kress-Check "GNTM": Von High Heels, Popos und Miss Russia

05.03.2010
 

Heidi Klum ist wieder da - und lässt sich bei "Germany's Next Topmodel" ordentlich feiern. Der Auftakt zur fünften Runde des Schaulaufens begann denn auch mit einer mehrminütigen feierlichen Vorstellung der Geschäftsfrau - als ob nicht schon alles bekannt wäre. Ihre Jury-Kollegen wie auch die "Meedchen" im Massencasting blieben dagegen recht blass. Eine erste Rollenverteilung in Sympathieträgerinnen und Zicken ist aber schon erkennbar.

Heidi Klum ist wieder da - und lässt sich bei "Germany's Next Topmodel" ordentlich feiern. Der Auftakt zur fünften Runde des Schaulaufens begann denn auch mit einer mehrminütigen feierlichen Vorstellung der Geschäftsfrau - als ob nicht schon alles bekannt wäre. Beim Casting trat sie ungewohnter Weise im Schlabberlook auf den Laufsteg; da mussten wohl noch einige Schwangerschaftspfunde versteckt werden.

Ihre Jury-Kollegen wie auch die "Meedchen" im Massencasting blieben dagegen recht blass. Neu an ihrer Seite hat la Klum den Fotografen Kristian Schuller, der im Gegensatz zu seinen ersten Auftritten in den bisherigen Staffeln recht sympathisch und ruhig rüber kam. Zweiter Neuzugang "Q" kommt allerdings als uncharismatischer Milchbubi daher, der nicht aus Heidis Schatten herausfindet. Wehmütig denkt man als Zuschauer der ersten Stunde an Model Bruce Darnell oder "Rolfe" Scheider zurück.

Die "GNTM"-Macher von ProSieben haben sich in der Zwischenzeit offenbar ein bisschen bei der Konkurrenz umgeschaut: Die Machart ähnelt in Teilen der karikierenden und mitunter respektlosen Darstellungsweise von "Deutschland sucht den Superstar" (RTL). Da wird ein äußerst dämliches Zitat zig Mal wiederholt, Dicke vorgeführt und ein schmerzhafter Ausrutscher gleich drei Mal in Zeitlupe gezeigt. Daneben gab's wieder zahlreiche spärlich bedeckte Popos, dramatisch hohe High Heels und ein abstehendes Ohr namens "Freddie". Kurz: Alles, was das Zuschauer-Herz begehrt.

Auch Heidi Klum nahm sich ein Beispiel an Dieter Bohlen und haute ein paar freche Sprüche raus: "Das Problem beim offenen Casting ist: Es kann jeder kommen." Tatsächlich war auch von allem was dabei, z.B. ein Mann oder die (angebliche) Miss Russia. Die ist übrigens eine Runde weiter und wird sicher noch für Belustigung sorgen.

Überhaupt ist die erste Rollenverteilung in Sympathieträgerinnen und Zicken bereits zu erkennen. Louisa "kann schon mal die Krallen ausfahren" - und macht ein Riesen-Tamtam um ihr Piercing, das ihr Sanitäter entfernen müssen. Auch ein Beste-Freundinnen-Paar ist wieder dabei, ebenso wie ein 16-jähriges "Küken". Im Vergleich zur damals 16-jährigen Jenny Hof (Gewinnerin der dritten Staffel) erscheint die blutjunge Zahnspangenträgerin allerdings noch viel mehr fehl am Platz.

Für den Sender dürfte sich das Spektakel auf jeden Fall wieder lohnen. Neben den üblichen Sponsoren Suzuki und Sony Ericsson wurden in den zahlreichen Werbe-Slots neben Waschmittel und Kosmetika auch Discount-Textilmärkte (Takko) oder Handy-Tarife angepriesen. Auch McDonald's blieb dem Format treu und schaltete seine beiden neuen Spots - ohne Heidis Beteiligung. Abgerundet wurde das Ganze von der peinlichen Maybelline-Dauerwerbersendung mit dem ehemaligen Juror Boris Entrup, der gewohnt dümmlich in die Kamera grinsend eine der Kandidatinnen schminkte.

Mit 2,32 Mio 14- bis 49-jährigen Zuschauern und einem Marktanteil von 18,0% startete die neuen Runde "GNTM" zwar vergleichsweise schwach - aber die Konkurrenz hielt ja auch mit allem dagegen, was sie hatte. Darunter die "Echo"-Verleihung und "Herr der Ringe" (siehe kress-Quotencheck).

Fazit: Alles wie immer. Es lässt sich wieder lästern, mitleiden und lachen. Ist die Jury erst mal zur Hochform aufgelaufen, stehen die ersten "Challenges" für die Kandidatinnen an und fließen die ersten Tränen - wird das Format zu alter Stärke zurückfinden.

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