Welcome to Germany: Facebook eröffnet Sales-Büro in Deutschland

11.02.2010
 

Facebook hat seine Zelte in Deutschland aufgeschlagen: Ab sofort tritt das Netzwerk von  Hamburg aus mit deutschen Marken, Unternehmen und Agenturen in Kontakt. Leiter der Niederlassung ist Scott Woods (Foto) der bereits seit einigen Monaten als Commercial Director Germany für Facebook unterwegs ist (kress.de vom 7. Oktober 2009). Er soll mit einem Team von rund einem halben Dutzend Mitarbeitern Kooperationen mit Unternehmen schmieden. Zur Büro-Eröffnung kam eigens COO Sheryl Sandberg (Foto) aus Palo Alto angeflogen.

Facebook hat seine Zelte in Deutschland aufgeschlagen: Ab sofort tritt das Netzwerk von Hamburg aus mit deutschen Marken, Unternehmen und Agenturen in Kontakt. Leiter der Niederlassung ist Scott Woods (Foto). Er soll mit einem Team von rund einem halben Dutzend Mitarbeitern Kooperationen mit Unternehmen schmieden.

Zur Büro-Eröffnung kam eigens COO Sheryl Sandberg aus Palo Alto angeflogen. Sie brachte einige beeindruckende Zahlen mit: Während Facebook 2009 noch rund 2 Mio Nutzer aus Deutschland vorwies, sind es mittlerweile stolze 7,5 Mio. Damit ist die Community das am schnellsten wachsende Netzwerk in Deutschland. Zum Vergleich: Die VZ-Netzwerke StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ bringen zusammen 16 Mio registrierte Mitglieder auf die Waage - aber laut Nielsen nur rund 8 Mio aktive Nutzer. Weltweit hat Facebook seit kurzem 400 Mio Nutzer. 50% davon sind laut Facebook jeden Tag auf Seite, pro Monat verbringen sie 6,25 Stunden auf der Website.

Die Angaben stammen von Facebook, die Netzanalysten von Nielsen und ComScore kommen aber auf ähnliche Zahlen. Bei der IVW und Agof will Woods Facebook nicht anmelden - sie würden sich besser für Nachrichtensites eignen als Social Networks. "Facebook selbst kann auf Basis der Nutzerangaben robustere Daten liefern als die Agof", so Woods.

Laut Sandberg arbeitet Facebook bereits seit sieben Quartalen profitabel, konkrete Umsatzzahlen meldet das Unternehmen allerdings nicht. Den stetig schwelenden Gerüchten vom bevorstehenden Börsengang widerspricht sie vehement. Der Konzern konzentriere sich jetzt erstmal auf sein Wachstum - sowohl in Sachen Nutzer als auch auf dem Werbemarkt.

Facebook arbeitet u.a. mit den Werbekunden BMW, Axe, Coca-Cola und Nike zusammen. Mehr als 80 der 100 größten US-Unternehmen nutzen das Netzwerk bereits für ihre Kampagnen. "Wir sind von einem experimentellen Werbeträger zu einer ernst zu nehmenden Größe bei der Budget-Vergabe geworden", so Sandberg.

Die Einstellung von Unternehmen gegenüber Social Networks habe sich in den vergangenen zwei Jahren, in denen Sandberg bei Facebook ist, geändert. Fürchteten Unternehmen sich zunächst vor den Äußerungen der Nutzer, wollen sich nun teil haben an den Gesprächen - die im Netz ohnehin statt finden. "In einer Welt der aktiven Konsumenten können Unternehmen ihre Marken nicht mehr kontrollieren - sie müssen sie formen", sagt Sandberg. Die Nutzer würden zu Vermarktern. Zudem böten negative Kommentare den Unternehmen eine Chance zu glänzen - sei es durch Geschenkpakete, Soforthilfe oder schlicht eine schnelle Antwort.

Deutsche Unternehmen hinken bei dieser Entwicklung zwar noch etwas hinterher, aber auch sie realisierten jetzt die Chancen, die ihnen Facebook bietet, ist Woods überzeugt. Die wachsenden Nutzerzahlen machen Facebook für die deutschen Werbungtreibenden zunehmend interessant. Letztlich wird jenes Netzwerk die höchsten Werbegelder einnehmen, das die meisten Nutzer hat.

Neben dem Hauptquartier in den USA und dem neuen Büro in Hamburg unterhält Facebook Niederlassungen in Kanada, Australien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und Spanien.

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