Möglicher N24-Verkauf: Bieter Lesnewski ruft VPRT-Doetz an seine Seite

12.04.2010
 

Obwohl der N24-Verkauf noch nicht beschlossene Sache ist, rüsten sich die potenziellen Bieter: Nach Medienberichten umwirbt der russische Filmproduzent Dimitri Lesnewski (Das Vierte) den VPRT-Präsidenten Jürgen Doetz als Schützenhelfer für eine mögliche Übernahme des Nachrichtensenders. Doetz soll als Berater, später in führender Position, beim Sender wirken, heißt es. Reizvoll sei eine solche Aufgabe, so Doetz laut "Spiegel". Zugesagt hat er bisher nicht.

Obwohl der N24-Verkauf noch nicht beschlossene Sache ist, rüsten sich die potenziellen Bieter: Nach Medienberichten umwirbt der russische Filmproduzent Dimitri Lesnewski (Das Vierte) den VPRT-Präsidenten Jürgen Doetz als Schützenhelfer für eine mögliche Übernahme des Nachrichtensenders. Doetz soll als Berater, später in führender Position, beim Sender wirken, heißt es. Reizvoll sei eine solche Aufgabe, so Doetz laut "Spiegel". Zugesagt hat er aber offenbar bisher nicht.

Lesnewski kalkuliert anscheinend damit, nach einer Übernahme weiterhin Nachrichten an die ProSiebenSat.1-Sender ProSieben, Sat.1 und kabel eins liefern zu können. Angesichts des (medien-)politisch sensiblen Themas Nachrichten, käme Doetz als Bürge für seriösen Journalismus dem russischen Investor zupass. Doetz ist nach langer Medienkarriere mit vielen Berührungspunkten zur Politik bis heute bestens vernetzt.

Doetz ist als VPRT-Präsident derzeit oberster Lobbyist der deutschen Privatsender, seit dem vergangenen Dezember berät er zudem ProSiebenSat.1 in medienrechtlichen Fragen zum Thema Nachrichten. Mit dem Verkaufsprozess - P7S1-intern unter dem Decknamen "Hermes" bekannt - habe er aber nichts zu tun, insofern sehe er kein Problem, schreibt der "Spiegel". Bei N24 dagegen reagiere man auf Doetz' mögliches Engagement befremdlich, so das Magazin.

Doetz saß lange selbst im Vorstand der ProSiebenSat.1 Media AG und gehört als erster Geschäftsführer zum Gründungsteam des Senders Sat.1 bzw. dessen Vorgängergesellschaft PKS.

Laut "Süddeutsche Zeitung" will Lesnewski im Falle eines Zuschlags 250 Arbeitsplätze bei N24 sichern, inklusive der Geschäftsführung. Für Doetz habe er den Posten eines "Senderchefpräsidenten" im Sinn - Aufsichtsrat oder gar Geschäftsführer.

Hintergrund: Lesnewski ist in Deutschland seit 2008 mit seiner Firma Ren TV Eigner des kleinen Münchner Spielfilmkanals Das Vierte, den er einst mit großen Ansprüchen von NBC Universal übernommen hatte (kress.de vom 30. Juni 2008). Von seinen Ambitionen ist indes nicht viel geblieben, Das Vierte dümpelt weiterhin in der Nische.

Neben Lesnewski machen sich offenbar auch die neuen ddp-Eigner Peter Löw und Martin Vorderwülbecke Hoffnung auf N24. Eben wurde die Gründung der ddp TV bekannt, mit dem sie ins TV-Geschäft einsteigen wollen und an deren Spitze sie den ehemaligen N24-Chef Ulrich Ende installiert haben (kress.de vom 11. April 2010).

Im Raum steht nach wie vor ein Management-Buy-Out des aktuellen N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann, zusammen mit Ex-"Spiegel"-Chef Stefan Aust (kress.de vom 12. Januar 2010). Im Kreis der Bieter kursieren zudem die Namen von Produzent Jan Mojto oder Rupert Murdoch.

Ob N24 allerdings tatsächlich unter den Hammer kommt, ist nach wie vor unklar. P7S1-Boss Thomas Ebeling hat neben einem Verkauf auch ungewöhnliche Alternativen ins Spiel gebracht (kress.de vom 23. Februar 2010).

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