IPTV-Ambitionen: Apple will Kabelnetzbetreibern ans Leder.

23.12.2009
 nic
 

IPTV-Ambitionen:  Apple will Kabelnetzbetreibern ans Leder Apple plant offenbar einen Einstieg ins TV-Geschäft: Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") verhandelt das Unternehmen mit den US-TV-Veranstaltern CBS und Disney um TV-Show- und -Serienlizenzen. Die sollen via Apple-TV-Box und Internet (IPTV) live in die Haushalte kommen. Den Zuschauern will Apple dafür monatlich Entgelte abknöpfen und die Inhalteanbieter daran beteiligen. Die kommen offenbar bei dem Deal besser weg als beim herkömmlichen Geschäft mit Kabelnetz- und Satellitenplattformbetreibern. Ob die jetzt zittern müssen - umblättern.

IPTV-Ambitionen:

Apple will Kabelnetzbetreibern
ans Leder

Apple plant offenbar einen Einstieg ins TV-Geschäft: Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") verhandelt das Unternehmen mit den US-TV-Veranstaltern CBS und Disney, um TV-Show- und -Serienlizenzen. Die sollen via Apple-TV-Box und Internet (IPTV) live in die Haushalte kommen. Den Zuschauern will Apple dafür monatlich Entgelte abknöpfen und die Inhalteanbieter daran beteiligen. 

 

Laut "WSJ", das Marktforscher zitiert, werden die Amerikaner im kommenden Jahr 2010 1,14 Mrd US-Dollar für TV- und Filminhalte aus dem Internet ausgeben. Festplatten-Technik wie Tivo oder die populäre US-Videoplattform "Hulu.com" hat US-Bürger mehr als hierzulande von linearen Programmschemata der TV-Sender entwöhnt.

 

Sollten Apples Ambitionen Realität werden, könnten sie dem IPTV-Markt weiteren Impuls geben - und Kabelnetz- wie Satellitenplattformbetreiber in Bedrängnis bringen. Nach einer "WSJ"-Schätzung bleiben aus der Apple-Koop für TV-Veranstalter mehr Einnahmen hängen als Kabelnetzbetreiber und die Anbieter von Satellitenplattformen bislang bei ihnen abliefern. Das "WSJ" rechnet dabei mit zwei bis vier US-Dollar für die großen Networks und ein bis zwei US-Dollar für kleinere Stationen aus dem Kabelnetz. Trotz allem sollen große Netzwerke wie News Corp. (Fox), Turner Broadcasting (CNN) und Discovery Communications (Discovery Channel) über Apples Plänen schon die Nasen gerümpft haben. Hierzulande sind Apples Pläne noch Zukunftsmusik.

 

Ohnehin ist der deutsche IPTV-Markt arg zersplittert, krankt vor allem im Ländlichen an fehlender Infrastruktur und generell an mangelnder Nutzerakzeptanz - insbesondere was die Zahlungsbereitschaft über die GEZ-Gebühr hinaus angeht. Einizig nennenswert ist bisher das Telekom-Angebot T-Home, andere Telekommunikationsformen basteln an entsprechenden Plattformen. Die TV-Sender bieten ihre Inhalte - in der Regel zeitversetzt - auf den eigenen Internetseiten oder anderen Web-Ablegern wie "rtlnow" und maxdome feil. ARD und ZDF unterhalten dafür die Mediatheken.

 

Angebote für Live-TV-Streams im Netz sind dagegen rar und meist ebenfalls auf die eigenen Internetplattformen der Sender beschränkt. Daneben tummeln sich kleine Anbieter wie das kürzlich gescheiterte Joost oder das Schweizer Unternehmen Zattoo, das neben ARD und ZDF lediglich kleine Digital- und Spartensender im Programm hat. Die großen Privaten halten sich bisher mit Blick auf die bescheidenen Vermarktungsaussichten vornehm zurück.

 

Als Vehikel um TV- und Filmprogramme auf den großen Bildschirmen dienen neben herkömmlichen Settop-Boxen oder Satellitenreceivern auch Video-Spieleplattformen wie Microsofts Xbox oder die Sony Playstation 3, die sich zunehmend zu internetfähigen Multimedia-Centern mausern. Sony beispielsweise bietet über die Playstation bereits DVB-T-Empfang ("Play-TV") und eine Videothek an, über die eine - wenn auch noch magere - Auswahl an Kinofilmen per Livestream zu bekommen ist. In UK ist Rupert Murdochs Pay-TV-Plattform Sky über die Xbox zu sehen.

 

Die Apple-TV-Box dümpelt bereits länger mangels hochwertigen Inhalten vergleichsweise erfolglos im Markt. Mit etwas Verzug begann Apple im vergangenen Jahr die Box via iTunes mit Video-Inhalten und Kinostreifen aus dem iTunes-Store zu beschicken - jetzt könnte sie ihr Aufgabenspektrum erweitern.

 

Apple hat die Durchschlagskraft für sein Erlösmodell Hardware plus passende Inhalte über die letzten Jahre bereits mehrfach und nachhaltig bewiesen - und die Zeit ist reif für einen neuen Coup: In wenigen Wochen steigt in Las Vegas die Consumer Electronics Show (CES). Dort bleibt Apple-Chef Steve Jobs zwar für gewöhnlich fern, meist nutzt er aber den Branchenwirbel um Überraschungen anzukündigen.

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