Das Presse-Grosso will ein Qualitätssiegel einführen.

 

Bundesverband Presse-Grosso: Grosso-TÜV in Arbeit Jetzt hat auch das Presse-Grosso ein "Change-Programm": Bei ihrer Jahrestagung in Baden-Baden haben die Mitglieder des Bundesverbands Presse-Grosso eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die Effizienz und Leistungsstärke des Grosso-Systems erhöhen sollen. Das Programm, mit "Fit für die Zukunft" betitelt, sieht u.a. vor, in Anlehnung an den TÜV ein einheitliches Qualitätssiegel für Grossisten einzuführen. Unternehmen, die Kriterien wie eine bestimmte Marktausschöpfung oder definierte Remissionswerte erfüllen, bekommen die Grosso-TÜV-Plakette für drei Jahre. Über das Feinkonzept will der Verband jetzt mit den Verlagen sprechen, ein unabhängiger Dritter in Gestalt eines noch zu bestimmendes Instituts soll das Qualtätssiegel dann irgendwann einmal vergeben. Der Grosso-Verband will zudem seine Mitglieder bei Kooperationsbemühungen und Konzentrationsprozessen stärker unterstützen. Weitere Details gibt's nach dem Umblättern!

Bundesverband Presse-Grosso:

 

Grosso-TÜV in Arbeit

Jetzt hat auch das Presse-Grosso ein "Change-Programm": Bei ihrer Jahrestagung in Baden-Baden haben die Mitglieder des Bundesverbands Presse-Grosso eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die Effizienz und Leistungsstärke des Grosso-Systems bzw. der Grosso-Unternehmen erhöhen sollen. Das Programm, mit "Fit für die Zukunft" betitelt, sieht u.a. vor, in Anlehnung an den TÜV ein einheitliches Qualitätssiegel für Grossisten einzuführen. Unternehmen, die Kriterien wie eine bestimmte Marktausschöpfung oder definierte Remissionswerte erfüllen, bekommen die Grosso-TÜV-Plakette für drei Jahre. Über das Feinkonzept will der Verband jetzt mit den Verlagen sprechen, ein unabhängiger Dritter in Gestalt eines Instituts soll das Qualtätssiegel dann irgendwann einmal vergeben.

 

Der Grosso-Verband will zudem seine Mitglieder bei Kooperationsbemühungen und Konzentrationsprozessen stärker unterstützen. Frank Nolte, erster Vorsitzender des Verbands, sprach von einer "Strukturreform, um noch effizienter zu werden". Der Verband werde aber nicht in die unternehmerische Souveränität seiner Mitglieder eingreifen: "Wir als Verband können nicht einzelnen Unternehmen vorschreiben, was sie tun sollen."

 

Hintergrund für die Bemühungen des Bundesverbandes Presse-Grosso ist die anhaltende Kritik einzelner Verlage an der angeblichen Leistungsschwäche von Grosso-Unternehmen. Maßnahmen wie das Grosso-Qualtitätssiegel sollten nun "Transparenz und Objektivität im Leistungsvergleich" bieten und das Leistungsniveau im Grosso vereinheitlichen, so der Verband.

 

Nolte ging bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes auch auf den Rechtsstreit zwischen der Bauer Media Group und den Grossisten Mügge und Grade ein. Es sei in der Auseinandersetzung "keine Einigung in Sicht", der Grosso-Verband hoffe aber weiterhin auf eine außergerichtliche Beilegung des Streits. Bauer hatte Mügge und Grade den Belieferungsvertrag für die Titel des Hauses gekündigt, wogegen diese klagen. In erster Instanz hat der Verlag in beiden Fällen verloren (kress.de vom 25. August 2009).

 

Der Grosso-Verband beklagte in Baden-Baden einmal mehr einen Rückgang der Nachfrage nach Zeitungen und Zeitschriften im Einzelverkauf. Der Absatz im Presse-Grosso sei im ersten Halbjahr um 8,06% auf 1,277 Mrd Exemplare zurückgegangen, der Umsatz um 2,29% auf 1,316 Mrd Euro gesunken. Das Presse-Grosso habe in den vergangenen zehn Jahren fast eine halbe Mrd Euro im Kerngeschäft mit Zeitungen und Zeitschriften verloren. "Wir reden über eine strukturelle Krise", sagte Nolte.

 

Nolte amtiert erst seit dem Frühjahr als erster Vorsitzender des Verbandes. Nach seiner Wahl hatte er seine vorherige Position als Fachvorstand Marketing zunächst behalten. Auf ihrer Jahrestagung bestimmten die Grossiten jetzt Frank Hoffmann als Nachfolger. Hoffmann ist geschäftsführender Gesellschafter der Presse-Vertrieb Siegerland GmbH & Co. KG, Scheuerfeld.

hk

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