Habemus ZDF-Chefredakteur: Frey folgt auf Brender.

10.12.2009
 nic
 

Habemus ZDF-Chefredakteur:  Peter Frey beerbt Nikolaus Brender Weißer Rauch steigt auf über Mainz: Peter Frey (Foto), 52, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, beerbt am 1. April 2010 Nikolaus Brender im Amt des ZDF-Chefredakteurs. Seine Nachfolgerin in der Hauptstadt-Dependance wird Innenpolitikchefin Bettina Schausten. Der ZDF-Verwaltungsrat folgte einstimmig einem Vorschlag des Intendanten Markus Schächter - wenigstens dieses Mal. Ende November hatte das Gremium noch wenig Rücksicht auf Schächters Meinung genommen und eine Vertragsverlängerung für den von ihm favorisierten Brender abgelehnt. Mehr über die Aufsteiger - Umblättern!

Habemus ZDF-Chefredakteur:

 

Peter Frey beerbt Nikolaus Brender

Weißer Rauch steigt auf über Mainz: Peter Frey (Foto), 52, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, beerbt am 1. April 2010 Nikolaus Brender im Amt des ZDF-Chefredakteurs. Seine Nachfolgerin in der Hauptstadt-Dependance wird Innenpolitikchefin Bettina Schausten. Der ZDF-Verwaltungsrat folgte einstimmig einem Vorschlag des Intendanten Markus Schächter - wenigstens dieses Mal. Ende November hatte das Gremium noch wenig Rücksicht auf Schächters Meinung genommen und eine Vertragsverlängerung für den von ihm favorisierten Brender abgelehnt.

 

Nach der Sitzung des Verwaltungsrats am Donnerstagabend äußerte sich Schächter: "Mit Peter Frey wird ein herausragender, allseits anerkannter Topjournalist neuer Chefredakteur des ZDF. Er steht für Glaubwürdigkeit, Professionalität und die journalistische Unabhängigkeit unserer Informationssendungen. Frey ist ein führungsstarker und teamorientierter Manager, der die Voraussetzungen für den Erfolg in einer digitalen Welt sehr genau kennt."

 

Frey galt seit längerem als heißer Kandidat für den Posten. Bereits vor zehn Jahren war er im Gespräch für die Nachfolge des damaligen Chefredakteurs Klaus Bresser - damals bekam Nikolaus Brender den Job. Der Wahl-Berliner Frey stammt ursprünglich aus der Nähe von Mainz und ist seit 1985 beim ZDF, seit 2001 Leiter des Hauptstadtstudios. Zuvor war Frey Korrespondent in Washington und Leiter der Hauptredaktion Außenpolitik. Zudem hat er Anfang der 1990er-Jahre als Redaktionschef das "ZDF-Morgenmagazin" ins Leben gerufen.

 

Bettina Schausten auf Freys Spuren

 

Seine Nachfolgerin Schausten (Foto) leitet seit 2003 die Hauptredaktion Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik beim ZDF - zuvor hatte sie ebenfalls den Chefposten beim "Morgenmagazin". Einem breiten Publikum dürfte sie als Gesicht von Formaten wie "ZDF-spezial", "Was nun, ...?" und den ZDF-Wahlsendungen bekannt sein. Als Leiterin der Hauptredaktion verantwortet sie auch die politischen Dokus sowie die Redaktionen von "Länderspiegel", "blickpunkt", "ML - Mona Lisa" und "Maybrit Illner". Angefangen hat Schausten als Freie beim BR und SWF, 1996 kam sie zum ZDF. Von 1997 bis 1999 war sie persönliche Referentin des damaligen Chefredakteurs Klaus Bresser - ebenso wie Frey, der den Posten ab 1988 inne hatte. 

 

Peter Frey sieht es als die "Hauptaufgabe des neuen Chefredakteurs, die Glaubwürdigkeit des Senders, die in der öffentlichen Wahrnehmung gelitten hat, wiederherzustellen." Das Ansehen des Postens wie auch des Senders hatten mit der umstrittenen Demission Brenders Schaden genommen, die für arge Unruhe in Politik und Medien gesorgt hatte. Als Reaktion auf die entbrannte Diskussion um die mangelnde Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Verwaltungsrats-Vorsitzender Kurt Beck (SPD) Änderungen im ZDF-Staatsvertrag vorgeschlagen - und auch Zuspruch vom politischen Gegner geerntet.

 

Zoff im Verwaltungsrat

 

Vor allem auf Betreiben des CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch war im mehrheitlich konservativ besetzten ZDF-Verwaltungsrat ein monatelanger Machtkampf um die Personalie Brender dessen Abwahl vorausgegangen. Brender galt als strikt überparteilich und war deshalb manch politischer Kraft ein Dorn im Auge. Intendant Schächter setzte sich vergebens für den Verbleib Brenders ein, unterstützt von einer breiten Front von Medienmachern, Bloggern, einer Riege bekannter Staatsrechtler und Journalisten - unter ihnen auch Peter Frey.

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