Die Bilanz der dmexco: "Ich habe das Wort Krise kein einziges Mal gehört".

 

Die Bilanz der dmexco: "Ich habe das Wort Krise kein einziges Mal gehört" Die Organisatoren der ersten dmexco (Digital Marketing Exposition & Conference), Frank Schneider und Christian Muche, ziehen ein rundum positives Fazit. "Die dmexco sollte eine Leitmesse für die digitale Wirtschaft werden und das ist uns gelungen. Mit 14.200 Besuchern und 290 Ausstellern haben wir unser Ziel mehr als erreicht", sagte Schneider im Gespräch mit kress. Vor der Messe wurde als Ziel die Zahl von 12.000 Besuchern ausgegeben. Das Stimmungsbarometer war im Hoch, sagte Muche: "Ich habe das Wort Krise auf der dmexco kein einziges Mal gehört." Die wirtschaftliche Talsohle sei seiner Meinung nach erreicht. "Es gibt keinerlei übertriebene Euphorie, aber die Stimmung ist gut, optimistisch." Zum Start der dmexco hatte der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) für das Gesamtjahr ein Werbe-Umsatzplus im Internet von brutto 10% prognostiziert.

 

Die Bilanz der dmexco:

"Ich habe das Wort Krise
kein einziges Mal gehört"

Die Organisatoren der ersten dmexco (Digital Marketing Exposition & Conference), Frank Schneider und Christian Muche, ziehen ein rundum positives Fazit. "Die dmexco sollte eine Leitmesse für die digitale Wirtschaft werden und das ist uns gelungen. Mit 14.200 Besuchern und 290 Ausstellern haben wir unser Ziel mehr als erreicht", sagte Schneider im Gespräch mit kress. Vor der Messe wurde als Ziel die Zahl von 12.000 Besuchern ausgegeben. Das Stimmungsbarometer war im Hoch, sagte Muche: "Ich habe das Wort Krise auf der dmexco kein einziges Mal gehört." Die wirtschaftliche Talsohle sei seiner Meinung nach erreicht. "Es gibt keinerlei übertriebene Euphorie, aber die Stimmung ist gut, optimistisch." Zum Start der dmexco hatte der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) für das Gesamtjahr ein Werbe-Umsatzplus im Internet von brutto 10% prognostiziert.

 

Die dmexco-Konferenz mit über 100 Stunden Programm sei ebenfalls "ein voller Erfolg" gewesen, bilanzierte Muche: "Die Konferenz der dmexco war das Beste, was man dieses Jahr in Europe sehen konnte. Mehr als ein Drittel des Programms war auf Englisch, wir hatten hochkarätige Referenten." Der Chef von Publicis, Maurice Lévy, habe sein Kommen für das nächste Jahr schon wieder zugesagt. 

 

Lévy sorgte dann auch für einen der interessantesten und vor allem charmantesten Auftritte. Er interviewte den AOL-Chef Tim Armstrong. Bei einer besonders diplomatischen Antwort Armstrongs über die Vergangenheit von AOL sagte Lévy: "Tim, du bist sehr jung, du brauchst nicht zu reden wie ein Politiker." Armstrong, der Lévy als einen "Mentoren" bezeichnete, sagte dann auch, AOL sei zuletzt zu wenig Risiken eingegangen. Die Zukunft liege für das Internet-Unternehmen im Geschäft mit Inhalten. "Wir werden AOL radikal verändern", so Armstrong.  

 

Zu den wichtigsten Themen gehörten wie erwartet Mobile und Social Media sowie Bewegtbild. Die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) stellte erstmals Details zur mobilen Reichweitenmessung "mobile facts" vor. Von ihr versprechen sich Vermarkter und Werbungtreibende stichhaltige Gründe, um mehr Geld in die Werbung auf Mobilportalen zu stecken. Bereits seit Jahren ist die Rede davon, dass Mobile Advertising das "nächste große Ding" wird. 

 

Gespräche mit Vermarktern zeigen, dass in wirtschaftlich angespannten Zeiten vor allem performance-orientierte Abrechnungsmodelle bevorzugt werden. Bei denen zahlen Werbungtreibende nur, wenn auch entsprechend auf die Werbung geklickt wird oder sogar ein Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung erfolgt. Risikominderung steht darum im Fokus. Insgesamt, so war allerdings immer wieder in Gesprächen zu hören, gehe die digitale Wirtschaft als Gewinner aus der Krise hervor. "Wir wachsen stärker als andere Medien", sagte Paul Mudter, Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises im BVDW.

 

Noch steigerungsfähig ist der Anteil an internationalen Ausstellern der dmexco, der zum Start bei 10% lag. "Wir stehen ja ganz am Anfang. Für 2010 gibt es noch viel Spielraum nach oben", sagte Geschäftsführer Schneider. In Gesprächen mit internationalen Gästen habe er allerdings sehr positive Rückmeldungen bekommen, so Christian Muche. Der Chef des Aegis-Netzwerkes Isobar, Mark Cranmer, habe ihm gegenüber sogar gesagt: "So etwas bekommen wir in UK oder den USA in 100 Jahren nicht hin." 

 

Der BVDW als Träger der dmexco zog ebenfalls ein positives Fazit. Verbandschef Arnd Groth sagte: "Dass die Messe samt Konferenz so erfolgreich war, hat unsere Erwartungen übertroffen." Das schließt auch ein, dass die Veranstaltung offenbar nicht nur ein Stelldichein der Branche war, sondern auch konkrete Abschlüsse zustande kamen. "Die Messe war definitiv ein Ort, um Geschäfte zu machen", sagte Geschäftsführer Schneider.  

 

Im kommenden Jahr findet die dmexco am 15. und 16. September statt. Frank Schneider wird sich schon jetzt darauf freuen. Am ersten Messetag, so erzählt er am Donnerstag abend, habe er beim Gang durch die volle Messehalle eine Gänsehaut bekommen. Auch die digitale Welt kann eben hochemotional sein. Wie sagte DDB-Kreativchef Amir Kassaei: "Digital ist kein Medium. Digital ist die Welt."

cm 

 

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.