Die Bauer Media Group steigert ihren Konzernumsatz um 275 Mio auf 2,06 Mrd Euro.

 

Emap sei Dank: Ausland beflügelt Bauer-Umsatz Die Bauer Media Group wird 2009 ihren Konzernumsatz voraussichtlich um rund 275 Mio auf 2,06 Mrd Euro steigern. Der Grund: Der Konzern hat erstmals die 2008 von der britischen Verlagsgruppe Emap übernommenen Zeitschriften, Radio- und TV-Stationen berücksichtigt. Deswegen wird auch der Auslandsanteil am Umsatz mit 1,18 Mrd Euro oder 57% über dem Inlandsanteil liegen. Hierzulande sieht es auch für Bauer eher düster aus: Der Inlandsumsatz wird voraussichtlich von 925 (2008) auf 883 Mio Euro sinken. Der Konzern rechnet auf dem deutschen Markt mit stagnierenden Umsätzen im Vertrieb und einen Rückgang der Anzeigenerlöse um etwa 20%.Verleger Heinz Bauer (Foto), gerade 70 Jahre alt geworden, präsentierte die Zahlen bei der Jahres-PK in Hamburg. Ihm zur Seite saß seine Tochter Yvonne, seit Juli Mitglied der Geschäftsleitung. Vor dem Gebäude protestierten unterdessen die Mitarbeiter der Kölner Druckerei, die Bauer stilllegen wird. Umblättern!xxxx

Emap sei Dank:

 

Ausland beflügelt Bauer-Umsatz

Die Bauer Media Group wird 2009 ihren Konzernumsatz voraussichtlich um rund 275 Mio auf 2,06 Mrd Euro steigern. Der Grund: Der Konzern hat erstmals die 2008 von der britischen Verlagsgruppe Emap übernommenen Zeitschriften, Radio- und TV-Stationen berücksichtigt. Deswegen wird auch der Auslandsanteil am Umsatz mit 1,18 Mrd Euro oder 57% über dem Inlandsanteil liegen. Hierzulande sieht es auch für Bauer eher düster aus: Der Inlandsumsatz wird voraussichtlich von 925 (2008) auf 883 Mio Euro sinken. Der Konzern rechnet auf dem deutschen Markt mit stagnierenden Umsätzen im Vertrieb und einen Rückgang der Anzeigenerlöse um etwa 20%.

 

Die "erfolgreiche Expansion im Ausland" habe "trotz des Hintergrunds stagnierender Entwicklungspotenziale im Inland für Stabilität bei der Umsatzentwicklung gesorgt", teilt Bauer mit. Im Jahr 2008 waren die Umsätze von Bauer Media in Großbritannien noch nicht berücksichtigt worden. Bauer hatte 2008 rund 1,6 Mrd Euro für die Zeitschriften, Radios und TV-Stationen von Emap bezahlt (kress.de vom 25. Januar 2008). 

 

Verleger Heinz Bauer (Foto), gerade 70 Jahre alt geworden, präsentierte die Zahlen bei der Jahres-PK in Hamburg. Ihm zur Seite saß seine Tochter Yvonne, seit Juli Mitglied der Geschäftsleitung und heiße Kandidatin für den Chefsessel (kress.de vom 24. Juni 2009). Auf den Generationenwechsel bereitet sich Bauer mit der Gründung diverser GmbHs vor. An ihnen sind alle seiner drei Töchter beteiligt - haften tut aber Yvonne Bauer. Der Umbau soll in wenigen Monaten abgeschlossen sein.

 

Nur noch 2.600 Mitarbeiter in Deutschland

 

Bauer rechnet frühestens 2010 mit einer Verbesserung von Umsatz und Ertrag - und will weiter "Synergieeffekte" und "Kostensenkungspotentiale" nutzen. "Tendenziell wird die Mitarbeiterzahl sinken", kündigt Heinz Bauer an. Hierzulande wurde schon gespart: Derzeit beschäftigt Bauer in Deutschland nur noch 2.600 Mitarbeiter, 2008 waren es noch 3.300. 

Die Schließung der Kölner Druckerei mit rund 380 Betroffenen schlägt hier noch gar nicht zu Buche. Bereits im vergangenen Jahr wurden hier ordentlich Stellen gestrichen. Derzeit befindet sich Bauer mit dem dortigen Betriebsrat in Gesprächen und verhandelt über einen Sozialplan. Das hielt einige der Mitarbeiter jedoch nicht ab, vor dem Gebäude der Jahres-PK gegen die Schließung der Druckerei zu protestieren. Viel Hoffnung besteht nicht - Bauer sieht keine Alternative: "Der deutsche Druckerei-Markt leidet an Überkapazität." 

 

Digital-Umsatz steigt auf 45 Mio Euro

 

Die Digitalsparte, traditionell unterrepräsentiert beim Bauer Verlag, legt von 29 Mio Euro Umsatz 2008 auf 45 Mio Euro 2009 zu, rund ein Drittel davon kommt aus Deutschland. "Wir können auch online", so Geschäftsleiter Andreas Schoo. Größtes Internet-Projekt in Deutschland war in diesem Jahr die Einführung der Frauen-Website "Wunderweib" (kress.de vom 30. Juli 2009).

 

Ferner stehe Bauer nach wie vor hinter der "Hamburger Erklärung", in der sich deutsche Verlage gegen die "Kostenloskultur" im Internet aussprechen. "Wir werden alles daran setzen, dass hier ein Umdenken stattfindet", sagt Schoo. Als Vorbild gilt für ihn die Musikbranche, die dank Apple aus der Gratisfalle herausfand. Auch für das Printgeschäft setzt Schoo seine Hoffnungen auf Apple, das derzeit an Tablet-PC werkelt, eine Mischung aus Laptop und Smartphone.

 

hk/nk

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