Kündigungen in der Redaktion: "Abendzeitung" streicht ein gutes Viertel der Stellen

 

Der Redaktion der "Abendzeitung" in München steht ein großer Aderlass bevor: Wegen der "schwierigen wirtschaftlichen Situation" sieht sich Geschäftsführer Dieter Schmitt dazu gezwungen, zahlreichen Mitarbeitern betriebsbedingt zu kündigen. In der Redaktion will er 22 von derzeit rund 80 Stellen abbauen. Betroffen seien die Text- und die Bildredaktion sowie das Layout, so die Münchner Boulevardzeitung in einer Pressemitteilung.

Der Redaktion der "Abendzeitung" in München steht ein großer Aderlass bevor: Wegen der "schwierigen wirtschaftlichen Situation" sieht sich Geschäftsführer Dieter Schmitt dazu gezwungen, zahlreichen Mitarbeitern betriebsbedingt zu kündigen. In der Redaktion will er 22 von derzeit rund 80 Stellen abbauen. Betroffen seien die Text- und die Bildredaktion sowie das Layout, so die Münchner Boulevardzeitung in einer Pressemitteilung.

Die "Abendzeitung" will sich künftig stärker als bisher auf die Lokalberichterstattung aus München konzentrieren. Chefredakteur Arno Makowsky wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: "Auch mit weniger Redakteuren als bisher werden wir ein Produkt in der gewohnten journalistischen Qualität herausbringen." Dazu haben man ein "neues redaktionelles Konzept" entwickelt, schreibt der "AZ"-Chef weiter, ohne Details zu verraten.

Weiterer Stellenabbau nicht ausgeschlossen

Dass es auch im Verlag der "Abendzeitung" zu weiterem Stellenabbau kommen könnte, wollte Geschäftsführer Schmitt auf Anfrage von kress nicht ausschließen. Dort sei der Handlungsbedarf aber geringer, weil in der Vergangenheit schon mehr passiert sei als in der Redaktion.

Die "Abendzeitung" gehört der Familie Friedmann, die auch mit 18,75% am Süddeutschen Verlag ("Süddeutsche Zeitung") beteiligt ist. Die Gesamtauflage der "AZ" in München betrug zuletzt 120.285 verkaufte Exemplare (-4,25% zum Vorjahr). Das Boulevardblatt ist auf dem Münchner Zeitungsmarkt gegenüber "tz" und "Bild" ins Hintertreffen geraten, woran auch ein Relaunch im Jahr 2008 nichts änderte. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks, soll die damals gestartete Veranstaltungs- und Freizeitbeilage "Die Stadt" nun eingestellt werden.

Verleger Johannes Friedmann erwog im vergangenen Jahr auch den Verkauf des Blatts, entschloss sich aber dann zu einer Kooperation mit dem Süddeutschen Verlag, die Redaktion, Vertrieb, Technik, Organisation und Internet umfassen soll (kress.de vom 18. Oktober 2009). Über den Modus der Zusammenarbeit sei man noch im Gespräch, sagte Schmitt jetzt zu kress, und er rede auch mit anderen Tageszeitungen über die Lieferung von Inhalten für die "AZ". Für die Nürnberger "AZ"-Ausgabe hat der Geschäftsführer gerade eine eigene Lösung gefunden: Sie wechselt in das Reich des Telefonbuch-Verlegers Gunther Oschmann (kress.de vom 2. Februar 2010).

Über einen großformatigen Stellenabbau bei der "Abendzeitung" hatte Ende 2009 schon "Visdp" spekuliert: Noch vor Weihnachten müssten zwei Drittel der Mitarbeiter gehen, twitterte der Mediendienst damals und handelte sich ein Dementi ein. Ganz so schlimm wird der Aderlass nun doch nicht, schmerzhaft ist er dennoch.

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