Bitkom-Studie "Connected Worlds": Fast 60% der Deutschen können nicht mehr ohne Internet

01.03.2010
 

Der IT-Branchenverband Bitkom sieht das Netz bereits tief in der Alltagswelt verwurzelt: Laut der repräsentativen Studie "Connected Worlds", die Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer (Foto) im Vorfeld der CeBIT vorstellte, ist eine Welt ohne Internet für sechs von zehn Deutschen nicht mehr vorstellbar, bei den Jüngeren sind es gar 86%. Annähernd drei Viertel (71%) aller Deutschen nutzt heute das Internet;

Der IT-Branchenverband Bitkom sieht das Netz tief in der Alltagswelt verwurzelt: Laut der repräsentativen Studie "Connected Worlds", die Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer (Foto) im Vorfeld der CeBIT vorstellte, ist eine Welt ohne Internet für sechs von zehn Deutschen nicht mehr vorstellbar, bei den Jüngeren sind es gar 86%. Annähernd drei Viertel (71%) aller Deutschen nutzt heute das Internet; und fast jeder Vierte könne sich gar einen Computer-Chip als Implantat vorstellen.

"Das ist sicher ein extremes Beispiel, wie weit die Vernetzung in der Vorstellung mancher Menschen gehen kann“, so Scheer. Hilfreich könne das etwa für Notrettungen sein, allerdings wären 5% auch bereit, sich die Elektronik für bequemes Shopping einpflanzen zu lassen.

Für unter 30-Jährige sei das Internet schon jetzt Medium Nummer 1 - vor TV, Radio oder Print. Die junge Generation bis 29 Jahre sei am Tag rund 200 Minuten online.

Dennoch: Als Infoquellen haben die Marken klassischer Medien immer noch Strahlkraft. Die Mehrheit der Befragten surft die Seiten von TV- und Radio-Sendern (46%) oder Printmedien (39%) an, um sich zu informieren. Wichtig sind daneben Portale der Zugangsbetreiber (20%). Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook, VZ-Netzwerke, MySpace & Co. haben in diesem Zusammenhang bereits einen Anteil von 13%. Eine Kultur-Flaterate, wie sie bisweilen gefordert wird, findet laut der Studie keine Mehrheit.

"Berufs- und Privatleben sind nicht mehr klar trennbar", so Scheer weiter. Bis zu 85% aller Berufstätigen seien über die diversen Kanäle für den Chef auch in der Freizeit erreichbar, gleichzeitig nutzen 43% das Netz auf der Arbeit privat. Scheer rät zu einer Unternehmenskultur, die der Entwicklung positiv gegenüber steht. "Die Stechuhr hat ausgedient." Das Netz schule zudem die arbeitende Bevölkerung, in Allgemeinbildung (62%) oder auch fachlichem Kontext (51%).

Scheer sieht außerdem den "digitalen Graben" nach hinten wandern: Unter den ab 65-Jährigen sei erst jeder Dritte im Netz; in der Gruppe der 50 bis 64-Jährigen sind es dagegen schon 62%.

Eine große Rolle komme dem Netz zu, um Partnerschaften anzubahnen - egal ob zwecks großer Liebe (18%) oder unverbindlicher Erotik (13%). Beinahe jeder Zweite mache sich vor Kaufentscheidungen auf Bewertungsportalen schlau, während nur jeder Fünfte selber Bewertungen stiftet. Besonders interessiert zeigen sich die Älteren ab 65 Jahre (65%). Rund 80% wünschen sie politische Partzipation via Internet - und sei es nur, um sich über fehlende Kita-Plätze oder die Berliner Schlagloch-Schwemme aufzuregen.

Uneins sind sich die Generationen über die Frage, ob der Staat eine aktivere Rolle im Netz spielen soll: 77% der Jungen lehnen Einschränkungen im Internet ab, unter den Älteren echauffieren sich dagegen nur 39% über Zensur im Netz. Allerdings scheint es mehrheitsfähig, dass der Staat ganz grundsätzlich ein Auge auf Vorgänge im Internet haben soll.

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