Der SID startet die Dienste SID TV und SID Images und holt Timon Saatmann als Chefredakteur.

 

Wandel zum Multimedia-Dienstleister: SID startet Video-Service und holt Timon Saatmann als ChefDer Sport-Informations-Dienst (SID) in Neuss will sich zum Multimedia-Dienstleister entwickeln: Geschäftsführer Michael Cremer (Foto l.), 40, startet daher den neuen Video-Service SID TV und hat den fernseherfahrenen Timon Saatmann (r.), 36, als Chefredakteur engagiert. Saatmann war zuletzt als N24-Sportchef für die tagesaktuelle Berichterstattung bei dem Nachrichtensender sowie in den Nachrichten der Sender ProSieben, Sat.1 und kabel eins verantwortlich. Zum 1. Januar kommt er zu der Sportnachrichtenagentur. Neuss wird nur kurze Zeit sein Dienstort sein: Der SID zieht im zweiten Quartal 2010 nach Köln. Was Cremer mit der neuen Ausrichtung bezweckt, lesen Sie nach dem Umblättern.xxxx

Wandel zum Multimedia-Dienstleister:

SID startet Video-Service und
holt Timon Saatmann als Chef

Der Sport-Informations-Dienst (SID) in Neuss will sich zum Multimedia-Dienstleister entwickeln: Geschäftsführer Michael Cremer (Foto l.), 40, startet daher den neuen Video-Service SID TV und hat den fernseherfahrenen Timon Saatmann (r.), 36, als Chefredakteur engagiert. Saatmann war zuletzt als N24-Sportchef für die tagesaktuelle Berichterstattung bei dem Nachrichtensender sowie in den Nachrichten der Sender ProSieben, Sat.1 und kabel eins verantwortlich. Zum 1. Januar kommt er zu der Sportnachrichtenagentur. Neuss wird nur kurze Zeit sein Dienstort sein: Der SID zieht im zweiten Quartal 2010 nach Köln.

 

SID-Chef Cremer will mit der neuen Ausrichtung die Abhängigkeit der Agentur vom Textdienst lockern, der bislang noch mit rund 60% zum Gesamtumsatz beiträgt. "Wir verstehen uns als der Nachrichtendienstleister für Sportmedien und wollen den Wandel mitvollziehen", sagt er zu kress. Der SID müsse seinen Kunden daher alle Medienformen anbieten, Text sei "nur ein Teil des Gesamttableaus".

 

SID TV soll zu den Olympischen Winterspielen im Februar 2010 in Vancouver starten. Bilder von den Sportereignissen selbst wird es nicht geben, weil die Agentur daran keine Rechte hat. Sie plant vielmehr Interviews, O-Töne und Trainingsbilder. "Ambitionierte Regionalzeitungen wollen Fernsehen", glaubt Cremer. Auch Fernsehsender hat er im Visier: Sie könnten häufig nicht selbst jeden wichtigen Termin besetzen und kämen daher als Abnehmer für die Videos der Agentur in Frage.

 

Cremer wird das Personal für den neuen Service allerdings nicht aufstocken, sondern will ihn mit vorhandenen Ressourcen stemmen und von der flächendeckenden Präsenz der Agentur bei Sportveranstaltungen profitieren: "Wer zu einem Termin geht, soll in Zukunft einen Trainer oder Sportler einige Sätze in die Kamera sprechen lassen. Wir investieren in die Ausbildung unserer Mitarbeiter, in professionelle Ausrüstung und ins Produktmanagement, werden aber keine reinen VJs einstellen."

 

Auch dem unbewegten Bild wenden sich Cremer und die Seinen zu: Im ersten Halbjahr 2010 startet SID Images, ein Dienst, der deutsche Medien mit Fotos aller wichtigen Sportveranstaltungen versorgen soll. Als Verantwortlicher dafür ist Oliver Hamann im Anmarsch, der zuvor für Getty Images und dpa Picture Alliance gearbeitet hat. Bilder von Sportereignissen im Ausland wird die SID-Mutter AFP beisteuern, das Inland sollen freie Fotografen und kleinere Agenturen beackern. Diese Partner können SID Images als Vertriebskanal nutzen, sie zahlen im Gegenzug eine Provision.

 

SID ist eine 100%-ige Tochter der französischen Nachrichtenagentur AFP und beschäftigt rund 80 festangestellte Mitarbeiter. Der Umsatz beträgt nach Unternehmensangaben rund 8 Mio Euro pro Jahr.

 

Einen ausführlichen Bericht zu den SID-Plänen lesen Abonnenten im neuen kressreport 22/09.

Henning Kornfeld

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