Sneak Preview auf der Bilanzpressekonferenz: G+J präsentiert "stern"-eMag für Tablet-PCs

25.03.2010
 

Ein bisschen hakt es noch, das WePad, aber die Software ist schon mal da. Gruner+Jahr-Chef Bernd Buchholz gewährte auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg einen ersten Blick auf das künftige eMag des "stern". Es soll in den kommenden Monaten gelauncht werden und ähnlich viel kosten wie der gedruckte "stern". Entwickelt wurde es vom WePad-Hersteller neofonie.

Ein bisschen hakt es noch, das WePad, aber die Software ist schon mal da. Gruner+Jahr-Chef Bernd Buchholz gewährte auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg einen ersten Blick auf das künftige eMag des "stern". Es soll in den kommenden Monaten gelauncht werden und ähnlich viel kosten wie der gedruckte "stern". Entwickelt wurde es vom WePad-Hersteller neofonie.

Die anwesenden Fachjournalisten durften dann auch selbst mal ran und durch den digitalen "stern" blättern - allerdings auf aufgemotzten Laptops mit Touchscreen. Damit trat G+J gleich den Beweis an, dass das eMag geräteunabhängig nutzbar ist.

Fazit: Das Magazin wurde optisch gut aufbereitet, ist gut les- und blätterbar und für iPhone-geübte Finger gut zu navigieren. Mit der Mutlimedialität ist es allerdings noch nicht so weit her: Außer einem Video-Beitrag von "stern"-Vize Hans-Ulrich Jörges weist der Erstling kein Bewegtbild auf. Schmankerl ist die Suchfunktion: Sie weist nicht nur Ergebnisse innerhalb des Hefts aus, sondern auch online, u.a. auf Wikipedia oder Twitter.

Die Software will G+J in Lizenz anbieten sowie für weitere Hefte innerhalb des eigenen Hauses nutzen. Beim Vertrieb setzt der Verlag auf eine eigene ePublishing-Plattform, an der die Vertriebstochter DPV derzeit zusammen mit Bertelsmann werkelt. Die Gespräche mit anderen Verlagen im Sinne einer Allianz seien bereits "sehr weit", sagt Buchholz. Zu den Gesprächspartner zählten "fast alle Verlage", darunter auch Springer und Burda. Ziel dabei ist, dass die Verlage die Hoheit über Inhalte, Preise und Vermarktung ebenso wie den Kundenkontakt behalten - statt sie an Geräte-Hersteller wie Apple oder Amazon zu verlieren.

In Sachen iPhone-Apps kündigte Buchholz zudem kostenpflichtige Anwendungen der "FTD" an. Eine enstrechende Freemium-Strategie hatte der Verlag bereits zum Start der kostenlosen Basis-App in Aussicht gestellt (kress.de vom 1. Februar 2010). Die Inhalte des "stern" seien dagegen nicht "unique" genug, um eine Bezahlung zu rechtfertigen - die App bleibt kostenlos.

Einstieg in den B2B-Markt

So weit die digitale Zukunft. Gleichzeitig hat G+J ein ganz neues Geschäftssegment im Auge, den B2B-Markt mit Professional Publishing und Business Information. Angekündigt hatte Buchholz diese zweite Säule bereits im vergangenen Jahr, mittlerweile stehe G+J kurz vorm Markteinstieg. In den vergangenen Montae habe der Verlag diverse Unternehmen und Märkte analysiert - "Wir wissen jetzt, was wir wollen", so Buchholz. Der Markteinstieg wird voraussichtlich 2010 erfolgen, die Etablierung zwei bis drei Jahre dauern.

Bekenntnis zum Grosso-System

Buchholz nutzte die Gelegenheit, um sich vor versammelter Fachpresse zum Grosso-System und zur Gemeinsamen Erklärung der Verlage zu bekennen. "Interessen eines Einzelnen dürfen nicht dazu führen, dass ein gut funktionierendes System scheitert", so Buchholz' Seitenhieb auf den Bauer-Verlag. Zwar räumte Buchholz ein, das System sei verbesserungsfähig, doch müsste eine Weiterentwicklung gemeinsam vorangetrieben werden. Buchholz streite dabei lieber mit anderen Verlagen als mit der Politik - deren Einmischung gelte es zu verhindern.

Ausblick 2010: Zu früh für eine Entwarnung

Angesichts der Anzeigenentwicklung der ersten Monate blickt Buchholz "vorsichtig optimistisch" auf 2010, für eine Entwarnung sei es allerdings noch zu früh. Die Konjuntkurlage in Deutschland wie auch international sei nach wie vor "instabil und schwer prognostizierbar". Nichtsdestotrotz rechnet G+J mit einer Umsatzentwicklung auf dem Niveau des Vorjahres und einer Stabilisierung des Ergebnisses. 2010 will der Konzern wieder "deutlich in die Gewinnzone" zurückkehren. 2009 war G+J erstmals in die roten Zahlen gerutscht und wies einen Verlust von 18 Mio Euro aus.

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