredakteurin von TV Hören und Sehen und der Tageszeitung Hamburger Morgenpost - als Nachfolgerin von Mathias Döpfner. 2001 holte Kai Diekmann Marion Horn in die Bild-Chefredaktion. Von 2001 bis 2007 war sie stellvertretende Chefredakteurin, bevor sie in gleicher Position für ein Jahr zur Bild am Sonntag wechselte. 2008 kehrte sie zu Bild zurück und wurde 2012 zur Stellvertreterin des Chefredakteurs berufen.

"Ich finde, dass Chefredakteur oder Chefredakteurin zu sein wirklich der allergeilste Job der Welt ist. Da hat man tatsächlich einen großen Gestaltungsspielraum", sagte Marion Horn zuletzt in einem Interview mit inside.pod dem Podcast-Angebot von Axel Springer. Sie sei nicht gut darin, um Erlaubnis zu fragen. Man müsse ein bisschen Lust darauf haben, auf Nummer 1 zu spielen. "Man hat die Mitarbeiter, die man verdient, man hat den Erfolg, den man verdient. Wenn es gut läuft, dann war es das Team, wenn es schlecht läuft, dann bist du schuld", so Horn.  Sie habe noch nie gehört, eine Redaktion sei schlecht. Man müsse es mögen. Sie könne das ganz gut aushalten. Ihr habe dabei immer ihr Motto geholfen: "Ob du denkst, du kannst es oder du kannst es nicht, in beiden Fällen hast du recht".

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