kress-Check "Die Model WG" (ProSieben): Ohne Heidi in der Hütte

 

Dass die von einer vierten Babypause in die Länge gezogene Vorfreude auf "Germany's Next Topmodel" auch ProSieben umtreibt, dürften viele Heidi-Klum-Fans nur allzu gut verstehen. Schade nur, dass die von Peyman Amin in Schach gehaltene Zickenrunde "Die Model WG" den Frust nur verlängert. In der Primetime hat dieser Lückenbüßer eigentlich nichts verloren.

Dass die von einer vierten Babypause in die Länge gezogene Vorfreude auf "Germany's Next Topmodel" auch ProSieben umtreibt, dürften viele Heidi-Klum-Fans nur allzu gut verstehen. Schade nur, dass die von Peyman Amin in Schach gehaltene Zickenrunde "Die Model WG" den Frust nur verlängert. In der Primetime hat dieser Lückenbüßer eigentlich nichts verloren.

Durch die 400 Quadratmeter des mit Möbel lediglich vollgestellten Loft-Apartments in Köln-Ehrenfeld weht nicht gerade der Duft der weiten Welt. Und zu beobachten, wie sich Gazellen wie Larissa, Tessa, Sarina oder Anni vor dem Spiegel zurechtmachen, lässt nicht gerade Laufsteg-Magie entstehen. Stur wird der dramaturgisch banale Rhythmus von Einzel-Verhören vor der Kamera, Gruppentherapie mit Einpeitscher Peyman und hier und da einem Besuch bei potenziellen Werbekunden durchgehalten.

Kein Fan wird vor den Kopf gestoßen: Alles ist wie in den Heidi-freien Passagen bei "GNTM" – nur deutlich langweiliger. Kaum vorzustellen, dass ProSieben sich damit einen Gefallen tut. Die Gefahr besteht, dem verbleibenden Top-Format, das demnächst in eine fünfte Staffel geht, schon im Vorfeld jeglichen Glamour auszutreiben. Die Fans jedenfalls reagieren weitgehend ratlos auf "Die Model WG": 1,53 Mio 14- bis 49-Jährige schalteten sich für die erste Folge (Marktanteil: 11,6%), 1,45 Mio Jüngere für die zweite Ausgabe zu. Auch hier blieb der Marktanteil mit 11,0% klar unter Senderschnitt – und erwies sich eindeutig als nicht Primetime-würdig.

Größer könnte der Image-Schaden an der Werbefront sein: In den Spot-Pausen rund um "Die Model WG", die von Otto präsentiert wird, stechen nicht allzu viele Mode- und Kosmetikmarken ins Auge. Dafür fungierte offenbar Eigenwerbung für Maxdome, die ICQ-Kooperation oder die ProSieben Games als Platzhalter.

Fast alles Gesagte trifft auch auf das nachfolgende Format "Jana Ina & Giovanni – Pizza, Pasta, Amore" (aktueller Marktanteil: 8,0%, Vorwoche: 9,0%) zu – mit einem Unterschied. Diese Möchtegern-Soap ist noch fader.

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