Der Himmel über Berlin verdüstert sich: Springer greift DuMont mit "B.Z. am Abend" an

 

In Berlin steht eine Konfrontation der Verlage Axel Springer und M. DuMont Schauberg bevor. Springer plant schon für den kommenden Montag in drei Ost-Berliner Bezirken den Start einer abgespeckten Version der Boulevardzeitung "B.Z.", die nur 40 Cent kosten wird. Das Verlagshaus will die "B.Z. am Abend" als Ergänzung der klassischen "B.Z." verstanden wissen, doch bei DuMont betrachtet man das Vorhaben als Attacke auf den eigenen Titel "Berliner Kurier". Nach kress-Infos will das Kölner Zeitungshaus daher schon wenige Tage später im Westteil der Stadt ein auf den dortigen Markt zugeschnittenes Boulevardblatt starten, um seinerseits der "B.Z." Schmerzen zuzufügen.

In Berlin droht eine Konfrontation der Verlage Axel Springer und M. DuMont Schauberg. Springer plant schon für den kommenden Montag in drei Ost-Berliner Bezirken den Start einer abgespeckten Version der Boulevardzeitung "B.Z.", die nur 40 Cent kosten wird. Der Markttest der "B.Z. am Abend" soll in Hellersdorf, Marzahn und Hohenschönhausen stattfinden. Der "B.Z."-Ableger wird - anders als der Name suggeriert - am Morgen erscheinen.

Bei DuMont betrachtet man das als Attacke auf den eigenen Titel "Berliner Kurier". Das Boulevardblatt hat seinen Schwerpunkt im Osten der Stadt und kostet 55 Cent. "Das ist ein direkter und unverhohlener Angriff auf unsere Marktstellung in Berlin", sagt Hans-Peter Buschheuer, Chefredakteur des "Berliner Kuriers". Nach kress-Infos will das Kölner Zeitungshaus daher schon wenige Tage nach dem Start von "B.Z. am Abend" im Westteil der Stadt ein auf den dortigen Markt zugeschnittenes Boulevardblatt starten, um seinerseits der "B.Z." Schmerzen zuzufügen.

Springers Namenswahl für den neuen Ableger ist recht pikant: Bis zur Wende hatte der "Berliner Kurier" noch "B.Z. am Abend" geheißen, doch dann reklamierte Springer die Marke "B.Z." erfolgreich für sich.

"Ergänzung der klassischen 'B.Z.'"

Springer hat den Start der "B.Z. am Abend" mittlerweile offiziell bestätigt. "Getestet werden in einigen ausgewählten Bezirken im Osten der Stadt die Möglichkeiten für ein neues Produkt als Ergänzung zur klassischen 'B.Z.'", so eine Sprecherin. Der Test habe das Ziel, neue Lesergruppen anzusprechen.

Die "B.Z." hat zuletzt eine verkaufte Auflage von 167.335 Exemplaren erzielt (IVW 4/2009), etwa ein Drittel der Auflage bringt Springer im Ostteil Berlins unter die Leute. Der "Berliner Kurier" kommt auf 112.979 Verkaufte.

Ihre Kommentare
Kopf

Oma Schmidtchen

13.04.2010
!

"BZ am Abend" bringt also morgens die Nachrichten von gestern nach Marzahn. Glaubt man bei Springer nun doch nicht ausschließlich an die Heilskräfte des iPad? Werden die Berliner Harzer etwa doch nicht alle im Massensturm ihre Kohle an den Springer-Aboschranken abliefern?


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Inhalt konnte nicht geladen werden.