AMV zur "Gemeinsamen Erklärung": "In tiefer Sorge um die Zukunft des Pressevertriebs"

 

Der Arbeitskreis Mittelständischer Verlage (AMV) ist "in tiefer Sorge um die Zukunft des Pressevertriebs". In einer Stellungnahme zur aktuellen Diskussion um das Presse-Grosso fordert der AMV alle Marktteilnehmer dazu auf, "weiterhin und uneingeschränkt die in der 'Gemeinsamen Erklärung' verabredeten Grundsätze im Interesse der Pressevielfalt zu wahren". Außerdem geißelt der Arbeitskreis die "Top 100 Titel"-Aktion der Bauer Media Group.

Der Arbeitskreis Mittelständischer Verlage (AMV) ist "in tiefer Sorge um die Zukunft des Pressevertriebs". In einer Stellungnahme zur aktuellen Diskussion um das Presse-Grosso fordert der AMV alle Marktteilnehmer dazu auf, "weiterhin und uneingeschränkt die in der 'Gemeinsamen Erklärung' verabredeten Grundsätze im Interesse der Pressevielfalt zu wahren". Außerdem geißelt der Arbeitskreis die "Top 100 Titel"-Aktion der Bauer Media Group.

In der "Gemeinsamen Erklärung" haben im Jahr 2004 die Verlegerverbände BDZV sowie VDZ einerseits und der Bundesverband Presse-Grosso andererseits Essentials des Presse-Grosso festgelegt. Wie kress berichtete, ist indes Bauer-Geschäftsleiter Andreas Schoo Anfang März in einer VDZ-Vorstandssitzung von der Erklärung abgerückt. Sein Haus könne ihr momentan wegen offener Rechtsstreitigkeiten nicht voll-umfänglich zustimmen, so der Tenor (kress.de vom 9. März 2010).

Hintergrund: Bauer wird sich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) mit zwei Grossisten auseinandersetzen müssen, denen der Verlag Anfang 2009 die Lieferaufträge gekündigt hatte. Der Verlag fürchtet nun, ein erneutes Bekenntnis zur "Gemeinsamen Erklärung" könnte dabei von Nachteil sein.

Der AMV appelliert zudem an den Grosso-Verband, "keine Marketingaktionen durchzuführen, die geeignet sind, die Sinnhaftigkeit, Attraktivität und Wirtschaftlichkeit des gesamten Presse-Angebotes und des Vollsortiments in Frage zu stellen". Die Äußerung bezieht sich auf die "Top 100 Titel"-Initiative von Bauer: Der Verlag kennzeichnet seit Anfang März diejenigen Titel des Hauses mit einem Logo auf dem Cover, die zu den 100 umsatzstärksten Zeitschriften gehören (kress.de vom 2. März 2010).

Die Aktion verletzte den Gleichbehandlungsgrundsatz beim Vertrieb von Zeitschriften durch das Presse-Grosso, so der AMV: "Im Pressehandel soll im Zuge der Aktion 'Top 100' der Eindruck entstehen, dass andere preislich hochwertige und qualitativ anspruchsvolle Zeitschriften eines umfassenden Presse-Angebotes oder Vollsortiments verzichtbar seien."

Die Erklärung des AMV haben 19 Verlage und Nationalvertriebe unterzeichnet: die ASV Vertriebs GmbH, Condé Nast Deutschland, DeAgostini Deutschland, der Delius Klasing Verlag, DPV Network, Egmont Ehapa Verlag, IPS Pressevertrieb, Jahr Top Special Verlag, Jahreszeiten Verlag, Martin Kelter Verlag, MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb, Olympia Verlag, Partner Medien Services, Paul Parey Zeitschriftenverlag, PSG Premiums Sales Germany, W.E.Saarbach, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft, Stella Distribution, Stiftung Warentest und Zeitverlag.

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