Alle gegen "Bild": Boulevard-Verlage schmieden Vermarktungs-Allianz

08.03.2010
 

Deutschlands Boulevard-Verlage rüsten sich gegen die Dominanz von Axel Springers "Bild": M. DuMont Schauberg, G+Js Dresdner Druck- und Verlagshaus, der Friedmann'sche "Abendzeitung"-Verlag und die Ippen-Gruppe werfen ihre bunten Blätter in einen gemeinsamen Vermarktungstopf. Vor allem in Ballungsräumen will die Allianz der "Bild" den Werbekuchen streitig machen.

Deutschlands Boulevard-Verlage rüsten sich gegen die Dominanz von Axel Springers "Bild": M. DuMont Schauberg, G+Js Dresdner Druck- und Verlagshaus, der Friedmann'sche "Abendzeitung"-Verlag und die Ippen-Gruppe werfen ihre bunten Blätter in einen gemeinsamen Vermarktungstopf. Vor allem in Ballungsräumen will die Allianz der "Bild" den Werbekuchen streitig machen.

Die "starken 6", wie es in einer Präsentation des Berliner Verlages für die Werbewirtschaft heißt, sind: "Express" im Raum Köln, Bonn, Düsseldorf, "Berliner Kurier" und "Hamburger Morgenpost" (alle DuMont), "Morgenpost Sachsen" (DDuV) für die Region Chemnitz und Dresden und die Münchner Boulevard-Blätter "tz" (Ippen) und "Abendzeitung".  Sofern der Verkauf der "AZ"-Tochter in Nürnberg vom Kartellamt absegnet wird (kress.de vom 2. Februar 2010), wäre auch der fränkische Telefonbuch-Baron Gunther Oschmann mit von der Partie. Die neue Kombi nennt sich "Boulevard national".

Kummuliert schaffen die Titel der Allianz eine Auflage von 834.507 verkauften Exemplaren, die Reichweite liegt jenseits der 2-Mio-Marke. Die Auflage der "Bild" notiert derzeit bei rund 3 Mio Verkauften - und damit weit über dem, was die neue Kombi auf die Waage bringt.

Dennoch hat Oliver Hauf, Anzeigenleiter beim Berliner Verlag, eine "Strukturschwäche" bei der "Bild" ausgemacht : "Überall dort, wo es historisch gewachsene Kaufzeitungen gibt, weist die Bild relative Reichweiten-'Löcher' auf", so Hauf. Insofern arbeite man nicht primär gegen die "Bild". Aber angesichts der "Reichweiten-Schwächen", "ist die Kaufzeitungskombi bei einem Boulevard-Durchgang eigentlich ein Muss", so Hauf.

Via "Boulevard national" sollen Anzeigenkunden auch ohne "Bild" gezielt Werbedruck in Ballungsräumen aufbauen können, sofern sie auf die Fläche verzichten können. Hauf geht in seiner Präsentation von 52% Marktanteil für seine Kombi aus; in einzelnen Metropolen spricht er von bis zu 75% Marktanteil.

Werbekunden, die alle sechs Titel auf einen Schlag buchen, will Hauf mit einem Kombi-Rabatt von 20% locken. Für das Komplett-Package werden ansonsten knapp 81.000 Euro pro Seite fällig, am Wochenende fast 89.000 Euro.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.