ARD-Mann Gniffke zum App-Streit: Wir machen dem interaktiven Bild-Girl sicher keine Konkurrenz.

30.12.2009
 

ARD-Chefredakteur Gniffke schickt liebe Grüße an Springer:  "Wir machen dem interaktiven 'Bild-Girl' sicher keine Konkurrenz" Kai Gniffke (Foto), Chefredakteur von ARD-aktuell, hat auf dem "Tagesschau"-Blog ausführlich zu den Vorwürfen im "Tagesschau"-Gratis-App-Streit Stellung genommen: "Holla, was da alles aufgefahren wurde: Bundestagesabgeordnete, Staatsminister, Verlegerverbände, private Rundfunkanbieter und sogar der Bund der Steuerzahler." Insbesondere der Springer-Verlag habe sich in der Diskussion "sehr verdient gemacht", stellt Gniffke fest. Auf bild.de werde wegen der "Tagesschau"-App-Ankündigung sogar das komplette Gebührensystem in Frage gestellt. "Ich versuche mir gerade vorzustellen, welche Empörungswelle durch das Land ginge, wenn wir jetzt auch noch Geld für diese bereits von Gebühren finanzierten Inhalte nehmen würden", schreibt Gniffke. Derweil haben sich wieder Politiker, wie CSU-Mann Siegfried Schneider, per "Bild" (Donnerstagsausgabe) zu Wort gemeldet: "Sonderleistungen nur für einen kleinen Kundenkreis passen nicht zum allgemeinen Informationsauftrag!" Umblättern!

ARD-Chefredakteur Gniffke schickt liebe Grüße an Springer:

 

"Wir machen dem interaktiven 'Bild-Girl' sicher keine Konkurrenz"

Kai Gniffke (Foto), Chefredakteur von ARD-aktuell, hat auf dem "Tagesschau"-Blog ausführlich zu den Vorwürfen im "Tagesschau"-Gratis-App-Streit Stellung genommen: "Holla, was da alles aufgefahren wurde: Bundestagesabgeordnete, Staatsminister, Verlegerverbände, private Rundfunkanbieter und sogar der Bund der Steuerzahler." Insbesondere der Springer-Verlag habe sich in der Diskussion "sehr verdient gemacht", stellt Gniffke fest. Auf bild.de werde wegen der "Tagesschau"-App-Ankündigung sogar das komplette Gebührensystem in Frage gestellt.

 

"Mich befremdet der Vorwurf gegen unsere potentielle Gratis-App doch sehr, zumal beinahe alle Verlage und Privatsender Gratis-Apps anbieten. Ich versuche mir gerade vorzustellen, welche Empörungswelle durch das Land ginge, wenn wir jetzt auch noch Geld für diese bereits von Gebühren finanzierten Inhalte nehmen würden", schreibt Gniffke.

 

Der ARD-Mann geht in seinem Blog-Eintrag auch nochmal auf die Frage nach dem "Warum?" ein: "Wir beschränken uns dabei auf das harte Nachrichtengeschäft und werden dem interaktiven 'Bild-Girl' sicher keine Konkurrenz machen."

 

Zusätzliches Geld werde nicht ausgegeben: "Kein zusätzlicher Aufwand, keine zusätzlichen Gebühren. Alles andere ist frei erfunden." Auch medienrechtlich sei alles im grünen Bereich: "Es geht bei unserer App darum, ein bereits bestehendes Angebot auch auf einer neuen technischen Plattform nutzbar zu machen. Die Inhalte von tagesschau.de sollen gegenüber dem, was bisher schon verbreitet wird, bei der geplanten Applikation nicht verändert werden."

 

Update: Derweil haben sich wiederrum Medienpolitiker per "Bild" (Donnerstagsausgabe) zu Wort gemeldet: CDU-Medienmann Wolfgang Börnsen: "Es muss sofort Expertenberatungen geben, damit der Wettbewerb im Medienmarkt gestärkt wird. Wir sollten einen Mediengipfel der Ministerpräsidenten zu dem Thema machen." Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP, sekundiert: "Wir werden die Frage der Gebührenfinanzierung zu einem Schwerpunktthema 2010 machen."

 

Bayerns Medienminister Siegfried Schneider (CSU) meint: "Wieso sollen alle Gebührenzahler ein Angebot finanzieren, das nur Wenige tatsächlich nutzen? Die ARD hat die Gebührengelder zum Nutzen aller Zuschauer zu verwenden. Sonderleistungen nur für einen kleinen Kundenkreis passen nicht zum allgemeinen Informationsauftrag!"

mb/nic

 

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