Bauer vs. Mügge/Grade: Grossisten ziehen vor den Bundesgerichtshof

17.02.2010
 

Die Grossisten wollen die Niederlagen gegen Bauer nicht auf sich sitzen lassen: Wie der Bundesverband Presse-Grosso (BVPG) ankündigt, wollen die Grosso-Unternehmen Heinz-Ulrich Grade KG, Elmshorn, und Hinrich Mügge KG, Stade, ihre "Interessen höchstrichterlich klären lassen". Beide werden gegen die Urteile der Oberlandesgerichte Revision vor dem Kartellsenat des Bundesgerichtshof einlegen. Unterdessen meldet der Bremerhaver Grossist Nolte Vollzug:

Die Grossisten wollen die Niederlagen gegen Bauer nicht auf sich sitzen lassen: Wie der Bundesverband Presse-Grosso (BVPG) ankündigt, wollen die Grosso-Unternehmen Heinz-Ulrich Grade KG, Elmshorn, und Hinrich Mügge KG, Stade, ihre "Interessen höchstrichterlich klären lassen". Beide werden gegen die Urteile der Oberlandesgerichte Revision vor dem Kartellsenat des Bundesgerichtshof einlegen. Unterdessen meldet der Bremerhaver Grossist Nolte Vollzug; am Dienstag hat er die Kaufverträge für Mügge unter Dach und Fach gebracht.

Mügge und Grade hatten jüngst in zweiter Instanz vor den Oberlandesgerichten Celle (kress.de vom 11. Februar 2010) und Schleswig (kress.de vom 28. Januar 2010) eine Niederlage gegen Bauer einstecken müssen. Die Richter hatten allerdings wegen der "grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache" eine Revision zugelassen.

Erstinstanzlich waren beide noch vor den Landgerichten Kiel bzw. Hannover erfolgreich gewesen. Die Bauer-Vertriebstochter Bauer Vertriebs KG hatte den beiden Grossisten Ende 2008 mit Frist gekündigt, um deren Vertriebsgebiete vom verlagseigenen Dienstleister PVN versorgen zu lassen (kress.de vom 21. Oktober 2008).

Unterdessen meldet der Grossist H.H. Nolte GmbH & Co. KG, Bremerhaven, Vollzug: Am Dienstag habe man die Kaufverträge für die benachbarte Hinrich Mügge KG unterschrieben, das Vertriebsgebiet wird zum 5. April eingemeindet - insgesamt beliefert Nolte damit ein Gebiet mit knapp 680.000 Einwohnern. Das Kartellamt muss der Grosso-Hochzeit noch zustimmen.

Die Geschäfte will Geschäftsführer Alexander Nolte zusammen mit seiner Tochter und Co-Chefin Alexandra Datta-Nolte weiter von Bremerhaven aus führen. Am Mügge-Stammsitz Stade wird allerdings ein Depot bestehen bleiben, um flexibel zu bleiben, vor allem was die Auslieferung von Tagespresse angeht.

Noltes Kaufabsichten waren bereits vor einigen Tagen öffentlich geworden (kress.de vom 9. Februar 2010). Mügge indes sehe sich "unter den gegebenen Rahmenbedingungen" nicht in der Lage seinen "Betrieb in Zukunft eigenständig wirtschaftlich fortführen zu können".

Bauer hatte dem Kauf bislang nicht seinen Segen erteilt, hat allerdings dank der Kündigung mit Mügge auch nichts mehr am Hut. Wer auf dem Territorium Mügge künftig die Bauer-Titel ausliefern wird, hängt auch maßgeblich von der Entscheidung des BGH ab. Wie sich Nolte als Erbe Mügges im Rechtsstreit verhalten wird, ist ebenso unklar.

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