Das Ende der Netzneutralität? Telekom-Chef Obermann will Geld von Inhalteanbietern

 

Telekom-Chef René Obermann will Anbieter datenintensiver Internetinhalte zur Kasse bitten. Dies berichtet das "manager-magazin" in seiner aktuellen Ausgabe. Für die Nutzung der Telekom-Netze sollen diejenigen zahlen, "die die Netze stark beanspruchen", forderte der Manager auf dem Investorentag des Konzerns. Die Logik dahinter: Je mehr Bandbreite ein bestimmter Web-Dienst benötigt und je öfter er genutzt wird, desto mehr soll der jeweilige Anbieter bezahlen. Neben den Internetkonzernen wären auch Anbieter hochauflösender Videos betroffen,

Telekom-Chef René Obermann will Anbieter datenintensiver Internetinhalte zur Kasse bitten. Dies berichtet das "manager-magazin" in seiner aktuellen Ausgabe. Für die Nutzung der Telekom-Netze sollen diejenigen zahlen, "die die Netze stark beanspruchen", forderte der Manager auf dem Investorentag des Konzerns. Die Logik dahinter: Je mehr Bandbreite ein bestimmter Web-Dienst benötigt und je öfter er genutzt wird, desto mehr soll der jeweilige Anbieter bezahlen. Neben den Internetkonzernen wären auch Anbieter hochauflösender Videos betroffen, darunter Filmstudios und YouTube.

Der Haken an der Sache: Um eine solche Regelung umzusetzen, müsste die Telekom in den Datenstrom hineinschauen. Möglich ist dies mit Techniken wie der Deep Packet Inspection. Einzelne Web-Inhalte würden dann bevorzugt. Bezahlt der Anbieter nicht, würde er über eine langsamere Leitung gelotst. Kritiker sehen darin die Objektivität und Offenheit des Netzes, die Netzneutralität, gefährdet. So setzten beispielsweise Iran und China auf Deep Packet Inspection, um unliebsame Inhalte zu filtern.

"Wir können nicht alles umsonst anbieten", argumentiert der Telekom-Chef laut "manager magazin", "zahlen müssen diejenigen, die die Netze stark beanspruchen". César Alierta, Chef des spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica, (O2, Alice) sieht ebenfalls die Verursacher des Datenaufkommens in der Pflicht: "Die Suchmaschinen nutzen unser Netz, ohne dass sie irgendetwas dafür bezahlen", sagte er gegenüber heise.de

Obermann bezeichnet das Verhältnis zu Unternehmen wie Google laut "manager-magazin" als"Co-opetition", einen Mix aus Kooperation und Wettbewerb (competition). Der Profit aus dieser Beziehung sei bislang recht einseitig verteilt worden: Die Deutschen Telekom habe Mrd in schnelle Internet- und Mobilfunknetze investiert, die Anbieter der Inhalte die hohen Renditen kassiert. 

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