Vertrauen in traditionelle Medien liegt in Deutschland auf einem Allzeit-Hoch

20.05.2020
 

Das Vertrauen der Deutschen in die vier Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs ist so stark wie nie zuvor. Dies zeigt das Edelman Trust Barometer Frühlings-Update. Wie sich die Medientypen seit Januar entwickelt haben und warum es düster für CEOs aussieht.

In der Krise vertrauen die Deutschen der Regierung am meisten. Die Regierung rückt im Vertrauensranking der vier Institutionen Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs an die Vertrauensspitze und legt im Vergleich zu vor der Krise um ganze 19 Prozentpunkte zu (64%) - ein Allzeithoch seit 2012. Es folgen die Wirtschaft (56%, +8%pkt.), die Medien (53%, + 4%pkt.) und NGOs (50%, +7%pkt.). Das zeigen die aktuellen Daten des Edelman Trust Barometer Frühlings-Updates "Vertrauen und die COVID-19-Pandemie". Darin hat Edelman im April 2020 über 13.200 Menschen in elf Märkten zu ihrem Vertrauen befragt.

"Wir erleben aktuell eine Vertrauenswende. Die Regierung hat das Mandat zur Führung zurückgewonnen - ein Trend, der sich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit abzeichnet. Aber es bleibt abzuwarten, inwiefern dies nachhaltig ist. Es gilt, den Vertrauensvorschuss weiterhin einzulösen und den Menschen in der größten Gesundheits- und Finanzkrise unserer Zeit Orientierung zu geben sowie transparent zu agieren", sagt Christiane Schulz, CEO von Edelman Deutschland.

Auch insgesamt befindet sich das Vertrauen der Bevölkerung in die Institutionen aktuell auf einem Allzeithoch. Der Vertrauensindex in Deutschland beträgt 56 (+10 Pkt.). Global zeichnet sich ebenfalls ein Rekordlevel ab (61, +6 Pkt.).

Edelman gliedert in seiner Untersuchung die Quellen für News und Informationen in vier Typen: Traditional Media, Search Engines, Owned Media und Social Media. Das Vertrauen in Traditional Media markiert in Deutschland nach den neuesten Zahlen ein Allzeit-Hoch: 73% (+9 Pkt.). Search Engines steigern sich auf 55% (+3 Pkt.), Owned Meda um satte 15 Punkte auf 48%. Social Media liegt bei 32% (+6 Pkt.).

41 Prozent der Befragte bescheinigen den Medien bei der Berichterstattung zur Corona-Krise einen guten bis sehr guten Job.

Düsterer sieht es für CEOs aus: Sie stehen bei der Frage danach, wer bei der Bekämpfung der Pandemie gute Arbeit leistet, an letzter Stelle. Nicht einmal jeder vierte Deutsche gibt an, dass CEOs den Anforderungen bei der Bekämpfung der Krise gerecht werden (24%, global: 29%). Gleichzeitig wünscht sich die Hälfte der Bundesbürger, dass CEOs die Führung bei der Bekämpfung der Pandemie übernehmen (50%, global: 65%). "CEOs müssen jetzt Führungsstärke beweisen. Besonders die schrittweise Rückkehr zur Normalität ist dafür ein guter Moment", sagt Christiane Schulz. "Gleichzeitig darf dies kein Alleingang sein. Sie müssen sich mit Wissenschaftlern und Experten zusammenschließen und eng mit anderen Institutionen wie der Regierung zusammenarbeiten."

30 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass Gesundheitsbehörden Entscheidungen für die Rückkehr zum Arbeitsplatz treffen sollten (global: 32%); 22 Prozent sprechen dies der Bundesregierung zu (global: 27%), deutlich vor lokalen Behörden (16%). Insgesamt fordern die Deutschen ein vorsichtiges Vorgehen. 66 Prozent meinen, dass die oberste Priorität der Regierung darin liegen sollte, so viele Leben wie möglich zu retten (global: 67%). Auch wenn dies bedeutet, dass die Wirtschaft mehr Schaden erleidet und sich langsamer erholt. Von CEOs erwartet die Mehrheit der Deutschen hier ebenfalls ein entsprechendes Verständnis (82%, global: 75%).

"Die Rückkehr zum Alltag und zur Arbeit ist für die Institutionen der Vertrauenstest. Mit einem gemeinsamen Ansatz kann es ihnen gelingen, dass das Vertrauenshoch mehr als nur ein Trend bleibt und sich langfristig stabilisiert", sagt Christiane Schulz.

Hintergrund: Das Frühlings-Update des Edelman Trust Barometer 2020 "Vertrauen und die COVID-19-Pandemie" ist eine Aktualisierung des Edelman Trust Barometer 2020. Die Umfrage wurde von der Marktforschungsfirma Edelman Intelligence zwischen dem 15. und 23. April durchgeführt und umfasste mehr als 13.200 Befragte in den elf Märkten Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan, Mexiko, Saudi-Arabien, Südkorea, Großbritannien und die USA. In jedem Markt wurden 1.200 Personen befragt, darunter 100 aus der informierten Öffentlichkeit (Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit einem Hochschulabschluss, einem überdurchschnittlichen Haushaltseinkommen innerhalb der Top 25 % sowie mit intensivem Medien- und Informationskonsum). 

Die Kommunikationsagentur Edelman hat in Deutschland 300 Mitarbeiter, die in Büros in Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt am Main arbeiten.

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