Der Toggo-Sender schlägt zu: SuperRTL übernimmt Scoyo

 

Die Lernplattform Scoyo wird von Bertelsmann an den TV-Sender SuperRTL verkauft. Dies bestätigten Unternehmenssprecher von Scoyo und SuperRTL gegenüber kress. Über den Verkaufspreis wollten sich die Unternehmen nicht äußern. SuperRTL gehört über CLT-UFA zu 50% zum Bertelsmann-Reich. Die andere Hälfte gehört zum Disney-Konzern. Das Startup Scoyo, in das die Gütersloher ca. 20 Mio Euro investiert haben, entsprach in seiner Geschäftsentwicklung nicht den Erwartungen von Bertelsmann. Für SuperRTL sprechen "Synergieeffekte", die sich zu den eigenen Kinderangeboten in TV und im Internet - "Toggo.de" und "Toggolino" - herstellen ließen, so ein Sprecher. Es darf vermutet werden, dass nicht jeder der 50 Mitarbeiter in Hamburg auch tatsächlich bleiben darf.<

Die Lernplattform Scoyo wird von Bertelsmann an den TV-Sender SuperRTL verkauft. Dies bestätigten Unternehmenssprecher von Scoyo und SuperRTL gegenüber kress. Über den Verkaufspreis wollten sich die Unternehmen nicht äußern. SuperRTL gehört über CLT-UFA zu 50% zum Bertelsmann-Reich. Die andere Hälfte gehört zum Disney-Konzern. Das Startup Scoyo, in das die Gütersloher ca. 20 Mio Euro investiert haben, entsprach in seiner Geschäftsentwicklung nicht den Erwartungen von Bertelsmann. Für SuperRTL sprechen "Synergieeffekte", die sich zu den eigenen Kinderangeboten in TV und im Internet - "Toggo.de" und "Toggolino" - herstellen ließen, so ein Sprecher. Es darf vermutet werden, dass nicht jeder der 50 Mitarbeiter in Hamburg auch tatsächlich bleiben darf.  

 

Scoyo bietet gegen Bezahlung Lernhilfen für verschiedene Fächer in den Klassen 1-7 an. Trotz des didaktisch sorgfältig aufbereiteten Angebots fanden sich offenbar nicht schnell genug ausreichend Abonnenten, die zwischen 5 und 10 Euro im Monat für ihre Kinder zu zahlen bereit waren. Die Ankündigung, Scoyo zu verkaufen (kress.de vom 30. Oktober 2009), kam trotzdem plötzlich und ließ darauf schließen, wie viel Geduld Bertelsmann zurzeit mit nicht profitablen Projekten hat - nämlich gar keine.

 

Ob Geschäftsführer Ralf Schremper bleibt und ob die US-Expansion weitergeht (kress.de vom 4. September 2009), vermochten die Sprecher noch nicht zu sagen. Beides erscheint eher unwahrscheinlich, denn Scoyo ist als eigenständiges Unternehmen trotz des erfolgreichen Verkaufs gescheitert. Jetzt wäre Ursachenforschung in Gütersloh gefragt, denn Scoyo ist nicht das erste geplatzte Internet-Projekt. Ob daran Interesse besteht oder überhaupt Zeit dafür ist - fraglich. 

 

Von außen betrachtet machte das Angebot einen durchdachten Eindruck, zahlreiche Preise unterstützen das. Die Expansion in die USA im September kam dann nach dem Start im Frühjahr sehr zeitig. Es galt, möglichst schnell Abonnenten zu gewinnen. Möglich, dass dieses Galopptempo den unrealistischen Erwartungen an das kurzfristige Erlöspotenzial einer Lernplattform geschuldet war. In Deutschland fließt das Gros des Geldes, das Eltern für die Nachhilfe ihrer Kinder ausgeben, in Lernkreise außerhalb des Internets. Nachhilfe per Computer ist trotz der weit reichenden Möglichkeiten noch ein Entwicklungsfeld.

 

Aus Bertelsmann-Kreisen hieß es, der Start von Scoyo sei von vornherein unvernünftig gewesen, denn man habe dem SuperRTL-Angebot Toggo trotz anderer Positionierung letztlich intern Konkurrenz gemacht. Aber hinterher ist man eben immer schlauer.
Christian Meier 

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