Ein Blick in Burdas Media Innovation Lab: Berater in eigener Sache

 

Vor rund einem halben Jahr gründete Burda-Vorstand Philipp Welte das Media Innovation Lab. kress sprach in München mit dem Chef des I-Labs, Ulrich Hegge, 43, der erstmals ausführlich seine Strategie erklärte. Was das I-Lab von anderen Kreativzellen innerhalb von Medienunternehmen unterscheiden soll? Hegge: "Wir sind Teil des Verlags. Wir gehen nicht nach vorne, basteln irgendwas und schauen dann hinter uns und fragen, ob daran vielleicht jemand Interesse hat."

Vor rund einem halben Jahr gründete Burda-Vorstand Philipp Welte das Media Innovation Lab. kress sprach in München mit dem Chef des I-Labs, Ulrich Hegge, 43, der erstmals ausführlich seine Strategie erklärte. Was das I-Lab von anderen Kreativzellen innerhalb von Medienunternehmen unterscheiden soll? Hegge: "Wir sind Teil des Verlags. Wir gehen nicht nach vorne, basteln irgendwas und schauen dann hinter uns und fragen, ob daran vielleicht jemand Interesse hat."

Mit seinen 20 Mitarbeitern will Hegge eine Brücke zwischen Redaktionen und Technik bauen. In den ersten Monaten stand das Suchen nach wirklich neuen Ideen und Ansätzen im Verlagsgeschäft hinter der Arbeit an der internen Infrastruktur zurück. Zunächst galt und gilt es immer noch, einheitliche Plattformen zu schaffen. Zwar ist Burda kein Großkonzern, doch jeder Standort und jeder Verlagsbereich hat bisher auf eigene Lösungen und Dienstleister gesetzt.  Doch Innovation müsse "Flickwerk" bleiben, wenn sie nicht auf einem einheitlichen Fundament stehe, meint Hegge.

Zu einem der wichtigsten Projekte gehört "Bunte.de", deren Chefs Hegge und Kollegen beispielsweise hinsichtlich der Social-Media-Strategie beraten. Wie mehr Traffic auf die Websites von Burda gelangt, ist eine zentrale Frage und Aufgabe des I-Labs. Gelingt es, mit einer Öffnung von "Bunte.de" für andere, jüngere Zielgruppen Aufmerkamkeit im Netz zu bekommen, ist die Vorgehensweise Vorbild für andere Marken des Verlags im Internet.

Für kress-Leser hat der Internet-Pionier Hegge, der für die "Schweriner Volkszeitung" eine der ersten Medien-Websites in Deutschland aufbaute und der u.a. den Targeting-Spezialisten Wunderloop gründete, drei weitere wichtige Projekte im Haus skizziert:

Projekt "InStyle.de"
Ziel: Direkter, aktiver Austausch mit den Nutzer(inne)n

Vorgehen: Aktuell, das heißt lange vor dem "InStyle.de"-Start, tauschen sich Macher und Nutzer der zukünftigen "InStyle.de" aus. Für Fragen und Antworten zum Konzept, zu den Erwartungen und Ideen der zukünftigen Nutzer wird der offene, einfach zu nutzende und kostenlose Service formspring.me genutzt. Anmelden dazu kann man sich auch mit seinem Facebook-Account.

Projekt COSMiQ
Ziel: COSMiQ als Social Media "Q&A-Hub" für Verlagssites

Vorgehen: Auf "COSMiQ.de" geht es um Fragen und Antworten zu (fast) allen denkbaren Themen. Spannend wird die Integration in die Social-"Lifestreams", d.h. vor allem in Twitter und Facebook. Damit wird die COSMiQ-Site zur Plattform für Echtzeit-Q&A: Wichtig ist die Verfügbarkeit überall dort, wo sich der
COSMiQ-Nutzer aufhält ­ - ob auf COSMiQ, auf Burda-Sites oder im Social Web.

Projekt Neue Content-Formate
Ziel: Neue, die Markenthemen ergänzende Content-Formate - Themen-Blogs zur
Entwicklung, Erprobung und ggf. Integration in die Burda Content-Welt

Vorgehen: "OKCOOL.de" bündelt Infos rund um das Thema Fashion-Shopping fernab des gängigen Mainstreams. Es geht täglich um kleine Labels, junge Designer und neue unabhängige Shops. Daraus entstehen Shopping-Guides, die die kleinen, besonderen Ecken abseits der einschlägigen Einkaufsstrassen in den Mittelpunkt rücken - genau wie die Menschen hinter der Mode.

"Looks Like Music" spannt den Bogen zwischen den beiden Themenkreisen Musik und Mode und dem dazu gehörenden Gossip. Die Website durchleuchtet täglich die Styles der Musiker, es werden Fashion-Fauxpas gekürt, der Style-Vergleich gewagt und neue Trends aufgedeckt.

Wie Hegge sein I-Lab organisiert, wie er die Zukunft der Medienunternehmen sieht und welche Schwierigkeiten seinen Vorhaben Burda-intern drohen könnten, lesen Abonnenten des gedruckten kressreport in Ausgabe 01/2010. Hier geht es zum Abo, hier zur Einzelheftbestellung.

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