Am Sonntag kommt die neue "Sonntag Aktuell": "Wir wollen ein jüngeres Publikum ansprechen"

 

Am Sonntag, 17. Januar, erscheint erstmals eine von der Redaktion der "Stuttgarter Nachrichten" erstellte "Sonntag Aktuell". "StN"-Chefredakteur Christoph Grote hat die siebte Ausgabe von Zeitungen aus dem süddeutschen Raum optisch und inhaltlich grundlegend überarbeitet und wird sie fortan als Dienstleister produzieren. Zu den neuen Elementen zählt z.B. ein Buch "Leben", das junge Familien ansprechen soll. Die Gestaltung hat Christian Tönsmann übernommen, ein Freund der Farbe orange.

Am Sonntag, 17. Januar, erscheint erstmals eine von der Redaktion der "Stuttgarter Nachrichten" erstellte "Sonntag Aktuell". "StN"-Chefredakteur Christoph Grote hat die siebte Ausgabe von Zeitungen aus dem süddeutschen Raum optisch und inhaltlich grundlegend überarbeitet und wird sie fortan als Dienstleister produzieren. Zu den neuen Elementen zählt z.B. ein Buch "Leben", das junge Familien ansprechen soll. Die Gestaltung hat Christian Tönsmann übernommen, ein Freund der Farbe orange.

"Die Fans der bisherigen 'Sonntag Aktuell' sind eher älter, wir wollen ein jüngeres Publikum ansprechen", sagt Grote zu den Zielen des Relaunches. Er macht keinen Hehl daraus, dass er vom bisherigen Produkt wenig hält: "'Sonntag Aktuell' war sehr betulich, nicht aktuell genug und hinkte hinterher."

Grote verspricht für die Zukunft eine bessere, an die Struktur einer herkömmlichen Tageszeitung angelehnte Gliederung. So wird es im ersten Buch nach drei Politikseiten auch jeweils eine Seite Wirtschaft, Vermischtes und Debatte geben. Für das Vermischte steuert Adrian Zielcke, Außenpolitik-Chef der "Stuttgarter Zeitung", die Kolumne "Auf ein Wort" bei. Auf der Debatten-Seite sind eine Kolumne, Leserbriefe und ein "Bild der Woche" zu finden, ein von Prominenten ausgewähltes Foto. Beim Aufmacher des ersten Buches soll es sich in der Regel um eine selbstrecherchierte, nachrichtliche Geschichte, nicht um ein Agenturstück handeln.

Das Buch "Leben" folgt an zweiter Stelle im Produkt. Im Dummy behandeln Grotes Leute an dieser Stelle die angebliche Renaissance gemusterter Tapeten, den neuen Trend "Gardening" sowie den Aufstieg des Mops' zum Modehund. Speziell an junge Familien ist eine Seite "Kind & Kegel" adressiert, wo u.a. eine von Familientherapeuten bestückte Kolumne "Elternrat" platziert ist. Auf zwei Seiten ("Was geht?") gibt die Redaktion dann noch Tipps für die Gestaltung des Sonntags. Außerdem sind zwei Seiten "Kultur & Trend", eine "Motor & Technik"- und eine Unterhaltungsseite mit Rätseln sowie die Wettervorhersage in diesem Buch untergebracht.

Den dritten Teil von "Sonntag Aktuell" bildet der Sport. Hier will Grote anders als bisher nicht immer mit dem VfB Stuttgart, sondern mit dem interessantesten Fußball-Bundesliag-Spiel des Samstags aufmachen lassen. Für die Reise, das vierte Buch von "Sonntag Aktuell", verspricht der Chefredakteur mehr Service. Aufmacher wird weiterhin eine große Reportage über ein Reiseziel sein, im Anschluss geht es im Dummy z.B. ums Wandern mit Kindern oder einen preiswerten Aufenthalt in Madrid.

Hinter "Sonntag Aktuell" stehen "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" sowie weitere Zeitungen aus dem Raum Stuttgart. Auch die Abonnenten der "Südwest-Presse", Ulm, und des "Mannheimer Morgen" bekommen das Blatt. Die "Rheinpfalz", Ludwigshafen, bezieht lediglich den Reiseteil. "Sonntag Aktuell" hat eine verkaufte Auflage von rund 644.000 Exemplaren. Im Raum Stuttgart wird es das Blatt von Sonntag an erstmals auch im Einzelverkauf geben, und zwar zum Preis von 1,30 Euro. Geschäftsführer Bernhard Reese erwartet am Kiosk einen Verkauf von bis zu 5.000 Exemplaren.

Die Zeitung entsteht in Zukunft aus dem Newsroom der "Stuttgarter Nachrichten" heraus, der nun sieben statt sechs Tage pro Woche arbeitet. Nach Grotes Angaben ist er um sieben Redakteure aufgestockt worden. Laut Reese spart der Verlag dank der neuen Arbeitsweise Personalkosten in sechsstelliger Euro-Höhe. Zunächst einmal werden aber Abfindungen fällig: Die 13 Mitglieder der bisherigen Redaktion erhielten zum Jahresanfang ihre Kündigung. Der Umgang mit der Redaktion hat in Stuttgart für einigen Wirbel gesorgt: Im Juni hatte der Verwaltungsrat der Sonntagszeitung Grote mit der Entwicklung eines Dummys beauftragt. Nach seinem Antrittsbesuch bei "Sonntag Aktuell" warf die Redaktion Grote öffentlich den Versuch der "feindlichen Übernahme" vor (kress.de vom 9. Juli 2009). Kurz darauf verkündete Geschäftsführer Reese dann die Schließung der Redaktion zum Jahresende (kress.de vom 17. Juli 2009).

Die scheidenden Redakteure haben sich in der Ausgabe vom 10. Januar von den Lesern verabschiedet: Sie beschäftigten sich in mehreren Beiträgen mit dem Thema Qualitätsjournalismus. Die beiden kommissarischen Chefredakteure Jürgen Löhle und Andreas Steidel gaben ihren Lesern - und vielleicht ja auch den Verantwortlichen im Stuttgarter Pressehaus - diesen Satz mit auf den Weg: "Der Sonntag ist ein besonderer Tag, freuen Sie sich an ihm und am Leben, und an den Menschen, die gut mit Ihnen umgehen."

Ihre Kommentare
Kopf

Wonschi

15.01.2010
!

Wow: Renaissance gemusterter Tapeten, Trend Gardening, Mops der Modehund, Kind & Kegel, "Elternrat" = Super-Nanny. Das sind DIE Themen die sich junge Menschen wünschen poder doch nur die Werbekunden? Bravo-seichtes billig produziert für Ü18, welches kein Bezug zu akt. Weltgeschen hat. Oder auch: "Muddis Sonntag Aktuell"


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