Sorgenkind Sport-Sparte: Constantin Medien dank Haffa-Mios im Plus

25.03.2010
 

Ein gewonnener Rechtsstreit rettet der Constantin Medien AG die Bilanz: Im Jahr 2009 erwirtschaftete der Konzern Umsätze von 511,1 Mio Euro, das Ebit betrug 1,4 Mio Euro, unter dem Strich blieben trotzdem satte 8,7 Mio Euro hängen - aber nur dank der 48 Mio Euro Mehreinnahmen aus dem Verfahren gegen die Haffa-Brüder, ehemals Vorstände der Vorgängerfirma EM.TV.

Ein gewonnener Rechtsstreit rettet der Constantin Medien AG die Bilanz: Im Jahr 2009 erwirtschaftete der Konzern Umsätze von 511,1 Mio Euro, das Ebit betrug 1,4 Mio Euro, unter dem Strich blieben trotzdem satte 8,7 Mio Euro hängen - aber nur dank der 48 Mio Euro Mehreinnahmen aus dem Verfahren gegen die Haffa-Brüder, ehemals Vorstände der Vorgängerfirma EM.TV.

Constantin hatte die früheren EM.TV-Vorstände Thomas und Michael Haffa auf Schadensersatz verklagt, weil diese mit einer riskanten Expansionsstrategie das Unternehmen an den Rand des Ruins geführt hatten. Ende vergangenen Jahres hatte sich Constantin mit zwei D&O-Versicherungsgesellschaften auf einen Vergleich geeinigt (kress.de vom 21. Oktober 2010).

Der Umsatz 2009 übertrifft dank der Übernahme der Mehrheit an der Schweizer Highlight Communications den Vorjahreswert (rund 385 Mio), damals noch unter dem Namen EM.TV Media AG. Für 2010 rechnet der Constantin-Vorstand mit Erlösen zwischen 440 und 460 Mio Euro. Beim Ergebnis stellen sich die Bosse allerdings schon jetzt auf ein Minus zwischen 12 und 14 Mio Euro ein.

Ohne das Haffa-Geld hätte es das schon 2009 gegeben: Heftig hat die Sparte Sport (DSF, Sport1) ins Kontor geschlagen. Das Segment blieb im Ergebnis mit -14,8 Mio Euro in den roten Zahlen, der Umsatz lag bei 168,2 Mio Euro. Grund: Die miese Lage am Werbemarkt, allerdings kränkelt auch das Geschäft mit Quizsendungen - zudem kostet der Umbau: Constantin Sport hat sich im vergangenen Jahr komplett neu aufgestellt, Köpfe ausgewechselt und die Vermarktung umgebaut. Am 11. April geht das DSF unter der Dachmarke Sport1 on-air. Für das laufende Jahr rechnet der Constantin-Vorstand mit der schwarzen Null für das Segment.

Nicht besser lief die Abteilung Constantin Film mit einem Umsatz von 281,1 Mio. Euro, im Ergebnis sind auch hier Verluste in Höhe von 20,8 Mio Euro zu beklagen - trotz Kino-Kassenschlager wie Bullys "Wickie"-Verfilmung. Im Vorjahr hatte die Filmsparte hohe Abschreibungen zu verkraften und dem gesamten Unternehmen gut 100 Mio Euro Minus beschert.

Im Segment Sport- und Event-Marketing lag der Umsatz bei 61,8 Mio. Euro, die Sparte lieferte allerdings als einzige ein kleines Plus von 2,2 Mio Euro ab. In diese Abteilung fällt u.a. die Sportrechteagentur Team, eine Highlight-Tochter, die jüngst wieder den Zuschlag für die Vermarktung der UEFA Champions League, der UEFA Europa League und des UEFA Super Cups bis 2015 erhalten hat.

Die Ergebnisse aus den Film- und Sport-/Event-Sparten sind durch planmäßige Abschreibungen, die aus den Unternehmenskäufen resultieren, belastet; die bilanziellen Belastungen durch diese PPA-Abschreibungen sollen 2010 deutlich niedriger ausfallen.

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