TV-Sender tun sich besonders schwer: Medienmarken haben Nachholbedarf im Internet.

12.11.2009
 nk
 

TV-Sender tun sich besonders schwer: Medienmarken haben Nachholbedarf im Internet Deutsche Verlage und TV-Sender haben nach wie vor Probleme, ihre klassischen Medienmarken ins Internet zu überführen. Das ergab die Studie "Offline versus Online" von OC&C Strategy Consultants. Die Beratungsfirma untersuchte die Online-Reichweite im Vergleich zur Offline-Reichweite und ermittelte so die "Transformationsfähigkeit" der Medienmarken. Von den zehn reichweitenstärksten Print-Titeln schafft allein "Der Spiegel" mit einem Online-Anteil von 48% fast ein Gleichgewicht zwischen Off- und Online-Reichweite. In der Zielgruppe 14- bis 29-Jährige hat "Spiegel Online" bereits mehr Leser als die Print-Ausgabe. Bei den Verlagen haben Springer und Burda als "Transformatoren" die Nase vorn, bei den TV-Sendern geht es insgesamt eher schleppend voran - mehr nach dem Umblättern!

TV-Sender tun sich besonders schwer:

Medienmarken haben
Nachholbedarf im Internet

OC&C-StudieDeutsche Verlage und TV-Sender haben nach wie vor Probleme, ihre klassischen Medienmarken ins Internet zu überführen. Das ergab die Studie "Offline versus Online" von OC&C Strategy Consultants. Die Beratungsfirma untersuchte die Online-Reichweite im Vergleich zur Offline-Reichweite und ermittelte so die "Transformationsfähigkeit" der Medienmarken. Von den zehn reichweitenstärksten Print-Titeln schafft allein "Der Spiegel" mit einem Online-Anteil von 48% fast ein Gleichgewicht zwischen Off- und Online-Reichweite. In der Zielgruppe 14- bis 29-Jährige hat "Spiegel Online" bereits mehr Leser als die Print-Ausgabe.

 

Der "Focus" folgt auf dem zweiten Platz mit 40% - hat aber bekanntlich eine deutlich geringere Gesamtreichweite. Die "Bild" holte 2009 auf und kommt auf einen Online-Anteil von 32% ihrer Leser. Am schlechtesten schnitten die Titel "TV Spielfilm" (8%), "Sport Bild" (7%) und "Bild der Frau" (7%) ab.

 

Sortiert nach Themensegmenten sind Wirtschaftsmedien und Zeitungen recht erfolgreich mit Online-Reichweiten von durchschnittlich 46% bzw. 45%. Computer-Angebote erreichen bereits mehr Leser online als offline (60%). Am schwächsten sind Marken aus dem Segment Frauen & People: Sie finden nur durchschnittlich 9% ihrer Leser im Internet. Viel stärker sind hier Online-only-Angebote wie "goFeminin.de", "Fem.com" und "Glam.de". Auch Jugendtitel (13%) und Programmies (11%) bekleckern sich nicht mit Ruhm, was die durchschnittliche Online-Reichweite betrifft.

 

Springer und Burda sind Top-"Transformatoren"

 

Bei den Verlagen liegen Springer und Burda als "Transformatoren" vorn - maßgeblich dank "Bild.de" sowie "Chip.de" und "Focus.de". Schlusslicht ist der Bauer Verlag, der 2009 zwar zulegte - aber mit 8% durchschnittlicher Online-Reichweite kaum zufrieden sein kann. Vielleicht hilft dem Verlag das neu gestartete "wunderweib.de" ein wenig auf die Sprünge. 

 

TV-Sender tun sich schwer

 

Bei den TV-Sendern verläuft die Transformation der Marken ins Internet insgesamt eher schleppend. ProSieben schneidet mit einem Online-Anteil von rund einem Viertel seiner Zuschauer am besten ab. RTL schafft 21% - trotz größerer Gesamtreichweite. Sat.1 kommt auf einen Online-Anteil von 9%, die kleineren Sender Vox, kabel eins und RTL II auf maximal 5%.

 

"Die Transformation bestehender Marken und deren Monetarisierung sind wichtige Bausteine für den Erfolg - aber für die Herausforderungen der Zukunft wird ein Medienhaus nur dann gerüstet sein, wenn es auch in neue Marken investiert und innovative Geschäftsmodelle wie ein performance-orientiertes Werbegeschäft, E-Commerce oder Paid-Content-Service und -Modelle etabliert", gibt Andreas von Buchwaldt von OC&C zu Bedenken.

 

Die gesamte Studie gibt es unter "www.occstrategy.de" zum Download.

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