"Südkurier"-Relaunch: Kleineres Format, Farbe allerorten, mehr Service

 

Beim "Südkurier" (gehört zu Holtzbrinck) in Konstanz herrschte am vergangenen Freitag großer Trubel: Das Medienhaus feierte die Inbetriebnahme einer neuen Druckmaschine. Auch den Lesern wird das nicht entgehen: Am Montag, 1. März, ist die Zeitung erstmals grundlegend umgestaltet erschienen. Die augenfälligste Änderung: Der "Südkurier" ist vom rheinischen zum (kleineren) Berliner Format gewechselt und wird jetzt durchgehend vierfarbig gedruckt.

Beim "Südkurier" (gehört zu Holtzbrinck) in Konstanz herrschte am vergangenen Freitag großer Trubel: Das Medienhaus feierte die Inbetriebnahme einer neuen Druckmaschine. Auch den Lesern wird das nicht entgehen: Am Montag, 1. März, ist die Zeitung erstmals grundlegend umgestaltet erschienen. Die augenfälligste Änderung: Der "Südkurier" ist vom rheinischen zum (kleineren) Berliner Format gewechselt und wird jetzt durchgehend vierfarbig gedruckt.

Rainer Wiesner, Geschäftsführer des Medienhauses Südkurier, verbindet mit dem Relaunch ehrgeizige Ziele: "Wir wollen die Auflage steigern. Die Zeitung glaubt nicht an die Krise", sagt er zu kress. Er hofft, das leichte Sinken der Auflage - zuletzt 131.911 verkaufte Exemplare (-1,2% gegenüber Vorjahr) - stoppen und sogar wieder zulegen zu können. Lesernachwuchs will er bei den Jüngeren rekrutieren, aber die angestammten Abonnenten dennoch bei der Stange halten. Wiesner: "Es ist kein Naturgesetz, dass sich die Leser von der Zeitung abwenden. So viel Zeit hat niemand, sich alle Informationen einzeln zusammenzusuchen. Eine Zeitung hat einen Anfang und ein Ende, und den Raum dazwischen füllt eine kompetente Redaktion mit Inhalten."

Neben dem Wechsel zum handlichen Berliner Format und der Farbigkeit gibt es weitere bedeutende Änderungen: So führt der "Südkurier" einen umfassenden Terminplaner, eine tägliche Doppelseite 2 und 3 mit dem Thema des Tages sowie eine tägliche Doppelseite "Leben und Wissen" ein. Letztere soll sich laut Wiesner den "Faszinationen des Alltags", aber auch populärwissenschaftlichen Themen widmen. Die Zeitung werde zudem vermehrt Grafiken einsetzen, und ihre Grundschrift ist größer geworden - eine Maßnahme für die ältere Stammleserschaft.

Wiesner will weiterhin die "Lebenswirklichkeit der Leser" im Bodensee-Raum abbilden und setzt in der Berichterstattung auf "Heimat, Heimat, Heimat". Für eine hintergründigere Berichterstattung baut er ein der Chefredaktion unterstelltes Reporterteam auf, das regionale Themen umfassend recherchieren soll.

Zeitgleich zum Relaunch des Printproduktes erweitert das Medienhaus auch die Digital-Palette. So startet am 1. März eine iPhone-App, die von April an kostenpflichtig sein wird. Außerdem führt Wiesner eine auf mobile Endgeräte zugeschnittene Version der Website "suedkurier.de" ein.

Zum 1. Februar verließ Chefredakteur Thomas Satinsky den "Südkurier" und wechselte als geschäftsführender Verleger zur "Pforzheimer Zeitung" (kress.de vom 12. Januar 2010). Seitdem führt Stefan Lutz kommissarisch die Redaktion, und Geschäftsführer Wiesner sucht nach einem neuen Chefredakteur.

Beim Abschied von Satinsky in Konstanz waren Gerüchte publik geworden, die Regionalzeitung plane, ihren Mantel in Zukunft von außen zu beziehen. Dem widerspricht Wiesner: "Wir bleiben eine Vollredaktion und wollen keinen Mantel einkaufen."

Zum Relaunch spendiert der Verlag einen Kinospot. Eine 4-seitige Live-Paper-Ausgabe des neuen "Südkurier" findet sich hier.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.