"Ohne Wenn und Aber": Springer steht zu Grosso-System

 

Der Vorstand der Axel Springer AG hat sich zum deutschen Grosso-System bekannt. Auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens sagte Vorstand Rudolf Knepper, der Verlag stehe "ohne Wenn und Aber" zur "Gemeinsamen Erklärung". Das System sei erfolgreich.

Der Vorstand der Axel Springer AG hat sich zum deutschen Grosso-System bekannt. Auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens sagte Vorstand Rudolf Knepper, der Verlag stehe "ohne Wenn und Aber" zur "Gemeinsamen Erklärung". Das System sei erfolgreich.

Zum Hintergrund: kress hatte am Dienstag berichtet, dass die Bauer Media Group in einer internen Runde des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) von der "Gemeinsamen Erklärung", den Leitlinien für das Zusammenwirken von Verlagen und Grosso, abgerückt sei.

Andreas Schoo, Geschäftsleiter des Vertriebsmarktführers Bauer, erklärte bei der Vorstandssitzung dem Vernehmen nach sinngemäß, sein Haus könne momentan wegen ungeklärter Rechtsstreitigkeiten der Erklärung nicht in vollem Umfang zustimmen. Andere Häuser werten das als Distanzierung von der bisherigen Geschäftsgrundlage zwischen Verlagen und Grosso und sind hoch alarmiert.

Zum Vorgehen von Bauer wollte sich Knepper auf kress-Nachfrage nicht äußern. Dennoch ist auch ohne Kommentar offensichtlich, dass Springer und anderen Verlagen das brachiale Vorgehen von Bauer unangenehm ist. Die Mehrzahl der deutschen Verlage wünscht sich zwar eine Reform des Presse-Grosso, das in der Vergangenheit Speck angesetzt hat und - so sehen es die Verlage - auf ihre Kosten Monopolistenrenditen einfährt.

Doch ohne Zweifel bekennt sich der Großteil der Zeitungs- und Zeitschriftenhäuser zu den Essentials des deutschen Grosso-Systems. Warum vor allem Verleger-Tochter und Bauer-Geschäftsleiterin Yvonne Bauer einen Konfrontationskurs in Sachen Grosso fährt, ist vielen Vertrieblern unklar. Die einen sehen in dem Vorgehen eine Gefährdung des Grosso-Systems. Die anderen betrachten es eher als Sturm im Wasserglas. Die "Gemeinsame Erklärung", die nicht zuletzt auf Drängen der Politik zustande kam, werde sicher nicht wackeln.

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