Logo für umsatzstarke Zeitschriften: Bauer führt "Top 100 Titel"-Siegel ein

 

Die Bauer Media Group setzt ihren Kampf für eine bessere Platzierung umsatzstarker Titel im Handel mit anderen Mitteln fort: Vom 4. März an tragen alle Titel des Hauses, die zu den 100 größten Zeitschriften in Deutschland gehören, ein "Top 100 Titel"-Siegel. Das münzgroße, grüne Signet ist auf jeder Ausgabe links oben am oder um das jeweilige Titellogo herum drapiert.

Die Bauer Media Group setzt ihren Kampf für eine bessere Platzierung umsatzstarker Titel im Handel mit anderen Mitteln fort: Vom 4. März an tragen alle Zeitschriften des Hauses, die zu den 100 größten Zeitschriften in Deutschland gehören, ein "Top 100 Titel"-Siegel. Das münzgroße, grüne Signet ist auf jeder Ausgabe links oben am oder um das jeweilige Titellogo herum drapiert.

Die Aktion ziele sowohl auf den Handel als auch auf den Leser, sagte Heribert Bertram, Geschäftsleiter der Bauer Vertriebs KG, zu kress: "So bestätigt das Siegel einerseits Leser in ihrer Wahl und macht potenzielle neue Käufer auf uns aufmerksam. Andererseits wollen wir mit unserer Initiative den Handel unterstützen, umsatzstarke Titel zu erkennen und entsprechend sinnvoll zu platzieren."

In Zeiten steigender Titelflut sei es vielfach eine Herausforderung, einen Titel überhaupt ins Regal zu bringen. Oftmals würden alle Titel unabhängig vom Umsatz gleich behandelt, etwa weil es von der Schuppung her schön aussehe. Außerdem will Bertram mithilfe des Siegels verhindern, dass selbst umsatzstarke Titel zu früh remittiert werden.

"Klares Gattungsmarketing"

Bauer hat sich das Siegel markenrechtlich schützen lassen, tragen werden es die 25 Zeitschriften des Verlagshauses, die zur Gruppe der 100 Top-Titel gehören. Auch andere Verlage dürfen das Logo für Zeitschriften dieser Kategorie verwenden: "Ich sehe unsere Initiative als klares Gattungsmarketing, mit dem wir die umsatzstärksten Zeitschriften voranbringen wollen", sagt Bertram. Maßgeblich für die Zugehörigkeit zur Top-100-Gruppe ist der Einzelhandelsumsatz einer Zeitschrift in einem Jahr, also nicht pro Heftfolge.

Kartoffeln nach vorne

Die Bauer-Initiative hat bei anderen Verlagen indes schon vernehmbares Grummeln hervorgerufen: Vor allem kleinen Häusern mit weniger umsatzstarken Titeln ist es nicht recht, wenn Presseprodukte wie beliebige Markenartikel behandelt werden. Bertram sagt zum Vorwurf, der Bauer-Vorstoß gefährde die Vielfalt am Kiosk: "Wenn Sie an einem Obststand einkaufen, wünschen Sie sich auch Vielfalt. Sie suchen vielleicht eine südafrikanische Kokosnuss mit langen Fransenhaaren, aber der Obsthändler wird mit dieser Kokosnuss allein nicht überleben. Er muss erst einmal seine Kartoffeln, Clementinen und Möhren verkaufen und daher legt er sie nach vorne. So ist das in jedem Produktbereich, nur in unserer Branche wird dieses Prinzip in Frage gestellt."

Ein Interview mit Heribert Bertram lesen Abonnenten im kressreport 5/2010, der am Freitag erscheint. Schnell hier abonnieren!

Ihre Kommentare
Kopf

marieluise

05.03.2010
!

Bertram vergißt vielleicht, daß die Kunden heutzutage ihre Kartoffeln und Möhren in jedem Supermarkt kaufen können oder sich als Abo direkt nach Hause liefern lassen! Die südafrikanische Kokosnuss mit langen Fransenhaaren dagegen treibt die Kunden zum Fachhändler, wo er dann evtl. auch noch gelbe Eiertomaten und lila Paprika entdeckt! Kartoffeln und Tomaten helfen uns im Fachhandel derzeit nur sehr bedingt, zu überleben ob mit Siegel oder ohne...


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Weitere Beiträge zu diesem Thema
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.