Hauen und Stechen: ddp stänkert bei der EU gegen AFP

24.03.2010
 

Die ddp-Eigner Peter Löw und Martin Vorderwülbecke haben bei der EU Beschwerde gegen den französischen Wettbewerber AFP eingelegt. Die "FTD" zitiert aus dem Schreiben: "AFP kann nur durch den französischen Staat existieren", schreiben die selbstbewussten Investoren demnach. Hintergrund: Der französische Staat stützt die Agentur - und verfälsche so den Wettbewerb, beklagt ddp.

Die ddp-Eigner Peter Löw und Martin Vorderwülbecke haben bei der EU Beschwerde gegen den französischen Wettbewerber AFP eingelegt. Die "FTD" zitiert aus dem Schreiben: "AFP kann nur durch den französischen Staat existieren", schreiben die selbstbewussten Investoren demnach. Hintergrund: Der französische Staat stützt die Agentur  - und verfälsche so den Wettbewerb, beklagt ddp.

"Die staatlichen Hilfen werden gewährt, damit die strukturell defizitäre AFP im Wettbewerb mit anderen Agenturen mithalten kann", schreibe ddp weiter. Der Staat zahle rund 110 Mio Euro jährlich an AFP, etwa 40% des Umsatzes der französischen Agentur. Die Beihilfen würden als Abo des AFP-Dienstes getarnt. In Deutschland überweist das Bundespresseamt als Abnehmer rund 3 Mio Euro an Nachrichtenagenturen. Daneben habe der französische Staat der AFP Kredite gewährt, sie allerdings nie zurück gefordert. Auch der deutsche Ableger profitiere von den staatlichen Zuwendungen.

AFP-Deutschlandchef Andreas Krieger dementierte die ddp-Darstellung gegenüber der "FTD": AFP Deutschland bestehe aus eigener Kraft und überweise im Gegenteil Gebühren an die französische Mutter. AFP werde zudem nicht subventioniert, sondern habe "hochdotierte Veträge", für die Leistungen erbracht würden.

Bereits Ende Februar war die ddp-Beschwerde bekannt geworden, mittlerweile habe die europäische Wettbewerbsaufsicht Unterlagen bei der französischen Regierung angefragt. Sollte die EU der Beschwerde von ddp folgen, müsste AFP Beihilfen in dreistelliger Mio-Höhe zurückzahlen.

ddp kämpft hierzulande um eine etablierte Position, auch mit der Übernahme des deutschen Dienstes der US-Agentur AP - mittlerweile in DAPD umfirmiert. Erklärtes Ziel ist, dem großen Konkurrenten dpa in die Parade zu fahren. Das Geschäftsgebaren der ddp-Eigener ist dabei bisweilen wenig diplomatisch, u.a. hat das Verlagshaus Axel Springer ddp zur Jahresmitte gekündigt, weil sich Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner über den rüden Umgangston der ddp-Köpfe geärgert hatte.

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