Berliner basteln "Zoón": Tier-Magazin mit "Anspruch und leisem Humor"

12.03.2010
 

Ende April entlassen zwei junge Magazin-Macher in Berlin ihre neue Tier-Zeitschrift in die Freiheit: "Zoón" kreuzt humorvolle Gesellschafts- mit anspruchsvoller Wissenschaftslektüre. Gemeinsamer Nenner ist das Thema Tier - "den Menschen ausdrücklich eingeschlossen", so "Zoón"-Vize Viktor Sammain zu kress. Auf knapp 100 Seiten pirscht sich die Redaktion

Ende April entlassen zwei junge Magazin-Macher in Berlin ihre neue Tier-Zeitschrift in die Freiheit: "Zoón" kreuzt humorvolle Gesellschafts- mit anspruchsvoller Wissenschaftslektüre. Gemeinsamer Nenner ist das Thema Tier - "den Menschen ausdrücklich eingeschlossen", so "Zoón"-Vize Viktor Sammain zu kress.

Köpfe hinter "Zoón" sind die Biologin und Ideengeberin Insa Voss als Chefredakteurin und ihr Kompagnon Sammain als Vize. "Der Markt bietet kein anspruchsvolles Tier-Magazin, das Wissensvermittlung mit Ästhetik und leisem Humor verbindet", äußern sich die beiden gegenüber kress. Vor Augen haben sie eine Genuss-orientierte, belesene Zielgruppe, vielgereist und vielseitig interessiert, zwischen 25 und 50 Jahren alt.

Der "Zoón"-Erstling geht mit knapp 100 Seiten an den Start, das Magazin kommt erstmals am 30. April, ab dann alle zwei Monate zum Copypreis von 5,90 Euro, Auflage 50.000 Stück. Für ihr ambitioniertes Projekt haben die beiden Initiatoren Verleger Matthias Schmidt und seinen kleinen Münsteraner Natur + Tier Verlag gewonnen. Bislang erscheinen dort überwiegend tierische Fachtitel wie "Amazonas", "Koralle" oder "Reptilia".

"Zoón" dehnt das Zielpublikum aus und pirscht sich von vielen Seiten ans Kernthema Tier heran: Neben Haus- und Nutztieren beäugt "Zoón" auch wildes Getier und bedrohte Artgenossen. Die Redaktion will tierische Verhaltensweisen beleuchten und Tiere im gesellschaftlichen Kontext oder als Forschungsobjekt sehen.

"Es geht um Tiere, immer aber auch den Menschen", so Sammain. "Das Tier zu betrachten, bedeutet auch den Mensch zu betrachten", heißt es in der Selbstvorstellung. Der Name Zoón ist dem Altgriechischen entlehnt und bedeutet in der Übersetzung schlicht Lebewesen. Zugang schaffen die Macher über Reportagen und hintergründige Stücke, daneben gibt es einen Nachrichtenteil, Glossen und Kommentare.

Als Autoren haben Voss und Sammain u.a. den Tierjournalisten Cord Riechelmann und Ulrich Brömmling ("FAZ", "Zeit", "SZ") aufgetan, geplant sind zudem Beiträge von Hendrik Nachtsheim (Badesalz) und Gabriel Vetter (Slam-Poet). Faktentreue garantiert ein Redaktionsbeirat, in dem u.a. Jörg Adler vom Allwetterzoo Münster, Bernhard-Grzimek-Enkel Christian Grzimek (Okapia Frankfurt) und der Soziobiologe Eckart Voland sitzen.

Offenbar peilen die beiden Macher ein themen-spezifisches Heft à la "Geo Epoche" an, kümmern sich allerdings ums Thema "Tier" statt um "Geschichte." Artgenossen am Markt, wie u.a. die Titel des Gong-Verlags, haben stärkeren Fokus auf das Leben mit Tieren, hochwertige Vertreter in diesem Segment kamen zuletzt auch in Form von "Dogs" an den Kiosk - laufen dem Anschein nach allerdings in eine andere Richtung als "Zoón".

Die Homepage unter "zoon.de" soll noch bis Ende des Monats online gehen. Geplant sind Serviceangebote über die Heftinhalte hinaus, außerdem eine Community, die kommentieren und Vorschläge abliefern soll. Als Web-Dienstleister an Bord ist die Firma arteriell, die u.a. bereits für Bauer und Lycos gearbeitet hat. Bis zum Launch halten die "Zoón"-Macher erste Interessenten via Facebook bei der Stange.

Im Heft schlägt eine Anzeigenseite (4c) mit 3.800 Euro zu Buche, Anzeigenschluss für die Erstausgabe ist der 6. April. Um das Anzeigengeschäft kümmert sich Alexandra Rooke. Kontakt: Telefon 0251-1333917, E-Mail: rooke(at)ms-verlag.de.

Ihre Kommentare
Kopf

Christiane Reynaud

18.03.2010
!

"zwischen 25 und 50 Jahren alt"...
Sind Ältere wohl nicht mehr eine "Genuss-orientierte, belesene Zielgruppe, vielgereist und vielseitig interessiert" ;-) ??? Wartet nur.. 8-) !!!


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