Lewicki krempelt G+J-Magazin um: "Eltern" kümmert sich mehr um die Eltern

 

Marie-Luise Lewicki, Chefredakteurin von "Eltern", hat Aussehen und Inhalt der G+J-Zeitschrift umgekrempelt. Die April-Ausgabe (EVT: 24. März) ist das erste Heft in überarbeiteter Form. Grundgedanke ist, dass die Befindlichkeit und die Interessen von Eltern, ihre Partnerschaft sowie ihr Zusammenleben mit dem Kind eine größere Rolle spielen sollen. "Wir beschäftigen uns mehr mit Themen, die den Alltag, das Aussehen und die Bedürfnisse von Frauen betreffen, und wir zeigen, wie Familien heute leben", kündigt Lewicki an.

Marie-Luise Lewicki, Chefredakteurin von "Eltern", hat Aussehen und Inhalt der G+J-Zeitschrift umgekrempelt. Die April-Ausgabe (EVT: 24. März) ist das erste Heft in überarbeiteter Form. Grundgedanke ist, dass die Befindlichkeit und die Interessen von Eltern, ihre Partnerschaft sowie ihr Zusammenleben mit dem Kind eine größere Rolle spielen sollen. "Wir beschäftigen uns mehr mit Themen, die den Alltag, das Aussehen und die Bedürfnisse von Frauen betreffen, und wir zeigen, wie Familien heute leben", kündigt Lewicki an. So soll sich etwa in Zukunft jedes zweite Titelthema explizit an Eltern richten.

In der April-Ausgabe z.B. geht es in der Titelgeschichte um "Mütter-Diät", ein Thema, das Frauen heute schon wenige Monate nach der Geburt ihres Kindes umtreibt. Auf sieben Seiten stellt die "Eltern"-Redaktion im nächsten Heft zudem den Alltag von fünf Paaren und ihren Kindern vor, wobei Gothics ebenso auftreten wie Fußballfans oder Veganer.

Mehr Väter auf dem Cover

Die Akzentverschiebung in der Heftmischung wird auch deutlich durch eine Reihe neuer Ressorts: Dazu zählen "Mode & Beauty", "Geld & Job", "Gesundheit & Psychologie" sowie "Mütter & Väter". Stichwort Väter: Die Leserschaft von ‧"Eltern" besteht derzeit laut MA zu 75% aus Frauen, und auch in Zukunft werden wohl vor allem Mütter die Zeitschrift abonnieren oder am Kiosk kaufen. Lewicki hofft aber auf ein zunehmendes Interesse der Väter an den Belangen ihrer Kinder – und am Heft. Väter sollen in Zukunft auch häufiger auf dem Cover zu sehen sein.

Lewicki begründet die Änderungen am Heftinhalt mit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007. Es habe die Wahrnehmung von Müttern und Vätern in einer Weise erlebt, wie sie es seit 20 Jahren nicht erlebt habe: "Lange stand das Kind für Familien im Zentrum. Heute geht es darum, die Bedürfnisse dreier Menschen auszubalancieren", sagt die "Eltern"-Chefin.

Tipps zum richtigen Umgang mit dem Nachwuchs wird es in "Eltern" weiter geben, aber vorrangig in geballter Form: Lewicki führt einen eigenen Teil im Heftinneren ein, das 20-seitige "Lösungen-Buch". Dort geht die "Eltern"-Redaktion auf jeweils einer Seite z.B. Fragen wie "Isst mein Kind genug?" nach.

Verzicht auf Studiofotos

"Eltern" wird sich nicht nur im Hinblick auf die Inhalte ändern, sondern auch in der Anmutung: Von der fröhlich-bunten Optik herkömmlicher Elternmagazine rücken Lewicki und ihre Art Directorin Eva Schneider ab. "Eltern" verzichtet in Zukunft auch weitgehend auf Studiofotos, weil die ‧Leserinnen die Bilder durchgestylter Wohnwelten "teilweise als belastend empfunden" hätten, so Lewicki. Mit der April-Ausgabe ändert der Verlag Gruner + Jahr auch die Heftausstattung, wechselt zu Klebebindung und verwendet besseres Papier. Eine Preiserhöhung (derzeit 2,90 Euro) ist mittelfristig möglich.

Sieht man von Gratisheften ab, ist ‧"Eltern" mit einer Auflage von knapp 320.000 verkauften Exemplaren (IVW 4/2009) Marktführer im Segment. Der jüngste Neuzugang dort kommt indes aus dem "Eltern"-Haus Gruner + Jahr selbst: Die Zeitschrift "Nido", entwickelt von "Neon"-Macher Timm Klotzek, ist bislang zweimal erschienen und liegt just von April an monatlich am Büdchen (kress.de vom 30. September 2009). "Nido" richte sich an Eltern, die sich nicht auf ein Mutter- oder Vater-Dasein reduzieren lassen wollen, hieß es im Editorial zur ersten Ausgabe. Lewicki widerspricht dennoch dem Eindruck, dass die große "Eltern" sich nun teilweise am kleinen Racker "Nido" orientiert: Die beiden Titel seien unterschiedlich ausgerichtet: "Eltern" bleibe eine Elternzeitschrift, "Nido" sei ein Lifestyle-Magazin.

Mehr über die neue "Eltern" lesen Abonnenten im aktuellen kressreport 6/2010.

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