Jakob Augstein im Interview: "Mein Zeithorizont sind fünf Jahre".

 

Jakob Augstein über "Der Freitag": "Mein Zeithorizont sind fünf Jahre" Gerade hat er der "Berliner Zeitung" bestätigt, dass er der leibliche Sohn des Schriftstellers Martin Walser ist, doch Fragen zu seinem eigenen Baby beantwortet er noch viel lieber. Im Interview mit dem kressreport sagt der Verleger Jakob Augstein, was der Stand der Dinge bei seiner Wochenzeitung "Der Freitag" ist: "Ich freue mich sehr über das, was wir geschafft haben. Der ganze Laden hätte auch implodieren können. Wir haben viel weniger professionelle Man-Power, als Sie sich vorstellen können. Ein oder zwei Jahre reichen nicht, mein Zeithorizont sind fünf Jahre." Augstein hat die links-liberale Wochenzeitung 2008 übernommen und im Februar 2009 zu einer "Mitmach-Zeitung" mit einer Online-Community als Unterbau umgemodelt (kress.de vom 23. Januar 2009). Wie er eines Tages an der Community verdienen will, lesen Sie nach dem Umblättern! 

Jakob Augstein über "Der Freitag":

 

"Mein Zeithorizont sind fünf Jahre"

Gerade hat er der "Berliner Zeitung" bestätigt, dass er der leibliche Sohn des Schriftstellers Martin Walser ist, doch Fragen zu seinem eigenen Baby beantwortet er noch viel lieber. Im Interview mit dem kressreport sagt der Verleger Jakob Augstein, was der Stand der Dinge bei seiner Wochenzeitung "Der Freitag" ist: "Ich freue mich sehr über das, was wir geschafft haben. Der ganze Laden hätte auch implodieren können. Wir haben viel weniger professionelle Man-Power, als Sie sich vorstellen können. Ein oder zwei Jahre reichen nicht, mein Zeithorizont sind fünf Jahre."

 

Augstein hat die links-liberale Wochenzeitung 2008 übernommen und im Februar 2009 zu einer "Mitmach-Zeitung" mit einer Online-Community als Unterbau umgemodelt (kress.de vom 23. Januar 2009).  Er habe damit gerechnet, dass die Zeitung zu 10% aus User-generated-Content besteht, sagt Augstein im Interview. Momentan liege "Der Freitag" ein bisschen darunter. "Die Integration der Nutzertexte in den Online-Teil funktioniert sehr gut, denn der Tonfall, in dem die Leute schreiben, ist dem Netz angemessen. Nicht alle Online-Texte funktionieren aber für Print", so der Verleger weiter.

 

Augstein hofft darauf, dass junge Leute die Zeitung im Netz kennenlernen und langfristig auch zu zahlenden Abonnenten werden: "Diese neuen Leute haben tendenziell Print den Rücken gekehrt, sie müssen erst einmal Bekanntschaft mit uns schließen. Wenn sie feststellen, dass wir das Netz verstehen, dass wir es ernstnehmen, dass wir unsere Leser ernstnehmen, dann erhöht das unsere Glaubwürdigkeit. Das sollte sich dann irgendwann auch in Verkäufen niederschlagen."
 

Beim "Freitag" überlegt man sogar, die Community selbst zu versilbern: "Wir erwägen, Grade von Partizipation zu verkaufen, z.B. die Möglichkeit, sich auf der Startseite des „Freitag“ zu präsentieren", sagt Augstein. Community-Erlöse könnten zur vierten Einnahmesäule neben Online-Werbung, Print-Werbung und Vertriebserlösen werden.

 

Forderungen nach einem Leistungsschutzrecht für Presseverlage erteilt Augstein, auch Sprecher der Erbengemeinschaft, die 24,9% an der Spiegel-Gruppe hält, eine Absage: "Die Klagen der Verlage über einen Klau von Texten im Internet kann ich nicht nachvollziehen. Ich sehe nicht, dass im Netz systematisch Texte gestohlen werden. Ich sehe aber, dass die Verlage ihre Produkte auf Teufel komm raus Google-kompatibel machen." Seiner Meinung nach sollten sich die Verlage zusammentun und gemeinsam Bezahlmodelle entwickeln. "Ich habe mich gefreut zu lesen, dass G+J-Chef Bernd Buchholz auch über solche Modelle für Deutschland nachdenkt", sagt Augstein. "Das ist der richtige Weg."

 

Das ausführliche Interview mit Jakob Augstein lesen Abonnenten im aktuellen kressreport 25/09.

hk

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