Die SWMH hat bei ihren Gesellschaftern ein Darlehen in Höhe von 90 Mio Euro beantragt.

 

Zur Finanzierung des SV-Kaufs: SWMH borgt sich 90 Mio Euro von ihren Gesellschaftern Die Südwestdeutsche  Medienholding (SWMH) braucht Geld, um den Ende 2007 getätigten Kauf des Süddeutschen Verlags (SV) unter geänderten Rahmenbedingungen zu finanzieren. Sie hat daher nach kress-Infos bei ihren Gesellschaftern ein Darlehen in Höhe von 90 Mio Euro beantragt. Falsch ist hingegen die Meldung der  "tageszeitung", es handele sich um einen Antrag auf Kapitalerhöhung. SWMH-Geschäftsführer Richard Rebmann (Foto) bestätigte kress auf Anfrage das Gesellschafterdarlehen, ohne Angaben zur Höhe und Ausgestaltung zu machen. Wie er das Ansinnen der SWMH begründet, lesen Sie nach dem Umblättern.

Zur Finanzierung des SV-Kaufs:

 

SWMH borgt sich 90 Mio Euro von ihren Gesellschaftern

Die Südwestdeutsche  Medienholding (SWMH) braucht Geld, um den Ende 2007 getätigten Kauf des Süddeutschen Verlags (SV) unter geänderten Rahmenbedingungen zu finanzieren. Sie hat daher nach kress-Infos bei ihren Gesellschaftern ein Darlehen in Höhe von 90 Mio Euro beantragt. Falsch ist hingegen die Meldung der "tageszeitung", es handele sich um einen Antrag auf Kapitalerhöhung. SWMH-Geschäftsführer Richard Rebmann (Foto) bestätigte kress auf Anfrage das Gesellschafterdarlehen, ohne Angaben zur Höhe und Ausgestaltung zu machen.

 

Die SWMH hatte seinerzeit ihren Anteil am SV für schätzungsweise 625 Mio Euro um 62,5 auf 81,25% aufgestockt und mit den Banken eine kurzfristige Tilgung der Schulden vereinbart. Diesen Plan kann sie nun nicht einhalten: "Bedingt durch die damals nicht vorhersehbare Finanz- und Wirtschaftskrise und zurückgehender Umsätze, vor allem Anzeigenumsätze, werden wir in Abstimmung mit den finanzierenden Banken die Tilgung strecken", schreibt Rebmann auf kress-Anfrage. "Um dies zu erreichen, ist auch ein Beitrag der Gesellschafter erforderlich." Die Hauptgesellschafter stünden "geschlossen und positiv hinter dem Unternehmen" und er habe "keinen Zweifel daran, dass das benötigte Darlehen zeitgerecht zur Verfügung gestellt wird", so Rebmann weiter. Es gebe bereits "deutliche Signale von den Gesellschaftern".

 

Die SWMH gehört zu je 45,9% der finanzstarken Medien Union ("Rheinpfalz") und der Gruppe Württembergischer Verleger. Sprecher und stärkster Einzelgesellschafter dieser Gruppe ist der Ulmer Verleger Eberhard Ebner ("Südwest-Presse"). Die beiden großen Eigentümer bzw. Eigentümergruppen sollen  jeweils knapp die Hälfte der 90 Mio Euro übernehmen. Die "taz" hatte fälschlich behauptet, allein die Württemberger müssten eine Summe in dieser Höhe schultern.

 

Die Probleme der SWMH, den SV-Kauf zu finanzieren, sind bereits im September ruchbar geworden. Das "manager magazin" sah die Schwaben in der "Schuldenfalle" (kress.de vom 25. September 2009). Die SWMH müsse möglicherweise eine Kapitalerhöhung beantragen, so damals das "mm". Einen solchen Schritt hätten möglicherweise einzelne Gesellschafter nicht mitmachen können, Verschiebungen im Eigentümerkreis drohten. Diesen Weg hat die SWMH unter Rebmanns Regie nun allerdings doch nicht eingeschlagen.

 

Rebmann ging in seiner Stellungnahme auch auf die Vorgänge in der Druckerei des Zeitungshauses Stuttgart ("Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten") ein, das mehrheitlich zur SWMH gehört. Dort sollen Sozialversicherungen und Fiskus geprellt worden seien, indem Sonderschichten und Überstunden den Beschäftigten als weitgehend steuer- und sozialabgabenfreie Sonntagszuschläge ausbezahlt wurden. Rebmann beteuerte, dass es derzeit kein Verfahren gegen das Unternehmen gebe, sondern ausschließlich gegen einen ehemaligen Mitarbeiter. Dem Abteilungsleiter war gekündigt worden, er zeigte sich daraufhin selbst an und löste so die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus.

Henning Kornfeld

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.