Streit mit ddp/DAPD: dpa ruft Bundeskartellamt an

 

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) will, dass sich die Kartellis mit der Fusion von ddp und dem deutschsprachigen Dienst der US-Nachrichtenagentur AP (jetzt: DAPD) befassen. Sie hat daher das Bundeskartellamt in der Angelegenheit angerufen. Begründung: Die ddp-Gesellschafter Peter Löw und Martin Vorderwülbecke hätten im Dezember 2009 die Übernahme der deutschen AP nicht bei den Wettbewerbsbehörden angemeldet. Die dpa hat bereits vor einigen Tagen juristische Schritte gegen die Konkurrenz gemacht: Sie klagt vor dem Landgericht Berlin wegen "Anschwärzung".

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) will, dass sich die Kartellis mit der Fusion von ddp und dem deutschsprachigen Dienst der US-Nachrichtenagentur AP (jetzt: DAPD) befassen. Sie hat daher das Bundeskartellamt in der Angelegenheit angerufen. Begründung: Die ddp-Gesellschafter Peter Löw und Martin Vorderwülbecke hätten im Dezember 2009 die Übernahme der deutschen AP nicht bei den Wettbewerbsbehörden angemeldet.

Der Zusammenschluss unterliegt nach Auffassung der dpa-Anwälte jedoch der deutschen Fusionskontrolle, weil durch ihn die Zahl der Wettbewerber im hiesigen Markt der Nachrichtenagenturen reduziert wird. Außerdem sehen die dpa-Juristen die öffentliche Aufgabe der Presse tangiert, weil Löw und Vorderwülbecke auch als Finanzinvestoren unterwegs sind und nun eine bislang genossenschaftlich organisierte Agentur unter ihre Fittiche genommen haben. Die dpa will in jedem Fall beigeladen werden, sollte die Fusion von ddp und deutschem AP-Ableger doch noch beim Bundeskartellamt angemeldet werden oder die Wettbewerbsbehörde ein Entflechtungsverfahren einleiten.

Die Agenturgruppe DAPD ddp hat unterdessen auf den Schritt des Wettbewerbers reagiert: Man habe die Fusion mit der deutschen AP nicht dem Kartellamt melden müssen. "Eine intensive juristische Prüfung ist seinerzeit natürlich erfolgt“, so Wolfgang Zehrt, Pressesprecher der Gruppe.

Klage gegen Peter Löw

Die dpa wehrt sich zudem mit einer Klage gegen Aussagen, die Löw im Dezember 2009 nach der Übernahme der deutschen AP-Dependance durch die ddp-Gruppe gemacht hatte. Bei einer Pressekonferenz sprach der ddp-Gesellschafter damals u.a. von "sittenwidrigen Vertragslaufzeiten mit rechtswidrigen Verlängerungsklauseln" der dpa (kress.de vom 11. Dezember 2009). Die dpa sieht darin eine "Anschwärzung", eine Herabsetzung eines Konkurrenten, im Sinne des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerbs (UWG). Sie ist nun vor das Landgericht Berlin gezogen, weil Löw und der zweite ddp-Geschäftsführer Martin Vorderwülbecke sich geweigert haben, Unterlassungserklärungen zu unterzeichnen.

Löw und Vorderwülbecke haben die dpa als Hauptgegner auserkoren und wollen sie erklärtermaßen "verzichtbar" machen. Auch die französische Agentur AFP hat das selbstbewusste Auftreten der beiden schon zu spüren bekommen: Ihr haben Löw und Vorderwülbecke eine Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission zugedacht (kress.de vom 24. März 2010).

Ihre Kommentare
Kopf

Glinga

08.04.2010
!

Man sollte lieber mal die DPA unter die Lupe nehmen.
Mit ihren Dumpingpreisen zerstören Sie diverse Fotoagentur- und Fotografenexistenzen.
Es kann nicht sein das es Magazine gibt die nur aus DPA- und HFR- Fotos bestehen.


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